<?xml version="1.0" encoding="utf-8" standalone="yes"?><feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom"><title>Posts · liwde</title><link href="https://blog.liwde.de/posts/index.xml" rel="self"/><link href="https://blog.liwde.de/posts/"/><updated>2019-06-02T00:00:00+00:00</updated><id>https://blog.liwde.de/posts/</id><author><name>Lukas Heimann</name></author><entry><title type="html">Ist das Kunst oder kann das weg?</title><link href="https://blog.liwde.de/posts/2019/kunst/"/><id>https://blog.liwde.de/posts/2019/kunst/</id><author><name>Lukas Heimann</name></author><published>2019-06-02T00:00:00+00:00</published><updated>2019-06-02T00:00:00+00:00</updated><content type="html">&lt;img class="webfeedsFeaturedVisual" src="https://blog.liwde.de/posts/2019/kunst/monalisa_hu8785483086803314175.jpg" />&lt;p>Auf der &lt;a href="https://entropia.de/GPN19">19. Gulaschprogrammiernacht&lt;/a> des CCC Karlsruhe Anfang Juni 2019 ist dieses kleine Projekt entstanden, das die uralte Frage ein für alle mal lösen will: Ist das Kunst oder kann das weg? Und natürlich macht man das heutzutage mit Deep Machine Learning!&lt;/p>
&lt;dl>
&lt;dt>Wie funktioniert das jetzt genau?&lt;/dt>
&lt;dd>Technisch gesehen mit Hilfe von Neuronalen Netzen und Deep Machine Learning. Praktisch gesehen mit einer Menge schwarzer Magie, Code-Snippets von Stack-Overflow und einem kleinen bisschen &lt;a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Confirmation_bias">Confirmation Bias&lt;/a>.&lt;/dd>
&lt;dt>Und wie gut klappt das?&lt;/dt>
&lt;dd>Das klappt großartig! Während der Entwicklung wurde das neuronale Netz nur auf insgesamt 600 Bildern trainiert. Die Alpha-Version basiert schon auf fast 6000 – sie ist also 10 mal so gut!&lt;/dd>
&lt;dt>Ist Kunst nicht subjektiv?&lt;/dt>
&lt;dd>Nein! Offensichtlich kann die App ganz klar vorhersagen, was Kunst ist und was weg kann. Das Problem ist also klar gelöst, Kunst ist ab jetzt rein objektiv bewertbar.&lt;/dd>
&lt;dt>Und das ist Wissenschaft?&lt;/dt>
&lt;dd>&lt;a href="https://www.youtube.com/watch?v=LSWDZsq0YoE&amp;t=13m50s">Ja, Zu 95 Prozent!&lt;/a> Es &lt;em>muss&lt;/em> wissenschaftlich absolut valide sein, denn dieses Projekt hat seine eigene DOI: &lt;a href="https://doi.org/10.5281/zenodo.3349570">10.5281/zenodo.3349570&lt;/a>&lt;/dd>
&lt;/dl>
&lt;p>Der Quellcode unter Apache-Lizenz zum Selber-Trainieren sowie ein APK zum Installieren unter Android findet sich auf &lt;a href="https://github.com/liwde/ArtOrTrash">GitHub&lt;/a>.&lt;/p></content></entry><entry><title type="html">Scylla und Charybdis</title><link href="https://blog.liwde.de/posts/2019/ulysses/"/><id>https://blog.liwde.de/posts/2019/ulysses/</id><author><name>Lukas Heimann</name></author><published>2019-02-18T00:00:00+00:00</published><updated>2019-02-18T00:00:00+00:00</updated><content type="html">&lt;em>Über James Joyces „Ulysses“ und Lesegewohnheiten&lt;/em>&lt;br />&lt;img class="webfeedsFeaturedVisual" src="https://blog.liwde.de/posts/2019/ulysses/titel_hu1722191901550899942.jpg" />&lt;p>Seit einigen Wochen ist es vollbracht, mein großes Leseprojekt von 2018. Das Buch, das jetzt schon fast 5 Jahre auf meiner „Noch zu Lesen“-Liste stand, ist bezwungen. Und es lässt mich mit gemischten Gefühlen zurück, die mich zu dieser etwas ausgedehnteren Reflexion geführt haben.&lt;/p>
&lt;p>&lt;a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ulysses">&lt;em>Ulysses&lt;/em>&lt;/a> ist ein 1922 erschienener Roman des irischen Schriftstellers James Joyce, in dem der Protagonist Leopold Bloom für den Tag des 16. Juni 1904 bei seinem Alltag in Dublin begleitet wird. Der Roman gilt als richtungsweisend, weil er neben einer äußeren Beschreibung der Handlung auch moderne Techniken wie den Bewusstseinsstrom als zentrale Stilmittel einsetzt.&lt;/p>
&lt;p>Und viel mehr lässt sich eigentlich über das Buch gar nicht sagen, ohne direkt in Details zu den einzelnen Kapiteln zu gehen. Dennoch möchte ich zunächst etwas allgemeiner ansetzen, denn: Für mich war das Leseerlebnis von &lt;em>Ulysses&lt;/em> ein permanenter Wechsel zwischen „anstrengend“ und „großartig“. Warum das so ist, möchte ich jetzt ergründen.&lt;/p>
&lt;h1 id="telemachie">Telemachie&lt;/h1>
&lt;p>Was hat &lt;em>Ulysses&lt;/em> für mich also lesenswert gemacht? Ohne mir da jetzt zu viel anmaßen zu wollen, glaube ich, dass es der Teil ist, an dem der Autor auch das meiste Interesse hatte: Das Buch ist eine unglaublich dichte Erzählung und reich an Facetten einer nur angedeuteten, größeren Welt. Wie Joyce selbst sagt:&lt;/p>
&lt;blockquote>
&lt;p>I want to give a picture of Dublin so complete that if the city one day suddenly disappeared from the earth it could be reconstructed out of my book.&lt;/p>
&lt;/blockquote>
&lt;p>Gerade aus heutiger Sicht fand ich den Blick aus dem Inneren des Alltags dieser Zeit ganz spannend, weil… Man hat so grob ein Gefühl dafür, wie die Leute im Mittelalter gelebt haben müssen,&lt;sup id="fnref:1">&lt;a href="#fn:1" class="footnote-ref" role="doc-noteref">1&lt;/a>&lt;/sup> und auch, wie es zum Beispiel in den 70ern gewesen sein muss. Aber 1904? Keine Ahnung, was da war. Die Zeit direkt vor dem ersten Weltkrieg ist in dieser Hinsicht eine große Lücke im Geschichtsunterricht.&lt;/p></content></entry><entry><title type="html">Stabile Sessions für offline-fähige Web-Apps mit PouchDB</title><link href="https://blog.liwde.de/posts/2018/der-ewige-kreis/"/><id>https://blog.liwde.de/posts/2018/der-ewige-kreis/</id><author><name>Lukas Heimann</name></author><published>2018-11-01T00:00:00+00:00</published><updated>2018-11-01T00:00:00+00:00</updated><content type="html">&lt;em>Oder: Der ewige Kreis – über zirkuläre Abhängigkeiten in Angular&lt;/em>&lt;br />&lt;p>Mit einer kleinen Gruppe von Studierenden entwickele ich im Rahmen von &lt;a href="https://ewb-karlsruhe.de/aam-digital/">&lt;em>Aam Digital&lt;/em>&lt;/a>, einem Teilprojekt der Karlsruher &lt;a href="https://ewb-karlsruhe.de/">Engineers Without Borders&lt;/a> die Web-App &lt;a href="https://github.com/NGO-DB/ndb-core">&lt;em>NGO-DB&lt;/em>&lt;/a>, die es kleinen NGOs – vor allem unserem Partner &lt;a href="https://www.helgo-ev.de/english/h-e-l-g-o-germany/">H.E.L.G.O.&lt;/a> – einfacher machen soll, ihre Daten zu verwalten.&lt;/p>
&lt;p>Bei H.E.L.G.O. geht es dabei primär um das erfassen von Daten der Schüler, die das Projekt in Kalkutta fördert. Eine wichtige Anforderung ist hierbei die Offline-Fähigkeit der App, da Internet nicht immer verfügbar ist.&lt;/p>
&lt;p>Als technische Basis wurden daher &lt;a href="https://angular.io/">Angular&lt;/a>, ein TypeScript-Framework mit Unterstützung für &lt;a href="https://developers.google.com/web/progressive-web-apps/">Progressive Web Apps&lt;/a>, sowie &lt;a href="https://pouchdb.com/">PouchDB&lt;/a>, ein JavaScript-Klon der dokumentenorientierten Datenbank &lt;a href="https://couchdb.apache.org/">CouchDB&lt;/a>, die Features wie Offlinefähigkeit und Synchronisation zur Verfügung stellt, verwendet.&lt;/p>
&lt;p>Dieser Blog-Post beschäftigt sich nun mit der Frage, wie eine User-Session von Login über Synchronisation der lokalen Datenbank-Replik bis hin zur Nutzung der Datenbank sinnvollerweise aussehen könnte. Dabei wird die ganz am Anfang des Projekts entwickelte, bestehende Session analysiert, um daraus für die neu zu gestaltende Session zu lernen.&lt;/p>
&lt;p>Nebenbei wird es dabei auch in großer Tiefe um zirkuläre Abhängigkeiten in JavaScript-Modulen, bei Dependency Injection sowie zwischen Modulen in Angular gehen und um Strategien, wie diese Abhängigkeiten aufgelöst werden können.&lt;/p>
&lt;p>Wer den Post nur für diesen Teil ließt, empfehle ich, direkt hinab zum Spaß zu springen: &lt;a href="#zirkul%C3%A4re-abh%C3%A4ngigkeiten">Zirkuläre Abhängigkeiten&lt;/a>. Allen anderen empfehle ich auch gerne die nun folgende Einführung des Gesamtszenarios des Session-Handlings der Applikation.&lt;/p>
&lt;h1 id="die-bestehende-session">Die bestehende Session&lt;/h1>
&lt;p>An der Session sind eine Reihe von Komponenten beteiligt, die in die folgenden Angular-Module aufgeteilt sind:&lt;/p>
&lt;ul>
&lt;li>&lt;strong>Database&lt;/strong>: Enthält eine Abstraktion über den Datenbankzugriff, eine Implementierung für eine lokale PouchDB sowie eine Mock-Datenbank. Außerdem ist ein &lt;code>DatabaseManagerService&lt;/code> abstrakt und für die beiden Implementierungen enthalten, der den Angular-Provider für die Datenbank selbst hält. Die PouchDB-Implementierung, der &lt;code>PouchDatabaseManagerService&lt;/code> hält intern Referenzen auf die lokale und entfernte PouchDB und stellt Methoden zum Login an der entfernten sowie zur Synchronisierung zwischen lokaler und entfernter Datenbank zur Verfügung. Aus prinzipiellen Gründen enthält die lokale Datenbank auch eine Kopie der User mit ihren gehashten Passwörtern.&lt;sup id="fnref:1">&lt;a href="#fn:1" class="footnote-ref" role="doc-noteref">1&lt;/a>&lt;/sup>&lt;/li>
&lt;li>&lt;strong>Entity&lt;/strong>: Enthält einen simplen EntityMapper zur Benutzung mit unserer Datenbankabstraktion. Andere Module implementieren die abstrakte Klasse &lt;code>Entity&lt;/code> um in der Datenbank gespeichert werden zu können.&lt;/li>
&lt;li>&lt;strong>User&lt;/strong>: Der User ist eine solche Entity, die zudem Methoden zur Prüfung des Passworts beinhaltet.&lt;/li>
&lt;li>&lt;strong>Session&lt;/strong>: Die Session beinhaltet den &lt;code>SessionService&lt;/code>, der alle Bestandteile zusammenhält und schlussendlich verwendet wird, um herauszufinden, welcher User angemeldet ist.&lt;/li>
&lt;/ul>
&lt;h2 id="services">Services&lt;/h2>
&lt;p>Das folgende UML-Klassendiagramm stellt (etwas vereinfacht) die beteiligten Services und Klassen mit ihren wichtigsten Methoden dar. Gestrichelte Pfeile sind dabei Abhängigkeiten, durchgezogene Pfeile Injections durch Angular.&lt;/p></content></entry><entry><title type="html">Hilfe, die Singularität kommt!</title><link href="https://blog.liwde.de/posts/2018/singularitaet/"/><id>https://blog.liwde.de/posts/2018/singularitaet/</id><author><name>Lukas Heimann</name></author><published>2018-10-04T00:00:00+00:00</published><updated>2018-10-04T00:00:00+00:00</updated><content type="html">&lt;em>Oder: Warum mein intelligenter Staubsaugerroboter so schnell kein Bewusstsein entwickeln und die Weltherrschaft an sich reißen wird&lt;/em>&lt;br />&lt;img class="webfeedsFeaturedVisual" src="https://blog.liwde.de/posts/2018/singularitaet/titel_hu7032724705752941924.jpg" />&lt;p>Künstliche Intelligenz ist in den letzten Jahren zu einem unglaublichen Trend geworden – jedes Produkt, das
etwas auf sich hält, muss jetzt irgendwie „smart“ sein und &lt;em>Machine Learning&lt;/em> beinhalten. Das geht von
Smart-TVs über digitale Assistenten bis hin zu Stromspar-Features in den neuesten Versionen von Handy-Betriebssystemen.&lt;/p>
&lt;p>Und je tiefer sich die intelligente Software in unser Leben verankert, umso lauter werden die kritischen Stimmen, die
vor dieser Software warnen, die wir nicht mehr verstehen. Hier soll es heute dabei um eine ganz besondere Form dieser
Ängste gehen: Die Angst vor einer &lt;em>Superintelligenz&lt;/em> wie sie zum Beispiel vom Futuristen
Nick Bostrom beschrieben wird. Die Angst: „Künstliche Intelligenzen“ könnten schlauer sein als der
Mensch und (mehr oder weniger bewusst) die Menschheit auslöschen.&lt;/p></content></entry><entry><title type="html">Von Bäumen, Netzen und Maschinen</title><link href="https://blog.liwde.de/posts/2018/von-baeumen-netzen-und-maschinen/"/><id>https://blog.liwde.de/posts/2018/von-baeumen-netzen-und-maschinen/</id><author><name>Lukas Heimann</name></author><published>2018-10-03T00:00:00+00:00</published><updated>2018-10-03T00:00:00+00:00</updated><content type="html">&lt;em>Drei Klassifizierungsverfahren&lt;/em>&lt;br />&lt;img class="webfeedsFeaturedVisual" src="https://blog.liwde.de/posts/2018/von-baeumen-netzen-und-maschinen/titel_hu10267547484408409507.png" />&lt;p>In einem &lt;a href="https://blog.liwde.de/posts/2018/kuenstliche-intelligenz/">vergangenen Post&lt;/a> habe ich bereits über künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen
im Allgemeinen gesprochen. In diesem Artikel möchte ich nun drei ganz konkrete Verfahren des maschinellen
Lernens vorstellen, genauer gesagt drei Klassifizierungsverfahren.&lt;/p>
&lt;p>Klassifizierung ist ein Teilbereich des überwachten Lernens, bei dem aus einer Reihe von Eingabe-Ausgabe-Paaren eine
Regel abgeleitet werden soll, die Eingabe auf Ausgabe abbildet.&lt;sup id="fnref:1">&lt;a href="#fn:1" class="footnote-ref" role="doc-noteref">1&lt;/a>&lt;/sup> Diese Lernaufgabe wird im
maschinellen Lernen auch „Funktionenlernen aus Beispielen“ genannt,&lt;sup id="fnref:2">&lt;a href="#fn:2" class="footnote-ref" role="doc-noteref">2&lt;/a>&lt;/sup> die gelernten Regeln
häufig „Modelle“. Bei den Eingabedaten spricht man auch von „feature variables“ oder einem
Merkmalsvektor, bei den Ausgabedaten von „target variables“,&lt;sup id="fnref:3">&lt;a href="#fn:3" class="footnote-ref" role="doc-noteref">3&lt;/a>&lt;/sup> die im Falle von Klassifizierung
aus einer endlichen Wertemenge aus zuzuordnenden „Klassen“ oder „Labels“ stammen.&lt;sup id="fnref1:1">&lt;a href="#fn:1" class="footnote-ref" role="doc-noteref">1&lt;/a>&lt;/sup>&lt;/p>
&lt;p>Klassifizierungs-Algorithmen bestehen in der Regel aus drei Phasen: In einer Lern- oder Trainingsphase werden Regeln
aus Beispielen (beschriftete Daten aus Eingabedaten mit zugeordneten Ausgabedaten), auch Trainingsdaten
genannt, abgeleitet. Diese Regeln werden in einer Test- oder Validierungsphase auf andere, ebenfalls beschriftete
Daten angewendet, damit geprüft werden kann, wie gut die gelernten Regeln bei anderen Eingabewerten
funktionieren.&lt;sup id="fnref1:3">&lt;a href="#fn:3" class="footnote-ref" role="doc-noteref">3&lt;/a>&lt;/sup> Danach können die so trainierten Klassifikatoren in der praktischen Anwendung auf
neue, unbeschriftete Daten angewendet werden. Dies ist ein Thema, mit dem sich die Literatur in der Regel nicht mehr
beschäftigt.&lt;/p>
&lt;p>Im Folgenden sollen drei großen Gruppen der Klassifizierungs-Algorithmen sowie ihre jeweilige Funktion
beschrieben werden. Zuvor soll jedoch noch ein wichtiges allgemeines Konzept der Klassifizierung eingeführt werden.
Lösungen für Klassifikationsaufgaben haben immer das Risiko der &lt;em>Überanpassung&lt;/em> (englisch
„Overfitting“), bei der die Entscheidungs-Regeln zu stark auf die Trainingsdaten angepasst wurden und somit
bei den Validierungsdaten und damit in der späteren praktischen Anwendung nicht ausreichend gut funktionieren.&lt;/p>
&lt;blockquote>
&lt;p>We will say that a hypothesis overfits the training examples if some other hypothesis that fits the
training examples less well actually performs better over the entire distribution of instances.&lt;sup id="fnref:4">&lt;a href="#fn:4" class="footnote-ref" role="doc-noteref">4&lt;/a>&lt;/sup>&lt;/p>
&lt;/blockquote></content></entry><entry><title type="html">Tote Mädchen lügen</title><link href="https://blog.liwde.de/posts/2018/tote-maedchen-luegen/"/><id>https://blog.liwde.de/posts/2018/tote-maedchen-luegen/</id><author><name>Lukas Heimann</name></author><published>2018-10-02T00:00:00+00:00</published><updated>2018-10-02T00:00:00+00:00</updated><content type="html">&lt;em>Über die zweite Staffel der Serie „13 Reasons Why“&lt;/em>&lt;br />&lt;img class="webfeedsFeaturedVisual" src="https://blog.liwde.de/posts/2018/tote-maedchen-luegen/titel_hu6802771472622888118.jpg" />&lt;p>&lt;em>Thirteen Reasons Why&lt;/em>, bzw. in der deutschen Übersetzung „Tote Mädchen Lügen nicht“, ist ein 2007
erschienener Roman von Jay Asher. Die Handlung des erfolgreichen Jugendbuchs dreht sich um den Selbstmord der High-School-Schülerin
Hannah Baker, die vor ihrem Tod die 13 Gründe für ihr Handeln auf Audiokassetten aufgenommen und mit dem Auftrag, sie
den jeweils angesprochenen Personen der Reihe nach zukommen zu lassen, in Umlauf gebracht hat. Die Leser begleiten dabei
den Ich-Erzähler und Klassenkameraden Hannahs Clay Jensen, der im Verlauf des Buches die Kassetten anhört und somit nach und nach erfährt, was Hannah
zugestoßen ist.&lt;/p>
&lt;p>Diese erzählerische Konstruktion bietet Raum für den Spannungsbogen des Buches. Die Leser werden nicht nur langsam immer
weiter in den Strudel bis hin zur Vergewaltigung eskalierender Ereignisse gezogen, sondern haben eingangs mit Clay auch
eine positive Identifikationsfigur mit ungewisser Geschichte: Es ist unklar, warum auch er die Kassetten erhalten hat, was ihn zu einem der 13
Gründe für den Selbstmord machen würde. Der Inhalt der Kassetten erzählt rückblendenartig die Geschichte um Hannah
und lüftet die Geheimnisse um ihren Tod, während Clays Handlung in der Gegenwart auf das Gesagte unmittelbar (emotional)
reagieren und es somit für die Leser weiter kontextualisieren kann. Die Frage, die sich dabei immer wieder stellt: Hätte
man das alles früher erkennen und den Selbstmord vielleicht verhindern können?&lt;/p>
&lt;p>Das Buch polarisiert seine Leser. Vielfach (z.B. &lt;a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/themen/ein-jugendroman-sorgt-fuer-aufsehen-was-treibt-junge-maedchen-in-den-tod-1921486.html">hier&lt;/a>
und &lt;a href="https://www.krimi-couch.de/krimis/jay-asher-tote-maedchen-luegen-nicht.html">hier&lt;/a>) werden die vielschichtigen Charaktere gelobt, und dass das Buch keine schlichte
Schwarz-Weiß-Malerei der Situation betreibt, sondern stattdessen die Thematik als so komplex präsentiert, wie sie eben ist.
Allerdings wird auch vor der Wirkung des Buches gewarnt: &lt;a href="https://www.nasponline.org/resources-and-publications/resources/school-safety-and-crisis/preventing-youth-suicide/13-reasons-why-netflix-series-considerations-for-educators/13-reasons-why-netflix-series-considerations-for-educators">Stellt es den Selbstmord als zu heldenhaft dar und ermutigt damit eventuell weitere Jugendliche zum Suizid?&lt;/a>
Sollten Leser von den gewalttätigen Szenen klarer im Voraus gewarnt werden? Dem Erfolg des Romans tat das jedoch keinen
Abbruch.&lt;/p>
&lt;h1 id="die-serie">Die Serie&lt;/h1>
&lt;p>Knapp 10 Jahre nach seiner Veröffentlichung wurde der Roman in Form einer Mini-Serie auf Netflix verfilmt. Die Kritik am
Umgang mit der behandelten Thematik entbrannte dadurch natürlich erneut, auch wenn sich die Macher mit Hinweisen auf
dargestellte Gewalt und wiederholte Verweise auf Selbstmord-Hotlines der Kritik stellen. Aus meinem ganz persönlichen
Umfeld konnte ich jedoch mitnehmen, dass die Serie im Großen und Ganzen als sehr positiv aufgefasst wurde. Das liegt
in weiten Teilen sicherlich an der guten handwerklichen Umsetzung – die Serie ist hochwertig produziert und
die Charaktere sind gut besetzt. Es liegt aber auch in nicht weniger großem Umfang an der Umsetzung der erzählerischen Struktur des
Romans in filmischer Form.&lt;/p>
&lt;p>Die Erzählweise des Buches wird nämlich schnell zu einer Herausforderung bei der Verfilmung: Erzählt man die Handlung
wie im Buch aus der Sicht von Clay, hat man ein recht statisches Setting, in dem man jemanden beobachtet, der sich
(quasi) ein Hörbuch anhört – filmisch nicht besonders spannend, insbesondere weil auch die Abwechslung zwischen den
einzelnen Folgen der Serie fehlen würde. Die mehrteilige Erzählung ist jedoch nötig, um jeden Grund für den Selbstmord
in entsprechender Tiefe aufarbeiten zu können: Ein zweistündiger Film zum Beispiel hätte jeder Seite der Kassetten nur
weniger als 10 Minuten einräumen können.&lt;/p></content></entry><entry><title type="html">Heimkehr nach Seriphos</title><link href="https://blog.liwde.de/posts/2018/seriphos/"/><id>https://blog.liwde.de/posts/2018/seriphos/</id><author><name>Lukas Heimann</name></author><published>2018-10-01T00:00:00+00:00</published><updated>2018-10-01T00:00:00+00:00</updated><content type="html">&lt;script defer src="https://blog.liwde.de/js/jquery-3.2.1.min.js">&lt;/script>&lt;script defer src="https://blog.liwde.de/js/lightbox.min.js" onload="lightbox.option({'albumLabel': 'Bild %1 von %2','wrapAround': true});">&lt;/script>&lt;link rel="stylesheet" href="https://blog.liwde.de/css/lightbox.min.css">
&lt;figure class="float-left">
&lt;a href="https://blog.liwde.de/posts/2018/seriphos/bild.png" data-lightbox="Heimkehr nach Seriphos" data-title="">
&lt;img src="https://blog.liwde.de/posts/2018/seriphos/bild_hu18255817094264453037.png" srcset="https://blog.liwde.de/posts/2018/seriphos/bild_hu18255817094264453037.png 1x, https://blog.liwde.de/posts/2018/seriphos/bild_hu13730105288635022512.png 2x" style="background-color: #2e2832;"/>
&lt;/a>
&lt;/figure>
&lt;p>   „Es ist eine Metapher, verstehst du?“&lt;br>
   „Bist du sicher? Glaubst du nicht, dass die Dinge nicht manchmal einfach genau das sind, was sie sind?“&lt;br>
   Ein warmer Sommerwind weht über den Hügel.&lt;br>
   „Ich habe schon lange nicht mehr einfach so die Sterne beobachtet.“&lt;br>
   „Danke, dass du mit mir hier bist, ihr Leuchten zu sehen.“&lt;/p></content></entry><entry><title type="html">I do not endorse this content</title><link href="https://blog.liwde.de/posts/2018/content/"/><id>https://blog.liwde.de/posts/2018/content/</id><author><name>Lukas Heimann</name></author><published>2018-06-04T00:00:00+00:00</published><updated>2018-06-04T00:00:00+00:00</updated><content type="html">&lt;em>Über Inhalte in sozialen Netzwerken&lt;/em>&lt;br />&lt;img class="webfeedsFeaturedVisual" src="https://blog.liwde.de/posts/2018/content/titel_hu7551262661653552648.png" />&lt;p>Soziale Netzwerke sind eine großartige Sache. Sie ermöglichen inhaltlichen Austausch innerhalb einer großen
Gruppe von Menschen. Sie ermöglichen es auch kleinen Teilnehmern, in unserer Medienlandschaft teilzunehmen. Jemand schreibt
einen großartigen Blogbeitrag mit Einsichten zu &lt;a href="https://bullenscheisse.de/2017/ich-male-mir-die-welt/">Politik&lt;/a>, zu
&lt;a href="http://rameznaam.com/2015/05/12/the-singularity-is-further-than-it-appears/">wissenschaftlichen Themen&lt;/a> oder einfach
zu &lt;a href="https://heftehaufen.blogspot.com/">seiner Lieblings-Roman-Serie&lt;/a> – ich erfahre davon wahrscheinlich zuerst über eine Facebook-Seite oder einen Tweet.
Jemand veröffentlicht regelmäßig großartig gemachte Videos zu &lt;a href="https://www.youtube.com/playlist?list=PLwg4AG1KkgLwP5FuUIiVEy-ILMD23AN1v">Kunst&lt;/a> oder
zu &lt;a href="https://www.youtube.com/watch?v=4xGawJIseNY&amp;amp;list=PLJA_jUddXvY7v0VkYRbANnTnzkA_HMFtQ">Gesprächstaktiken der Rechten in den USA&lt;/a>,
ich erfahre davon über meine Abos und den Algorithmus bei YouTube.&lt;/p>
&lt;p>Allerdings, und das ist nicht erst bekannt, seit die EU-Datenschutzgrundverordnung am 25. Mai in Kraft getreten ist und
jeder Dienst, bei dem man sich jemals angemeldet hat, eine Mail zu aktualisierten Datenschutzerklärungen versendet hat:
&lt;em>Netzwerke tracken.&lt;/em>&lt;/p>
&lt;h1 id="überwachung">Überwachung&lt;/h1>
&lt;p>Zum einen tun sie das natürlich, um ihr Geschäftsmodell besser durchführen zu können. Soziale Netzwerke und zentralisierte
Plattformen für Inhalten von Facebook über Twitter bis YouTube verdienen ihr Geld damit, uns – den Nutzern – Werbung zu zeigen.
Das geht natürlich bedeutend effektiver, effizienter und somit gewinnbringender, wenn das Netzwerk mich kennt und die
Werbung zu mir passt.&lt;sup id="fnref:1">&lt;a href="#fn:1" class="footnote-ref" role="doc-noteref">1&lt;/a>&lt;/sup>&lt;/p>
&lt;p>Zum anderen können nur durch dieses Tracking die &lt;i>Netzwerk&lt;/i>effekte des Netzwerks auch wirklich funktionieren:
Du hast diese Videos gesehen, vielleicht wäre also dieses Video auch etwas für dich. Deine Freunde folgen alle dieser
Person hier, vielleicht schreibt sie häufiger Dinge, die auch für dich ganz interessant sind. Dieser Inhalt hier ist
gerade sehr beliebt, vielleicht willst du da auch mal einen Blick drauf werfen.&lt;/p>
&lt;p>In weiten Teilen ist das ja auch absolut positiv. Mir gefallen gut gemachte Video-Essays – schlag mir mehr davon vor und
ich bin glücklich. Es kann aber auch ungewünschte Nebenaspekte haben. Problem A sind da die viel beschworenen
Filterblasen: Ich sehe nur, was meine Freunde auch gut finden; unsere Meinungen verstärken sich innerhalb dieses
eingeschränkten Kreises wie in einer Echokammer, die langsam den Kontakt zur Realität verliert. Doch um diesen Aspekt
soll es heute nicht gehen.&lt;/p>
&lt;p>Vielmehr möchte ich heute über das exakt gegenteilige Problem sprechen: Was ist eigentlich mit Inhalten, die ich überhaupt
nicht gut finde? Ein paar Beispiele: Zur Recherche für den Neologismus schaue ich mir auf YouTube Vorträge von
Kreationisten an. Um mich politisch zu informieren, schaue ich auch Reden von AfD-Politikern in der Originalquelle auf
YouTube. Ich folge Donald Trump auf Twitter. Und es ist absolut wichtig, dass so etwas geht, denn das ist genau
der Ausbruch aus der Filterblase, wie ich sie als Problem A beschrieben habe.&lt;/p></content></entry><entry><title type="html">Die Herkunft des Lebens aus Sicht der Informatik</title><link href="https://blog.liwde.de/posts/2018/evolution/"/><id>https://blog.liwde.de/posts/2018/evolution/</id><author><name>Lukas Heimann</name></author><published>2018-06-02T00:00:00+00:00</published><updated>2018-06-02T00:00:00+00:00</updated><content type="html">&lt;em>Evolutionäre Verfahren für Nicht-Informatiker&lt;/em>&lt;br />&lt;img class="webfeedsFeaturedVisual" src="https://blog.liwde.de/posts/2018/evolution/titel_hu7713969648411007854.jpg" />&lt;p>Immer wieder gibt es Menschen, die voller Überzeugung und mit mehr oder weniger intuitiven, aber nichtsdestotrotz
schlussendlich unsinnigen Argumenten daran glauben, dass Gott das Leben, die Pflanzen, Tiere und Menschen, genau
sogeschaffen hat, wie sie sind. In &lt;a href="https://blog.liwde.de/posts/2018/wissenschaftlich-wirken/">meinem letzten Post&lt;/a> habe ich in
diesem Kontext den Vortrag &lt;a href="https://www.youtube.com/watch?v=2kuJLYiRai8">„Herkunft des Lebens aus Sicht der Informatik“ von Dr. Werner Gitt&lt;/a>
besprochen, dessen Inhalte hier jedoch nicht von Belang sein werden.&lt;/p>
&lt;p>Stattdessen möchte ich heute einen konstruktiven Beitrag zur Debatte um die „Sicht der Informatik“ auf die „Herkunft des
Lebens“ machen: Ich möchte in diesem Text die Evolution mit Hilfe von Konzepten aus der Informatik plausibilisieren.
Dabei soll dieser Text so einfach und verständlich geschrieben sein, dass auch Nicht-Informatiker verstehen, was hier
passiert.&lt;/p>
&lt;h1 id="plausibilisierung">Plausibilisierung&lt;/h1>
&lt;p>Eines vorweg: Was nun folgt, werden nicht die „harten Fakten“, die unumstößlichen Argumente sein, die so mancher
Anhänger des Kreationismus nicht nur fordert, sondern auch glaubt, für sich gefunden zu haben. Die hier vorgestellten
Ideen aus der Informatik können Evolution höchstens plausibilisieren, nicht beweisen. Mehr kann die Informatik meiner
Meinung nach als in erster Linie Formal-, nicht Naturwissenschaft auch gar nicht leisten.&lt;/p>
&lt;p>Nichtsdestotrotz soll hier nicht verschwiegen werden, dass die Biologie über die Jahre eine doch substanzielle
Beweislast zugunsten der Evolution angehäuft hat, wie sie zum Beispiel bei &lt;a href="https://www.livescience.com/474-controversy-evolution-works.html">Live Science&lt;/a>
nur grob umrissen wird.&lt;/p>
&lt;p>Besonders spannend ist an dieser Stelle eine Untersuchung von Lena A. E. Tibell und Ute Harms,&lt;sup id="fnref:1">&lt;a href="#fn:1" class="footnote-ref" role="doc-noteref">1&lt;/a>&lt;/sup> die sich in
erster Linie mit den Problemen der Vermittlung von Wissen über Evolution beschäftigen und dabei explizit Zufall und
große Zeitskalen als Schwelle des Verständnisses nennen. Zufälligerweise ist gerade die Informatik genau hier in der
Lage, Abhilfe zu schaffen: Computer können Zufall generieren und in Simulationen Zeit auf einen Bruchteil
zusammenschrumpfen. Wollen wir doch mal sehen, ob wir damit so etwas wie Evolution hinbekommen können.&lt;/p></content></entry><entry><title type="html">Die Naturgesetze der Information und ein Gottesbeweis</title><link href="https://blog.liwde.de/posts/2018/wissenschaftlich-wirken/"/><id>https://blog.liwde.de/posts/2018/wissenschaftlich-wirken/</id><author><name>Lukas Heimann</name></author><published>2018-04-01T00:00:00+00:00</published><updated>2018-04-01T00:00:00+00:00</updated><content type="html">&lt;em>Oder: Wissenschaftlich Wirken für Anfänger&lt;/em>&lt;br />&lt;img class="webfeedsFeaturedVisual" src="https://blog.liwde.de/posts/2018/wissenschaftlich-wirken/titel_hu11349068955351770919.png" />&lt;p>Mal angenommen, Sie, werte Leserin, werter Leser, wollen ein Argument bestreiten. Die Bühne gehört Ihnen, ob in
Schrift oder gesprochenem Wort. Ihre These ist klar, provokant, bringt Menschen oder gar die Gesellschaft weiter. Sie
haben nur ein Problem: Ihre These ist nicht unbedingt intuitiv ersichtlich. Vielleicht ist sie kompliziert, vielleicht
ist sie übertrieben, vielleicht ist sie schlicht unsinnig.&lt;/p>
&lt;p>Wie können Sie also nun Ihre Argumentation so gestalten, dass Sie Ihre Zuhörerinnen und Leser direkt davon überzeugen
können, dass Sie ganz offensichtlich jemand vom Fach sind, der allein auf Basis des Autoritätsarguments recht haben
&lt;em>muss&lt;/em>? Wie formulieren Sie Beispiele und Schlussfolgerungen so, dass jede Gegenrede gleich im Keim erstickt?
Kurz um: Wie wirken Sie wissenschaftlich, wo Wissenschaft nicht ferner sein könnte?&lt;/p>
&lt;h1 id="dr-werner-gitts-naturgesetze-der-information">Dr. Werner Gitts Naturgesetze der Information&lt;/h1>
&lt;p>Die wenigen relevanten Regeln, wie man wissenschaftlich wirkt, wollen wir am Beispiel des renommierten Wissenschaftlers Dr. Werner Gitt,
seines Zeichens ehemaliger Leiter des Fachbereichs Informationstechnologie der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt
Braunschweig. Insbesondere wollen wir uns hierbei seinen Vortrag &lt;a href="https://www.youtube.com/watch?v=2kuJLYiRai8">„Herkunft des Lebens aus Sicht der Informatik“&lt;/a>
anschauen, der auf Basis der von Gitt begründeten &lt;em>Naturgesetze der Information&lt;/em> die Existenz des Gottes der
Bibel &lt;em>beweist&lt;/em>.&lt;/p>
&lt;p>Aus natürlich rein wissenschaftlicher Perspektive lege ich das Studium des &lt;a href="https://www.youtube.com/watch?v=2kuJLYiRai8">YouTube-Videos&lt;/a> des
Vortrags neben der Lektüre dieses Artikels nahe. Neben den Lehren, die wir zum wissenschaftlich Wirken aus dem Vortrag
ziehen können, werde ich die Argumente natürlich auch kurz inhaltlich umreißen. Dabei werde ich bei den Kapiteln, die Gitt
in seinen Vortrag einbaut, immer einen Hinweis im Text einbauen, sodass ein paralleles Hören und Lesen möglich ist.&lt;/p>
&lt;h2 id="1-die-richtige-titelfolie">1. Die richtige Titelfolie&lt;/h2>
&lt;p>Das erste, mit dem Ihre Zuhörer bei einer Präsentation konfrontiert werden, ist, noch bevor Sie ein Wort sagen, Ihre
Titelfolie. Hier gilt es, Lust auf den Vortrag und das Thema zu machen. Neben dem spannenden Titel, der natürlich nicht
zu viel verraten sollte, kann man hier mit vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten wie unterschiedlichen Schriftarten
und allerlei Bildern etwa von Planeten oder 0en und 1en im Beispiel von Gitts Vortrag zeigen, dass man nicht nur in
Hinblick auf das Thema, sondern auch in Hinblick auf PowerPoint ein echter Profi ist.&lt;/p></content></entry><entry><title type="html">Your privacy is important to us.</title><link href="https://blog.liwde.de/posts/2018/facebook-google-daten/"/><id>https://blog.liwde.de/posts/2018/facebook-google-daten/</id><author><name>Lukas Heimann</name></author><published>2018-03-28T00:00:00+00:00</published><updated>2018-03-28T00:00:00+00:00</updated><content type="html">&lt;em>Über persönliche Daten auf Facebook und Google&lt;/em>&lt;br />&lt;img class="webfeedsFeaturedVisual" src="https://blog.liwde.de/posts/2018/facebook-google-daten/titel_hu16973076814184235919.png" />&lt;p>Dank des Skandals um die Datenanalyse-Firma &lt;em>Cambridge Analytica&lt;/em> ist das größte soziale Netzwerk mal wieder in die
Medien geraten. Und dieses Mal scheint auch die Politik etwas tun zu wollen. Nachdem Vorwürfe der Wahlbeeinflussung mit
Hilfe der tagtäglich gesammelten Daten laut wurden, laden jetzt
&lt;a href="http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/datenskandal-bundestag-will-facebook-geschaeftsfuehrerin-sandberg-vorladen/21108248.html">Parlamente&lt;/a>
in Großbritannien, Deutschland und den USA Vertreter des Unternehmens vor, das sich nur sehr
&lt;a href="https://www.theguardian.com/technology/2018/mar/27/facebook-mark-zuckerberg-declines-to-appear-before-uk-fake-news-inquiry-mps">widerwillig&lt;/a>
bewegt.&lt;/p>
&lt;p>Auch unter den Nutzern hat sich Aufbruchstimmung breit gemacht: Es kursiert (insbesondere auf Twitter) der Hashtag
&lt;em>#deletefacebook&lt;/em>, dem unter anderem so prominente Menschen wie &lt;a href="https://www.theverge.com/2018/3/23/17156402/elon-musk-deleted-tesla-and-spacex-facebook-pages-twitter-challenge">Elon Musk mit den Facebook-Präsenzen von Tesla und
SpaceX gefolgt
sind&lt;/a>.
An den meisten wird das wahrscheinlich vorbeigehen. Einen Facebook-Account „hat man einfach“ – ich ebenso.&lt;/p>
&lt;p>Was allerdings jeder mal machen sollte, ist sich anzuschauen, was das soziale Netzwerk so über einen selbst weiß. Dazu
gibt es auf Basis des europäischen Datenschutzes ein Download-Tool auf der &lt;a href="https://www.facebook.com/settings">Startseite der
Einstellungen&lt;/a>. &lt;a href="http://europe-v-facebook.org/EN/Get_your_Data_/get_your_data_.html">Auch wenn das Archiv nicht &lt;em>alle Daten&lt;/em> enthält&lt;/a>, die Facebook speichert – ein Blick in die Daten
schadet nicht. Und so habe auch ich mal meine Daten heruntergeladen.&lt;/p></content></entry><entry><title type="html">Eine kurze Geschichte der künstlichen Intelligenz</title><link href="https://blog.liwde.de/posts/2018/kuenstliche-intelligenz/"/><id>https://blog.liwde.de/posts/2018/kuenstliche-intelligenz/</id><author><name>Lukas Heimann</name></author><published>2018-03-21T00:00:00+00:00</published><updated>2018-03-21T00:00:00+00:00</updated><content type="html">&lt;em>Ein paar Worte zu schlauen Computern und lernender Software&lt;/em>&lt;br />&lt;p>Um die verschiedenen Begriffe &lt;em>Artificial Intelligence&lt;/em>, &lt;em>Machine Learning&lt;/em>,
&lt;em>Data Mining&lt;/em> und &lt;em>Data Science&lt;/em> herrscht häufig eine gewisse Begriffsunklarheit. Gerade durch das
große Wachstum der Anwendung von Techniken des Machine Learning im Alltag vieler Menschen und bahnbrechende
Fortschritte wie den Sieg von Googles &lt;em>AlphaGo&lt;/em> im Brettspiel Go gegen professionelle menschliche Spieler
gelangt die Thematik – von einem gewissen Hauch an Mystik („Es ist die höchste Stufe, die zu
vergeben ist, sie grenze ‚nahezu an Göttlichkeit‘.“&lt;sup id="fnref:1">&lt;a href="#fn:1" class="footnote-ref" role="doc-noteref">1&lt;/a>&lt;/sup>) umgeben – immer öfter in die Medien
(z. B. &lt;sup id="fnref1:1">&lt;a href="#fn:1" class="footnote-ref" role="doc-noteref">1&lt;/a>&lt;/sup> &lt;sup id="fnref:2">&lt;a href="#fn:2" class="footnote-ref" role="doc-noteref">2&lt;/a>&lt;/sup>). Dieser Artikel soll daher die grundlegenden Begriffe einordnen und voneinander abgrenzen,
sowie einen kleinen Einblick in maschinelles Lernen bieten.&lt;/p>
&lt;h1 id="geschichtliche-entwicklung">Geschichtliche Entwicklung&lt;/h1>
&lt;p>&lt;em>Artificial Intelligence (AI)&lt;/em>, oder deutsch „Künstliche Intelligenz (KI)“, ist ein eigenständiges
Forschungsgebiet, das etwa seit Mitte des
letzten Jahrhunderts existiert. John McCarthy erklärte in den 1950ern, es sei das Ziel von KI,
„intelligentes menschliches Verhalten durch Computerprogramme (künstlich) nachzubilden“.&lt;sup id="fnref:3">&lt;a href="#fn:3" class="footnote-ref" role="doc-noteref">3&lt;/a>&lt;/sup>
KI ist somit ein Querschnittsthema von Kognitionswissenschaften, technischer Informatik und
Wirtschaftswissenschaften bis hin zu Philosophie.&lt;sup id="fnref:4">&lt;a href="#fn:4" class="footnote-ref" role="doc-noteref">4&lt;/a>&lt;/sup> Einer der Pioniere der künstlichen
Intelligenz und der lernenden Maschinen war Arthur L. Samuels, der 1959 ein Programm entwickelte, das das
Spiel „Dame“ erlernen konnte.&lt;sup id="fnref:5">&lt;a href="#fn:5" class="footnote-ref" role="doc-noteref">5&lt;/a>&lt;/sup>&lt;/p></content></entry><entry><title type="html">Star Wars: Die letzten Jedi</title><link href="https://blog.liwde.de/posts/2018/die-letzten-jedi/"/><id>https://blog.liwde.de/posts/2018/die-letzten-jedi/</id><author><name>Lukas Heimann</name></author><published>2018-02-01T00:00:00+00:00</published><updated>2018-02-01T00:00:00+00:00</updated><content type="html">&lt;em>Die helle und die dunkle Seite der Franchises&lt;/em>&lt;br />&lt;blockquote>
&lt;p>„Der Weg ist ein anderer, als du ihn dir vorgestellt hast“, sagt Luke Skywalker zu seiner jungen Schülerin Rey.
„Ich kenne nur eine Wahrheit: Die Zeit der Franchises … ist zu Ende.“&lt;/p>
&lt;/blockquote>
&lt;p>Der neueste Teil der &lt;em>Star Wars&lt;/em>-Filme hat unter Fans Wellen geschlagen und Meinungen darüber, ob es
sich nun um einen guten oder schlechten Film handelt, könnten nicht weiter auseinander liegen. „Mutig“ nennen ihn die
einen, insbesondere professionelle Filmkritiker attestieren dem Film, im Gegensatz zu seinem Vorgänger &lt;em>The
Force Awakens&lt;/em> neue Wege gegangen und somit auch künstlerisch einen Mehrwert geschaffen zu haben. Die andere Hälfte der
Fans zerreißt sich den Mund darüber, wie „un-star-wars-y“ der neue Teil doch war und ist sich dabei keines (auch teils
sexistischen) Arguments zu schade.&lt;/p>
&lt;p>Und ich stehe irgendwo zwischen den beiden und bin mir unsicher, was ich denken soll. Denn natürlich – ohne hier die
Handlung zu spoilern – hat der Film seine großartigen Momente, bei denen Charaktere an zentralen Entscheidungen wachsen,
bei denen Sound- und Set-Design herausragend sind, bei denen das viel beschworene Star-Wars-Universum Tiefe gewinnt.&lt;/p>
&lt;p>Aber dann leidet der Film an vielen Stellen unter seiner Freude, neue Ideen auszuprobieren. An ein, zwei Stellen habe
ich im Kino herzlich gelacht, obgleich ich ziemlich sicher bin, dass der Film das explizit nicht von mir wollte. Mein
Hauptproblem hatte ich mit der unerhört zufällig zustande gekommenen Nebenhandlung der Charaktere Finn und Rose, die
einen gefühlt zu langen, streckenweise kitschigen und ultimativ unsinnigen Mittelteil des Filmes begründet hat. Generell
leidet der Film darunter, dass alle Charaktere, für die zum Teil in Episode VII viele Anspielungen gemacht wurden,
plötzlich einfach irgendwelche zufälligen Typen sind.&lt;/p>
&lt;p>Und damit stand mein Urteil fest: Was ein blöder Film. Also nicht schlecht gemacht, aber eben auch nicht so gut, wie
ich erwartet hatte.&lt;/p>
&lt;p>Bis ich dann nachgedacht habe. &lt;em>Rogue One&lt;/em> zum Beispiel, die &lt;em>Star Wars Story&lt;/em> zwischen der Original- und
der Prequel-Trilogie, fand ich eigentlich sehr spaßig – und das, obwohl dieser Film auch ganz klare Probleme mit einem
langen und unsinnigen Mittelteil hatte. Warum kann ich bei &lt;em>Rogue One&lt;/em> ohne Zögern über etwas hinwegsehen, was
mich bei &lt;em>The Last Jedi&lt;/em> so stark gestört hat? Generell, warum beschwere ich mich eigentlich nicht, wenn in der
Original-Trilogie (ohne Prequels) die Charaktere auch alle irgendwie zufällige Typen sind, wie etwa der Imperator, Han
Solo oder die beiden Droiden R2D2 und C3PO?&lt;/p></content></entry><entry><title type="html">Bitcoin, die Blockchain und technologische Intuition</title><link href="https://blog.liwde.de/posts/2017/bitcoin-blockchain-technologische-intuition/"/><id>https://blog.liwde.de/posts/2017/bitcoin-blockchain-technologische-intuition/</id><author><name>Lukas Heimann</name></author><published>2017-12-01T00:00:00+00:00</published><updated>2017-12-01T00:00:00+00:00</updated><content type="html">&lt;em>Oder: Der gefährliche Hype um die Kryptowährungen&lt;/em>&lt;br />&lt;img class="webfeedsFeaturedVisual" src="https://blog.liwde.de/posts/2017/bitcoin-blockchain-technologische-intuition/bitcoin-blockchain-technologische-intuition_hu6159579229123343912.jpg" />&lt;p>Bitcoin, die inzwischen fast 10 Jahre alte digitale Währung, und die dahinterstehende Technologie der Blockchain sind aktuell auf dem Gipfel eines Hypes. Und das nicht unberechtigt: Die Idee eines digitalen Geldes ohne zentrale Instanzen, die dieses kontrollieren können (wie (Zentral-)Banken oder Regierungen), ist in der Tat verlockend. Ein Netzwerk, das Werte und ihre Weitergabe abbilden kann, ohne dass ich einem Teilnehmer vertrauen muss, ist genial. Und während es immer neue Kryptowährungen gibt (Ethereum, Iota,…) und geheime „Bitcoin-Clubs“ die neuen nigerianischen Prinzen in meinen Spam-Mails werden, sind inzwischen auch Unternehmen auf den Hype aufgesprungen und wollen alles in mindestens einer &lt;em>Enterprise-Blockchain&lt;/em> abbilden. &lt;a href="http://digitalspirit.dbsystel.de/eine-disruptive-technologie-fuer-den-naechsten-digitalisierungsschritt/">So überlegt die Deutsche Bahn etwa, Züge mittels dieser Technologie automatisch bei der Einfahrt in Bahnhöfe über eine eigene, interne Kryptowährung bezahlen zu lassen&lt;/a> – obwohl eine einfache, zentrale Datenbank vielleicht auch ausreichen würde.&lt;/p>
&lt;h1 id="hype">Hype&lt;/h1>
&lt;p>Allerdings zerfällt die Diskussion um das Thema Kryptowährungen und Blockchain aktuell in zwei große Teile: Zum einen gibt es eine technologische Diskussion: Warum wurde Bitcoin und seine Technologie erfunden, welche Probleme werden adressiert, wie funktioniert die Umsetzung, welche Herausforderungen gibt es und wie kann man diese ganz konkret angehen. Und dann gibt es noch die Diskussion, die vornehmlich von BWLern geführt wird und in der wild zusammenphantasiert wird, was mit Blockchain alles möglich sein könnte. Und weil die technologische Diskussion sehr komplex ist und gerade im Vergleich zu den potentiellen Möglichkeiten der Technologie einfach furchtbar langweilig wirkt, findet sie in der breiten Öffentlichkeit selten statt. Stattdessen wird der BWL-Perspektive das Feld überlassen, deren Themen und Argumente leider häufig ohne Fundierung in der technologischen Realität daherkommen.&lt;/p></content></entry><entry><title type="html">Mittwochs</title><link href="https://blog.liwde.de/posts/2017/mittwochs/"/><id>https://blog.liwde.de/posts/2017/mittwochs/</id><author><name>Lukas Heimann</name></author><published>2017-09-04T00:00:00+00:00</published><updated>2017-09-04T00:00:00+00:00</updated><content type="html">&lt;img class="webfeedsFeaturedVisual" src="https://blog.liwde.de/posts/2017/mittwochs/mittwochs_hu8594672788141129510.png" />&lt;p>„Es ist ein unglaublich schöner Tag“, flüstert eine Stimme in mein Ohr. Ich drehe mich um. „Draußen ist es warm“, wird die Stimme lauter und beginnt an meinem Nachttisch zu wackeln. „Er ist auf dem Weg nach Hause mit der Bahn.“ Verwirrt öffne ich die Augen. „Schaut aus dem Fens…“ Ich schalte den Wecker aus und stehe schlaftrunken auf. Rollladen hoch. Kaffee. Ich drücke ein paar Knöpfe.&lt;/p>
&lt;p>„Guten Abend, meine Damen und Herren“, sagt der Mann aus der Vergangenheit mit dem schiefen Gesicht und beginnt daherzuplappern, während ich frühstücke. „Die Populisten sind auf dem Vormarsch“, erklärt mir ein Anzug mit Krawatte. „Soso“, kommentiere ich. „Soso“, denkt der Mann aus der Vergangenheit und macht ein schiefes Gesicht. „Wir sollten alle noch viel mehr Angst haben“, fährt der Anzug fort und friert plötzlich ein. „Behalt den Gedanken im Hinterkopf“, sage ich und gehe duschen.&lt;/p>
&lt;p>Die Geister der Vergangenheit steigen aus den Dampfschwaden auf. Ein Hund kommt angelaufen. „Das hier ist ein Waldweg, kein Spielplatz“, echot es zornig. Ein Blatt Papier liegt auf dem Boden. „Nennen Sie die acht Vs horizontaler Prozessoptimierung“, echot es streng. Jemand, den ich mal kannte, blickt mich vorwurfsvoll an. „Ich bin für dich doch selbstverständlich geworden“, echot es enttäuscht. Und dann bist da noch Du, krittisch wie immer. „Da ist ein Rechtschreibfehler im letzten Satz“, echot es zynisch.&lt;/p>
&lt;p>Ein Müllhaufen vor mir mitten auf dem Bürgersteig versperrt mir den Weg. „Dafür habe ich jetzt keine Zeit.“ Heute ist wieder Fleddertag bei mir in der Straße. Ein Kaninchenstall, frisch gestrichen. Ein Wandspiegel, gebrochen. Fotorahmen, leer. Babyschuhe, ungetragen. Und morgen, wenn die Abfuhr kommt, bleiben nur Reste von Leben und Splitter von Träumen verstreut auf dem Boden liegen, um von Passanten in die Erde getreten zu werden. Über mir strahlt das tiefste Blau des Himmels.&lt;/p>
&lt;p>Diese Woche: Hawaii-Woche! „Piep piep piep“, macht die Kasse, als sie den zu zahlenden Betrag für das Mittagessen von meinem Studentenausweis abgebucht hat. „Wir ha’m uns alle lieb“, ergänze ich hoffentlich nicht laut halb in mich hinein, halb zur Kassiererin.&lt;/p>
&lt;p>Ein guter Freund setzt sich zu mir. „Bist du eigentlich jetzt ein Misanthrop geworden?“, fragt er mich. „Inwiefern?“, frage ich zurück, und schütte mir Jod, Fluor und Folsäure über mein Essen. „Sag mal, wie kannst du dir das immer ohne erst zu probieren drüberkippen?“, fragt er, und salzt sein Essen ebenfalls, bevor er den ersten Bissen nimmt. „Aber zum Thema. Überleg̣‘ doch mal: In ‚Montage‘ standen noch Menschen im Mittelpunkt der Geschichte. Dein Textstil hat sogar dafür gesorgt, dass die medialen Brüche wie Telefon oder Wahlplakat überbrückt werden. Gut, das mit dem Wahlplakat machst du in ‚Dienstag‘ immer noch, aber die Menschen… Du blendest komplett die echten Menschen aus.“ Er schneidet durch eine Scheibe Ananas aus der Dose, drei Späne Reibekäse und zwei Zentimeter Panade, und führt einen Querschnitt zu seinem Mund. „Also eigentlich“, versuche ich meine Gedanken zurück auf das Thema der Geschichte zu richten, „war das nicht meine Absi…“&lt;/p>
&lt;p>„Halt!“, unterbricht er mich. „Wenn der Text geschrieben ist, hat der Autor bei der Interpretation nicht mehr mitzureden.“&lt;/p>
&lt;p>Der Cursor blinkt im Textfeld bei Wort 512. Es ist eine Kurzgeschichte. „Erinnerst du dich noch daran, dass du mal Gedichte über wahre Liebe geschrieben hast?“, fragt mich das lyrische Ich. „Hast du nicht auch manchmal das Gefühl, dass alle wichtigen Worte schon gesagt wurden?“, entgegne ich. Das lyrische Ich blickt auf den Bahnhof. Ich blicke auf den Bildschirm. „Musst &lt;em>du&lt;/em> eigentlich die Geschichten erzählen, oder erzählen die Geschichten dich?“, fragt es. „Der Trick ist, nie zu wissen, wo die Geschichte endet und die Realität anfängt.“ Das lyrische Ich legt mir die Hand auf die Schulter. „Weißt du, manchmal wäre ich gerne auf Wolke 7, aber dann stehe ich doch nur hier an Gleis 8…“&lt;/p>
&lt;p>Ich warte alleine am Bahnsteig. Die Lautsprecher knarzen, aber niemand sagt etwas durch.&lt;/p>
&lt;p>„Wo soll das alles nur hinführen?“, frage ich.&lt;/p>
&lt;p>„Wörth Bahnhof“, antwortet die Anzeigetafel.&lt;/p>
&lt;p>Der letzte Zug fährt ab.&lt;/p></content></entry><entry><title type="html">Neo-Biedermeier</title><link href="https://blog.liwde.de/posts/2017/neo-biedermeier/"/><id>https://blog.liwde.de/posts/2017/neo-biedermeier/</id><author><name>Lukas Heimann</name></author><published>2017-09-02T00:00:00+00:00</published><updated>2017-09-02T00:00:00+00:00</updated><content type="html">&lt;em>Über geschichtliche Parallelen und unsere Gesellschaft&lt;/em>&lt;br />&lt;img class="webfeedsFeaturedVisual" src="https://blog.liwde.de/posts/2017/neo-biedermeier/neo-biedermeier_hu15788464696950249719.png" />&lt;p>Bereits vor zwei Jahren habe ich gemeinsam mit Jana Willemsen den Begriff „Neo-Romantik“ als Bezeichnung für die aktuelle Literatur-Epoche diskutiert. Die These des Artikels damals: Die Literatur unserer Zeit ist letztendlich die Romantik – mit der bedeutenden Änderung der negativen Zukunftsaussicht: Utopie wurde durch Dystopie ersetzt. Dabei wurde insbesondere Jugendliteratur betrachtet, da „in einer alternden Gesellschaft, deren oberstes Ziel es ist, fit und jung zu bleiben, […] das Jugendbuch die wichtigste literarische Gattung [ist]“.&lt;sup id="fnref:1">&lt;a href="#fn:1" class="footnote-ref" role="doc-noteref">1&lt;/a>&lt;/sup>&lt;/p>
&lt;p>Der im Folgenden vorgestellte Begriff &lt;em>Neo-Biedermeier&lt;/em> soll unsere Zeit nun mit einer eher gesellschaftlichen Sicht eingrenzen und beschreiben. Zunächst muss jedoch der geschichtliche Kontext des klassischen Biedermeier dargelegt werden:&lt;/p>
&lt;h1 id="der-alte-biedermeier">Der alte Biedermeier&lt;/h1>
&lt;p>Versetzen wir uns gemeinsam zurück in das frühe 19. Jahrhundert. &lt;em>Napoleon Bonaparte&lt;/em>, „Kaiser der Franzosen“ ist gerade mit seinem Russlandfeldzug katastrophal gescheitert, die unterdrückten Mächte Russland, Preußen und Österreich verbünden sich in einer „Heiligen Allianz“ gegen die Hegemonialmacht Frankreichs und siegen, um 1814/15 auf dem Wiener Kongress die alte Ordnung in Europa wiederherzustellen.&lt;/p>
&lt;p>Ziele der Restauration waren die Rückabwicklung der Folgen der französischen Revolution, die Sicherstellung der monarchischen Autorität der alten Dynastien und die Verhinderung von weiteren Revolutionen durch freiheitliche und nationale Bewegungen. Der Deutsche Bund unter preußischer und österreichischer Vorherrschaft wurde gegründet.&lt;/p>
&lt;p>1819 verabschieden die wichtigsten Staaten des Deutschen Bundes aus Angst vor einer weiteren Revolution die &lt;em>Karlsbader Beschlüsse&lt;/em>: Die Pressefreiheit wird eingeschränkt und durch Zensur ersetzt, Universitäten werden überwacht und Professoren mit liberalen oder nationalen Einstellungen durch Berufsverbote an der Vermittlung möglicherweise aufrührerischer Lehren gehindert.&lt;/p></content></entry><entry><title type="html">The Circle</title><link href="https://blog.liwde.de/posts/2017/the-circle/"/><id>https://blog.liwde.de/posts/2017/the-circle/</id><author><name>Lukas Heimann</name></author><published>2017-05-01T00:00:00+00:00</published><updated>2017-05-01T00:00:00+00:00</updated><content type="html">&lt;em>George Orwells Alptraum&lt;/em>&lt;br />&lt;img class="webfeedsFeaturedVisual" src="https://blog.liwde.de/posts/2017/the-circle/the-circle_hu2946026235832689553.jpg" />&lt;p>&lt;em>The Circle&lt;/em>, beziehungsweise im Deutschen &lt;em>Der Circle&lt;/em> ist ein 2013 erschienener, dystopischer Roman des amerikanischen Schriftstellers Dave Eggers. Inhaltliches Zentrum ist der titelgebende Internet-Konzern &lt;em>The Circle&lt;/em>, der als Kombination von Google, Facebook und weiteren das Netz dominiert, umfassende Transparenz fordert und somit Privatsphäre immer weiter eliminiert.&lt;/p>
&lt;p>Die Handlung folgt der Protagonistin Mae Holland, die eine Stelle im Bereich Customer Experience annimmt, im Laufe des Romans innerhalb des Unternehmens weiter aufsteigt und immer tiefer in die umfassende Transparenz hineingezogen wird. Sie wird mit starkem sozialen Druck dazu gezwungen, firmenintern und -extern im sozialen Netzwerk alles über sich selbst preiszugeben. Als Trendsetterin bei Produktumfragen teilzunehmen und ihrerseits wiederum Produkte an ihre Follower zu empfehlen. Alles ist mess- und vergleichbar, von der Zufriedenheit ihrer Kunden über Aktivität im sozialen Netzwerk bis hin zum Umsatz, den sie mit ihren Empfehlungen generiert hat.&lt;/p>
&lt;p>Begleitet wird sie dabei von ihrer guten Freundin Annie, die ein relativ hohes Tier im Circle ist und ihr den Job ermöglicht hat. Sie lernt einen Kollegen Francis kennen, mit dem sich so eine Art Beziehung entwickelt, sowie den mysteriösen Kalden, zu dem sie sich hingezogen fühlt, der aber in den Such-Tools des Unternehmens nicht aufzufinden ist. Maes Vater leidet an multipler Sklerose, kann aber in Maes ausgezeichnete Krankenversicherung aufgenommen werden – wenn sie die neue Kameratechnologie „SeeChange“, kleine öffentlich ans Internet angebundene Überwachungskameras zur Verfolgung seines Gesundheitszustands überall im Haus installieren. Einzig Maes Exfreund Mercer ist die, durch den Circle getriebene, technologische Entwicklung weg von Privatsphäre zu immer mehr Transparenz zu viel.&lt;/p>
&lt;p>Mae hingegen rutscht immer tiefer in die Denkstrukturen ihres Arbeitgebers hinein und wird irgendwann komplett gläsern, indem sie stets eine SeeChange-Kamera bei sich trägt und ihr komplettes Leben live an ihre wachsende Zuschauerzahl überträgt – durchaus als PR-Element des Circle. Auch Politiker geben sich zunehmend diesem Trend hin, denn: Transparenz ist ja gut, wir als Gesellschaft haben ein Recht darauf, zu wissen, was sie tun. Es ist besser für alle. Und so zieht sich die Handlung weiter, hin auf das Endziel: Die „Completion“ des Circles.&lt;/p>
&lt;p>Ich hatte beim Lesen ein sehr unangenehmes Gefühl, das über die (vom Autor natürlich intentionierte) Ablehnung der vorgestellten Technologien hinausgeht. Irgendwas passt nicht, ist nicht stimmig, und ich stimme dem Inhalt nicht zu. Aber ich kann auch den Finger nicht genau drauflegen, was genau mich stört. So krass manche Sachen im Roman manchmal sind, so weit weg von der Realität ist das nicht. Einige der gerade am Anfang beschriebenen Praktiken sind durchaus Silicon-Valley-tauglich.&lt;/p>
&lt;p>Was stört mich also? Meine erste These war tatsächlich: Meine unergründbare Ablehnung sagt mir, das stimmt, was gesagt wird, ich dem aber unbewusst nicht zustimmen will. Dass ich wegschauen möchte, in welche Richtung sich unsere Gesellschaft entwickelt, und dass mir genau das beim Lesen des Buchs bewusst wird.&lt;/p></content></entry><entry><title type="html">Pulse of Europe</title><link href="https://blog.liwde.de/posts/2017/pulse-of-europe/"/><id>https://blog.liwde.de/posts/2017/pulse-of-europe/</id><author><name>Lukas Heimann</name></author><published>2017-04-23T00:00:00+00:00</published><updated>2017-04-23T00:00:00+00:00</updated><content type="html">&lt;em>Ein Text für das offene Mikrofon&lt;/em>&lt;br />&lt;img class="webfeedsFeaturedVisual" src="https://blog.liwde.de/posts/2017/pulse-of-europe/pulse-of-europe_hu11608920766925457718.jpg" />&lt;p>Eigentlich bin ich ja nicht der Typ, der sich bei so einer Veranstaltung mit einer klaren Meinung vor die Menge stellt. Häufig fehlt mir diese Meinung einfach, weil ich zu vielen Dingen skeptisch gegenüberstehe, Pro &lt;em>und&lt;/em> Contra sehe, gerade, wenn ich sie für grundsätzlich gut halte.&lt;/p>
&lt;p>Für mich ist Europa nicht das essentielle Friedensprojekt, ohne das hier jetzt Krieg ausbrechen würde. Da bin ich vielleicht in der falschen Zeit für aufgewachsen. Ich bin auch nicht mit Interrail durch Europa gereist, oder habe bei Erasmus mitgemacht. Und ich bin niemand, der laut ruft: „Wir brauchen die EU, um auf dem Weltmarkt nicht unterzugehen und wirtschaftliche Macht auszuüben.“ Das mag zwar stimmen, ist aber aus mehreren Gründen&lt;sup id="fnref:1">&lt;a href="#fn:1" class="footnote-ref" role="doc-noteref">1&lt;/a>&lt;/sup> ein blödes Argument, nicht nur, weil man damit niemanden wirklich begeistert – „Wirtschaftliche Macht, Yay!“&lt;/p>
&lt;p>Ich bin eher jemand, der sich die &lt;a href="https://pulseofeurope.eu/de/pulse-of-europe/worum-geht-es/">10 Grundthesen&lt;/a> dieser Veranstaltung im Internet nochmal genau anschaut und sich fragt: Wofür stehen wir eigentlich hier? Für Europa, den Kontinent? Für die EU, die Institution? Den Euro, Schengen, …? Wahrscheinlich gibt es aus vielen Gründen&lt;sup id="fnref:2">&lt;a href="#fn:2" class="footnote-ref" role="doc-noteref">2&lt;/a>&lt;/sup> keine Antwort auf diese Frage. Die 10 Grundthesen sprechen in ihren Überschriften immer von Europa, wahrscheinlich, weil das schön konsensfähig ist, streuen im Fließtext dann aber schön die EU ein. Und ich sitze dann da und frage mich: „Ist ja clever, aber muss ich wirklich so manipuliert werden?“&lt;/p>
&lt;p>Trotzdem bin ich für die Sache absolut zu haben. Europa ist gut und wichtig. Vor zwei Wochen, hat eine der jüngeren Rednerinnen hier gesagt: „Meine ältere Schwester ist gerade bei ihrer Austauschschülerin in Frankreich. Das finde ich cool, das will ich auch machen, wenn ich alt genug bin.“ Und diese Aussage finde ich unglaublich wertvoll, weil…&lt;/p>
&lt;p>Menschen haben Vorurteile. Immer. Wahrscheinlich aus gutem evolutionsbiologischem Grund. Da sitzt mir jemand in der Bahn gegenüber, der fremd und komisch aussieht – da bin ich erst mal vorsichtig. Dann wirkt der auch noch irgendwie islamistisch – da haben mir die Nachrichten gesagt, das sind die schlimmsten. Vernunftgemäß weiß ich, das ist ein Vorurteil, das stimmt wahrscheinlich nicht, die meisten sind voll okay. Trotzdem handle ich nicht so.&lt;/p>
&lt;p>Würde ich aber mehr Menschen aus dieser Gruppe kennen – ihre Kultur, ihre Gebräuche –, dann wäre diese Einsicht jedoch auch emotionaler Art, und nicht mehr nur vernunftgemäß. Dann fallen Vorurteile, ganz radikal. Und das hat die EU (als Institution) für Europa (als Kontinent) mit verschiedensten Maßnahmen geschafft – was solche Aussagen wie die der jungen Rednerin zeigen.&lt;/p>
&lt;p>Und das finde ich furchtbar wichtig und auf jeden Fall schützenswert.&lt;/p>
&lt;div class="footnotes" role="doc-endnotes">
&lt;hr>
&lt;ol>
&lt;li id="fn:1">
&lt;p>Wirtschaftliche Macht für wen denn? Deutschland? Dass das nicht vollumfänglich positiv ist, zeigen die &lt;a href="http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/streit-ueber-exportueberschuesse-amerikas-finanzminister-unversoehnlich-gegenueber-deutschland-14983823.html">Nachrichten&lt;/a>.&amp;#160;&lt;a href="#fnref:1" class="footnote-backref" role="doc-backlink">&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a>&lt;/p>
&lt;/li>
&lt;li id="fn:2">
&lt;p>Legt man sich fest, kriegt man keine Demonstration auf die Beine. Außerdem sollte sich jeder seine Meinung selbst bilden, durchaus auch auf der Veranstaltung selbst, aber sie sollte nicht von oben vorgegeben werden.&amp;#160;&lt;a href="#fnref:2" class="footnote-backref" role="doc-backlink">&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a>&lt;/p>
&lt;/li>
&lt;/ol>
&lt;/div></content></entry><entry><title type="html">Perspektivwechsel</title><link href="https://blog.liwde.de/posts/2017/perspektivwechsel/"/><id>https://blog.liwde.de/posts/2017/perspektivwechsel/</id><author><name>Lukas Heimann</name></author><published>2017-04-01T00:00:00+00:00</published><updated>2017-04-01T00:00:00+00:00</updated><content type="html">&lt;img class="webfeedsFeaturedVisual" src="https://blog.liwde.de/posts/2017/perspektivwechsel/perspektivwechsel_hu15695731329874052428.png" />&lt;h1 id="teil-1-durlach">Teil 1: Durlach&lt;/h1>
&lt;p>Wenn ich zur Arbeit pendele, hält meine S-Bahn morgens als erstes und abends als vorletztes in Karlsruhe-Durlach. Gerade abends ist dieser Stopp für mich ein Sinnbild für Feierabend geworden. Mit einem Großteil der anderen Passagiere verlassen auch viele meiner Kommilitonen den Wagen, bevor die S-Bahn gerade um diese Jahreszeit zu Sonnenuntergang in entspanntem Tempo in den Hauptbahnhof einrollt.&lt;/p>
&lt;p>Kürzlich habe ich mich daran erinnert, wie ich das erste mal in Durlach am Bahnhof gestanden habe. Nach einer mehrtägigen Einführungsveranstaltung für mein Studium hatte man uns dort abgesetzt. Mit der Öffi-App, dem lokalen Abfahrtplan, und wahrscheinlich auch der Hilfe meiner Kommilitonen konnte ich damals das Gleis für die Rückfahrt in meine frisch bezogene Wohnung finden. Ich weiß noch genau, wie froh ich war, die Tür hinter mir zuziehen und in mein eigenes, ruhiges Bett fallen zu können.&lt;/p>
&lt;p>Was mir allerdings jetzt erst auffällt, ist, wie sehr sich der Ort doch verändert hat. Ich erinnere mich noch genau, wie sonnig es war. Wie der Bahnhof für meinen Geschmack zu viele Gleise hatte, dafür, dass es doch gar nicht der Hauptbahnhof ist. Wie verlassen von Zügen, aber wie voll von Menschen alles war. Wie ich wahrscheinlich mit der effektiv schlechtesten Verbindung nach Hause gefahren bin, weil ich dem Karlsruher Verkehrsverbund noch nicht vollständig vertraut habe.&lt;sup id="fnref:1">&lt;a href="#fn:1" class="footnote-ref" role="doc-noteref">1&lt;/a>&lt;/sup>&lt;/p>
&lt;p>Das hat alles nichts mehr mit dem Durlacher Bahnhof zu tun, den ich jetzt kenne. Der halt Gleise für den KVV und Gleise für den Schienenverkehr der Deutschen Bahn hat. In dem es einen Subway gibt, in dem ich schon ein paar mal nach Feierabend noch mit Freunden ein Sandwich gegessen habe. In dem die Sonne nicht blendet, sondern Zeichen für einen angenehm warmen Feierabend sein kann. Oder in ihrer Abwesenheit vielleicht für einen regnerischen – immerhin weiß ich jetzt, wie ich schnell (und trocken) nach Hause kommen kann.&lt;/p>
&lt;p>Aber eigentlich hat sich – im Gegensatz zu weiten Teilen der Karlsruher Innenstadt, in der man ja die Straßenbahn vergraben möchte – recht wenig verändert. Nur die Selbstverständlichkeit, mit der ich der Situation (Bahn, Bahnhof, obligatorische 5-minütige Verspätung) begegne. Ich glaube, manchmal braucht man solche Einsichten, um die unglaublich schönen Momente solcher Selbstverständlichkeiten zu begreifen.&lt;/p>
&lt;script defer src="https://blog.liwde.de/js/jquery-3.2.1.min.js">&lt;/script>&lt;script defer src="https://blog.liwde.de/js/lightbox.min.js" onload="lightbox.option({'albumLabel': 'Bild %1 von %2','wrapAround': true});">&lt;/script>&lt;link rel="stylesheet" href="https://blog.liwde.de/css/lightbox.min.css">&lt;script defer src="https://blog.liwde.de/js/photoset.min.js">&lt;/script>
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&lt;/div></content></entry><entry><title type="html">Einmal Europa bitte!</title><link href="https://blog.liwde.de/posts/2017/einmal-europa-bitte/"/><id>https://blog.liwde.de/posts/2017/einmal-europa-bitte/</id><author><name>Lukas Heimann</name></author><published>2017-03-30T00:00:00+00:00</published><updated>2017-03-30T00:00:00+00:00</updated><content type="html">&lt;em>Eindrücke von einer Demonstration&lt;/em>&lt;br />&lt;img class="webfeedsFeaturedVisual" src="https://blog.liwde.de/posts/2017/einmal-europa-bitte/einmal-europa-bitte_hu13219745381603286298.png" />&lt;p>Jeden Sonntagmittag um 14 Uhr findet in Karlsruhe, wie in vielen anderen Städten in Deutschland und dem Rest von Europa auch, eine &lt;em>Pulse of Europe&lt;/em>-Demonstration statt. Es fällt mir immer ein bisschen schwer, in Worte zu fassen, worum es da genau geht, ohne komisch zu klingen. „Pulse of Europe ist eine Bewegung der bürgerlichen Mitte für ein einiges Europa“ ist die beste Definition, die mir so spontan eingefallen ist. Wikipedia definiert die Aktionen so: &lt;a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Pulse_of_Europe">„Pulse of Europe ist eine 2016 in Frankfurt am Main gegründete überparteiliche und unabhängige Bürgerinitiative mit dem Ziel, den europäischen Gedanken wieder sichtbar und hörbar (zu) machen.“&lt;/a>&lt;/p>
&lt;p>Wirkliche Beachtung hat die Aktion Anfang des Monats gewonnen – einzelne meiner Follower auf Twitter haben Bilder mit dem Hashtag #PulseOfEurope aus Bonn gepostet, und in dem Moment war ich schon daran interessiert, ob diese Veranstaltung auch in Karlsruhe existiert. Sogar die Tagesthemen haben abends über die Aktion berichtet. Und so war es nur eine Frage der Zeit – nämlich „wann ist das nächste Mal Sonntag“ – bis ich auch die Demonstration besuchen würde.&lt;/p>
&lt;h1 id="parallelen">Parallelen&lt;/h1>
&lt;p>Auf dem Weg zum Veranstaltungsort, dem Platz der Grundrechte, musste ich zurückdenken an eine ähnliche Situation vor zwei Jahren. Die Pegida-Spaziergänge waren gerade groß im Kommen, hier in Karlsruhe heißt der Ableger inzwischen „Karlsruhe wehrt sich“ und wird als radikaler als das Dresdner Vorbild eingeschätzt. Damals bin ich mit einem Kommilitonen auch aus Interesse an der Situation und den Gegendemonstranten zum Europaplatz gegangen. &lt;a href="https://blog.liwde.de/posts/2015/einmal-pegida-bitte/">Einzelheiten kann man im Artikel von damals nachlesen&lt;/a>, aber ein paar Dinge seien hier nochmal gesagt:&lt;/p>
&lt;p>Die Spaziergänge fanden und finden immer Montagabends statt – vor der Zeitumstellung dunkel und irgendwie kalt und bedrohlich. Nach den Erfahrungen der vorigen Wochen war damals viel Polizei anwesend, die Demonstranten und Gegendemonstranten voneinander trennen sollte. Beamte in Schutzausrüstung, die bei mir irgendwie eher für Unruhe anstelle eines Gefühls von Sicherheit gesorgt haben. Letztendlich sind wir nur auf Seite der Gegendemonstranten gewesen und gar nicht zu den Pegidisten durchgekommen – was ich irgendwo schade fand, weil ich mich gerne inhaltlich mit ihren Positionen auseinandergesetzt hätte. Was sagen sie? Ist das fundiert? Kann ich argumentativ vielleicht Widersprüche aus ein paar Anwesenden herauskitzeln, oder muss ich einigen Punkten vielleicht sogar zustimmen?&lt;sup id="fnref:1">&lt;a href="#fn:1" class="footnote-ref" role="doc-noteref">1&lt;/a>&lt;/sup> Letztendlich haben aber die Trommeln der Gegendemonstranten die Reden der Pegida-Anhänger übertönt; einzig Fetzen der deutschen Nationalhymne sind bis zu mir und meinem Kommilitonen durchgedrungen.&lt;/p>
&lt;p>Aber das sollte dieses Mal anders sein. Auch wenn das Wetter am Wochenende zuvor wesentlich besser gewesen war, war es – schlicht der Tageszeit geschuldet – angenehm und beruhigend hell. Die Grundstimmung war eine ganz andere, mit den Menschen, die einfach ihr Wochenende in der Innenstadt und am Karlsruher Schloss genießen. Und dazwischen die kleine Demonstration, für die eigentlich eine bessere Bezeichnung gefunden werden müsste. Denn es gab keine Transparente oder Parolen skandierende Demonstranten – im Gegenteil. Man wurde begrüßt von einer netten Frau, die eine kleine Europa-Fahne aus Plastik und Schoko-Taler mit EU-Logo drauf verteilt hat.&lt;sup id="fnref:2">&lt;a href="#fn:2" class="footnote-ref" role="doc-noteref">2&lt;/a>&lt;/sup> Anwesend waren Menschen aller Altersklassen, Studenten, Rentner mit ihren Enkeln, Familien, sogar ein Säugling eingewickelt in eine Europa-Fahne schlafend am Bauch seines Vaters. Am Rand hat man Plakate aufgehängt und daneben ein paar Eddings: „Europa ist für mich…“ – „Das kann Europa gut…“ – „Wir brauchen Europa, weil…“. Und die Leute haben Dinge aufgeschrieben, von offenen Grenzen über Menschenrechte und Humanismus bis hin zu Wirtschaftsmacht und freiem Handel.&lt;/p></content></entry><entry><title type="html">Gleis 8</title><link href="https://blog.liwde.de/posts/2017/gleis-8/"/><id>https://blog.liwde.de/posts/2017/gleis-8/</id><author><name>Lukas Heimann</name></author><published>2017-02-05T00:00:00+00:00</published><updated>2017-02-05T00:00:00+00:00</updated><content type="html">&lt;img class="webfeedsFeaturedVisual" src="https://blog.liwde.de/posts/2017/gleis-8/gleis-8_hu2556385796578045022.png" />&lt;p>So ein Bahnhof ist ja schon ein paradoxer Ort, stelle ich fest, als ich die S-Bahn verlasse und auf den Bahnsteig trete. Ein Ort voller unterschiedlicher, widersprüchlicher Gefühle, voller Leben – insbesondere an diesem warmen Freitagabend im Spätsommer. Am gegenüberliegenden Gleis hält ein Intercity, Menschen steigen ein und aus.&lt;/p>
&lt;p>Ich stelle mir vor, was sie gerade denken. Ein blondes Mädchen mit roter, weiß gepunkteter Tasche fällt aus der Tür einem Jungen in den Arm, der wahrscheinlich ihr Freund ist, der versucht cool zu bleiben und sich nicht anmerken zu lassen, dass er sie vermisst hat, und zumindest für die nächsten paar Tage nicht mehr weggehen lässt. Einen halben Wagen weiter ist die genau umgekehrte Szene. Er, Ende 20, mit Anzug und unauffälligem Rollkoffer, küsst seine Verlobte, flüstert ihr wahrscheinlich ins Ohr, dass er schon bald wieder zurück sein wird, und dreht sich in Richtung Tür.&lt;/p>
&lt;p>Dort reicht ein älterer Mann, dessen weiße Haare unter seinem Hut hervorragen, gerade seiner Frau die Hand, um ihr beim Einsteigen zu helfen. Vielleicht fahren sie übers Wochenende irgendwohin in den Urlaub, oder besuchen ihre Kinder in einer anderen Stadt. Die Frau lächelt ihn an und lässt seine Hand nicht mehr los, als sie den Zug betreten hat. Und ich lächle auch.&lt;/p>
&lt;p>In Richtung des Vaters und der Mutter, deren Tochter gerade mit schwerem Rucksack bepackt ganz offensichtlich von einer halben Weltreise – mindestens von ein paar Wochen Abenteuern mit Freunden – zurückkommt, und die offensichtlich froh sind, dass es ihr gut geht. In Richtung der Gruppe Männer mittleren Alters im Wanderoutfit und mit Bierdosen in der Hand. Und auch aufmunternd in Richtung des Mannes, der zu einem Fenster winkt, gegen das von innen die Hand seines Freundes gepresst ist, der mit den Tränen ringt. Egal, wie lange die beiden getrennt sein werden, ich weiß, sie werden sich wieder sehen, irgendwann – und dann einander in die Arme fallen wie der Junge und das Mädchen mit der rot-weißen Tasche.&lt;/p>
&lt;p>Und natürlich lächle ich auch dich an, als du mir am Bahnsteig entgegen kommst und sich dein linker Mundwinkel zu einem schiefen Lächeln hebt. Ich beschleunige meine Schritte für die verbleibenden Meter, die mich von deinen Armen trennen.&lt;/p>
&lt;p>„Ich habe dich vermisst“, flüsterst du mir ins Ohr.&lt;/p>
&lt;p>„Die ganze Zeit, seit dem Frühstück… Das muss richtig hart gewesen sein“, antworte ich augenzwinkernd, stelle mich auf die Zehenspitzen und drücke dir einen Kuss in den Dreitagebart. Du hebst kurz eine Augenbraue, doch statt des ironisch-empörten „Hey“, das ich erwartet hatte, wandert deine Hand an meinem Rücken hoch bis in meine Haare, und du küsst mich auf den Mund. Ich drücke in der Umarmung noch ein letztes Mal fester zu, bevor ich dich langsam loslasse.&lt;/p>
&lt;p>„Wie war dein Tag?“, frage ich, während meine Finger die deinen suchen.&lt;/p>
&lt;p>„Gut“, antwortest du und drückst einmal kurz meine Hand.&lt;/p>
&lt;p>„Was hältst du davon, wenn wir mal was Verrücktes machen“, sagst du und wirbelst mich herum. „Lass uns gemeinsam weglaufen. Jetzt, hier. Der IC fährt durch bis Stralsund, und das Meer hat die Farbe der Freiheit.“&lt;/p>
&lt;p>Ich bin kurz verwirrt. „Weglaufen? Aber… wir haben doch…“&lt;/p>
&lt;p>„Termine?“, unterbrichst du mich, „Die können warten. Das ist wahrscheinlich die letzte Chance vor dem Winter!“&lt;/p>
&lt;p>„Aber wir können doch jetzt nicht einfach wegfahren. Ich bin gerade erst angekommen und will nur nach Hause, was essen und vielleicht noch einen Film gucken… Das war ein anstrengender Tag heute.“ Du hebst eine Augenbraue und hältst inne.&lt;/p>
&lt;p>„Erinnerst du dich an die Zeiten, in denen du noch Lieder über wahre Liebe geschrieben hast?“, fragst du unerwartet.&lt;/p>
&lt;p>„Kennst du dieses Gefühl, dass schon alle wirklich wichtigen Worte zu dem Thema gesagt wurden?“, entgegne ich und blicke in deine tiefen Augen.&lt;/p>
&lt;p>Du schüttelst den Kopf: „Du solltest eine wissenschaftliche Abhandlung über die Metaphorik der Selbstzweifel schreiben, wenn du mich fragst.“&lt;/p>
&lt;p>„Wie meinst du das denn jetzt?“&lt;/p>
&lt;p>„Wir sind noch jung! Wir haben noch nicht alles gesehen. Noch nicht alles gesagt, noch nicht alles gemacht. Noch nicht alle Lieder geschrieben.“ Du drehst dich in Richtung des Intercitys, der immer noch am Gleis steht. „Das hier wird dein nächstes Lied, ich versprech’s dir.“ Du hältst mir deine Hand hin.&lt;/p>
&lt;p>„Aber wir haben doch überhaupt keine Sachen gepackt für eine solche Reise“, schüttele ich den Kopf, muss aber auch ein bisschen lachen. „Was willst du machen, wenn wir angekommen sind? Im Bahnhof übernachten?“ Ich blicke in Richtung Ausgang. „Lass uns lieber nach Hause gehen.“&lt;/p>
&lt;p>„Und dann werden wir alt und vergessen“, sagst du theatralisch, „unser einziges Lebenszeichen die ‚zuletzt online‘-Angabe bei WhatsApp, und auf unserem Grabstein wird stehen: ‚Hinter ihren Möglichkeiten zurückgeblieben‘.“ Du malst den Umriss mit den Händen in die Luft, und ich muss lächeln. „Sei doch mal mutig“, forderst du mich heraus. „Tanz mit dem Leben!“&lt;/p>
&lt;p>Ich habe immer zu mir selbst gesagt, derjenige, der mich zum Tanzen bringt, ist der richtige für mich. Und eigentlich habe ich gedacht, das hättest du bislang noch nicht geschafft.&lt;/p>
&lt;p>Aber wir haben getanzt, strahlen deine Augen, weißt du nicht mehr? Walzer, im Regen, vor dem Kino. An den Film erinnere ich mich schon gar nicht mehr. Nur an die wirbelnden Lichter der Stadt.&lt;/p>
&lt;p>Irgendwo knarzt eine Durchsage. Irgendwo ertönt eine Trillerpfeife. Eine Taube fliegt über die Gleise hinweg und landet auf einer verlassenen Sitzbank. Das Rauschen der Menge verblasst, und der Intercity ruht immer noch am Gleis.&lt;/p>
&lt;p>„Du hattest doch mal diese Metapher in einer deiner Kurzgeschichten… ‚Wir haben den letzten Zug verpasst‘“, zitierst du.&lt;/p>
&lt;p>„‚Aber er wäre eh in die falsche Richtung gefahren‘“, ergänze ich.&lt;/p>
&lt;p>„Also ich sehe hier noch mindestens einen Zug, der heute noch fährt. Und in welche Richtung, ist doch eigentlich vollkommen egal.“&lt;/p>
&lt;p>„Weil wir zusammen sein werden.“&lt;/p>
&lt;p>Du lächelst. Dann machst du einen Schritt nach hinten, über die kleine Lücke zwischen Bahnsteig und Trittbrett, und steigst in den Zug ein.&lt;/p></content></entry><entry><title type="html">Print ist tot – Lang lebe Print!</title><link href="https://blog.liwde.de/posts/2017/print-ist-tot/"/><id>https://blog.liwde.de/posts/2017/print-ist-tot/</id><author><name>Lukas Heimann</name></author><published>2017-02-01T00:00:00+00:00</published><updated>2017-02-01T00:00:00+00:00</updated><content type="html">&lt;em>Gedanken über Medien&lt;/em>&lt;br />&lt;img class="webfeedsFeaturedVisual" src="https://blog.liwde.de/posts/2017/print-ist-tot/print-ist-tot_hu8654579928230431889.jpg" />&lt;p>Douglas Adams, Autor der Romanreihe &lt;em>Per Anhalter durch die Galaxis&lt;/em>, hat bereits 1995, als &lt;em>Spiegel Online&lt;/em> nicht mal ein Jahr alt war, für das Technologie-Magazin &lt;em>Wired&lt;/em> einen Artikel über Innovation und ihre Auswirkungen auf die Medien geschrieben: „Einige der revolutionärsten neuen Ideen beruhen darauf, daß jemand etwas Altes entdeckt, das weggelassen werden kann, statt sich was Neues einfallen zu lassen, das man hinzufügen könnte.“&lt;/p>
&lt;p>In seinen folgenden Ausführungen berichtet er vom &lt;em>Walkman&lt;/em>, der einfach ein Kassettenrekorder ohne Verstärker und Lautsprecher ist. Er erklärt, dass man auch einfach Teile des Problems weglassen kann, wie alle Ziffern größer 1, um einen Computer zu bauen. Und, für uns am wichtigsten: Aus dem Modell „Zeitschrift“ lassen wir einfach „die Idee anständig gebundener und verkaufter Stapel von zu Hochglanzpapier verarbeitetem Holzbrei“ weg – die Leser erhalten trotzdem „eine Konzentration des Stoffes […], an dem sie interessiert sind, und das in einer Form, die leicht zu finden ist, mit dem zusätzlichen Vorteil, daß sie einfach nahtlos auf alle möglichen verwandten Materialien verweisen kann“.&lt;/p>
&lt;p>Schon damals hat sich Douglas Adams die Frage gestellt, wie man diese neue Form des Mediums in Zukunft finanzieren könne. Denn bislang, so Adams, sei jeder Zeitungsverkauf hauptsächlich der Versuch gewesen, die Druckkosten zu amortisieren, mit denen man auch die journalistische Arbeit finanziert – so wie &lt;em>Xerox&lt;/em> High-Tech-Kopierer entwickle, um einen (profitablen) Markt für Tonerpatronen zu schaffen.&lt;/p>
&lt;p>Und ab dann wird es utopisch und im Rückblick leider falsch. Einerseits spricht er von Werbung, die online dadurch für alle Beteiligen (insbesondere auch die Werbenden) besser würde, wenn man ihre nervige Auffälligkeit weglässt – ohne Werbeblocker kann &lt;em>ich&lt;/em> das Internet inzwischen nicht mehr aushalten. Andererseits spricht er davon, dass „Leser minimale Beträge dafür zahlen, daß sie beliebte Internetseiten lesen können“, was, so Adams, „wahrscheinlich sofort in in die Tat umgesetzt wird, sobald man im Internet virtuelles Bargeld benutzen kann“. Haha… Ha.&lt;/p>
&lt;p>Jetzt kann man natürlich streiten, ob es wirklich so etwas wie „virtuelles Bargeld“ praktikabel gibt, aber klar ist auch, dass man im Internet sehr einfach Geld für Dinge zahlen kann. Die Frage ist also: Warum zahlen wir nicht? Beziehungsweise, weil ich hier nicht für alle Leser sprechen kann: Warum zahle &lt;em>ich&lt;/em> nicht?&lt;/p></content></entry><entry><title type="html">Über Sinnfragen und ihren Sinn</title><link href="https://blog.liwde.de/posts/2017/ueber-sinnfragen-und-ihren-sinn/"/><id>https://blog.liwde.de/posts/2017/ueber-sinnfragen-und-ihren-sinn/</id><author><name>Lukas Heimann</name></author><published>2017-01-10T00:00:00+00:00</published><updated>2017-01-10T00:00:00+00:00</updated><content type="html">&lt;em>Küchenphilosophie Teil 2&lt;/em>&lt;br />&lt;p>Vor ein paar Tagen hat eine Freundin über den Sinn des Lebens getwittert: „Sinn des Lebens ist es, den Sinn des Lebens nicht zu kennen. Denn wenn man den Sinn des Lebens kenne würde, hätte das Leben keinen Sinn mehr.“&lt;/p>
&lt;p>Diese Aussage deckt sich in gewisser Weise mit zwei Thesen, mit denen Douglas Adams seinen Roman &lt;em>Das Restaurant am Ende der Galaxis&lt;/em> eröffnet: „Es gibt eine Theorie, die besagt, wenn jemals irgendwer genau rausfindet, wozu das Universum da ist und warum es da ist, dann verschwindet es auf der Stelle und wird durch etwas noch Bizarreres und Unbegreiflicheres ersetzt.&lt;/p>
&lt;p>Es gibt eine andere Theorie, nach der das schon passiert ist.“&lt;/p>
&lt;p>Und weil dieses Thema so spannend ist, habe ich mich entschieden, es vor den in der letzten Ausgabe versprochenen Beitrag zu Erkenntnistheorie zu schieben.&lt;/p>
&lt;h1 id="warum-fragen-wir">Warum fragen wir?&lt;/h1>
&lt;p>Die Frage nach dem Sinn des Lebens stellen wir ganz offensichtlich aus Angst. Wir kriegen Panik, wenn wir daran denken, dass wir vielleicht nur ein Zellhaufen mit Haftpflichtversicherung sind. Wir wissen nicht, warum wir die Dinge tun, die wir tun. Und insbesondere fürchten wir uns davor, was nach unserem Tod kommt.&lt;/p>
&lt;p>Schnell jedoch stellt sich heraus: Nach dem Sinn fragen wir eigentlich nur, weil wir erwarten, dass es für unser Leben einen Zweck gibt, der vom Einzelnen unabhängig ist – Sinn ist also, so die allgemeine Vorstellung, etwas extern Vorgegebenes.&lt;/p></content></entry><entry><title type="html">Was die aktuelle Debatte über Fake News bringt</title><link href="https://blog.liwde.de/posts/2017/fake-news/"/><id>https://blog.liwde.de/posts/2017/fake-news/</id><author><name>Lukas Heimann</name></author><published>2017-01-01T00:00:00+00:00</published><updated>2017-01-01T00:00:00+00:00</updated><content type="html">&lt;em>Spoiler: Nichts&lt;/em>&lt;br />&lt;img class="webfeedsFeaturedVisual" src="https://blog.liwde.de/posts/2017/fake-news/fake-news_hu8845731563993052122.jpg" />&lt;p>Seit Donald Trump allen Umfragen zum Trotz zum Präsidenten der USA gewählt wurde und dabei durchaus auch alternativen, rechten Nachrichtenseiten mit fragwürdigem Wahrheitsgehalt Einfluss zugesprochen wurde, ist ein neues Wort in aller Politiker und Journalisten Munde: &lt;em>Fake News&lt;/em>.&lt;/p>
&lt;p>Grundsätzlich finde ich eine offene Debatte um die verschiedensten Probleme unserer Welt gut und freue mich auch immer darüber, wenn sie grundsätzlicher als schlichte Tagespolitik werden. In ihrer aktuellen Form ist die Debatte über &lt;em>Fake News&lt;/em> jedoch meiner Meinung nach mindestens problematisch.&lt;/p>
&lt;p>Wenn man die gerade geführte Debatte nämlich mal zynisch auf einer Metaebene betrachtet, sieht man Menschen, vornehmlich Journalisten, die gerade ihre Glaubwürdigkeit verlieren, mit empörter Stimme fragen: „Warum glaubt uns denn keiner mehr?!“ Statt sich jedoch selbstkritisch damit auseinanderzusetzen, warum man als Lügenpresse beschimpft wird (sehr krass) oder die eigenen Zuschauer oder Leser schwinden und weniger Vertrauen in die journalistische Arbeit haben (weniger drastisch), wird die in Zeiten des Internets immer stärker werdende Konkurrenz von „freien Seiten“ und den sozialen Medien kritisiert.&lt;/p>
&lt;p>Das &lt;a href="https://www.zdf.de/nachrichten/heute-journal/hjo-gesamt-vom-12-dezember-100.html">&lt;em>ZDF heute journal&lt;/em> vom 12. Dezember&lt;/a> widmete sich sehr ausführlich und irgendwie repräsentativ dem Thema. Claus Kleber eröffnet die Sendung mit dem Thema, es gibt einen Einspieler mit Beispielen, Informationen und Politikern und ein Experteninterview, bei dem Interviewer und Interviewter irgendwie ein bisschen aneinander vorbeireden.&lt;/p>
&lt;h1 id="definitionsversuche">Definitionsversuche&lt;/h1>
&lt;p>Aber der Reihe nach. Was sind eigentlich &lt;em>Fake News&lt;/em>? Dieser Begriff, der irgendwie nach der US-Präsidentschaftswahl aus dem Nichts gekommen ist, scheint sich einheitlichen Definitionsversuchen nämlich bislang zu entziehen. Im Einspieler im &lt;em>heute journal&lt;/em> scheint das zunächst ganz simpel; Anhand von drei einfachen Beispielen (unter anderem „Die Kanzlerin sieht in ihrer Diktatur keinen Platz für Demokratie“) wird dem Zuschauer klar gemacht, worum es hauptsächlich geht: Offensichtliche Unwahrheiten. Das mag zwar in vielen der populär gewordenen Fällen stimmen, aber häufig reicht es bei solcher Propaganda ja schon, gezielt kleine Teile der Wahrheit wegzulassen oder anders zu interpretieren, um eine neue, andere Version der „postfaktischen“ Wirklichkeit zu plausibilisieren. Und dann muss man sich schon fragen: Sind nur offensichtliche Falschmeldungen Fake News? Sind es schon unhinterfragt wiedergegebene, falsche Aussagen von Politikern? Sind es schon Geschichten mit wahrem Faktenkern, der aber tendenziös in eine Richtung ausgelegt und interpretiert wird? Ist es die russische Nachrichtenseite &lt;em>Russia Today deutsch&lt;/em>, ihr amerikanisches Gegenstück &lt;em>Breitbart&lt;/em>, die jetzt nach Deutschland expandieren will, oder gar &lt;em>Schmalbart&lt;/em> von dem Internetunternehmer Christoph Kappes, das explizit Gegenpropaganda zu Breitbart publizieren soll? Bis solche Fragen geklärt sind, bleibt &lt;em>Fake News&lt;/em> ein Kampfbegriff ohne Inhalt.&lt;/p></content></entry><entry><title type="html">Das letzte Weihnachtsgedicht</title><link href="https://blog.liwde.de/posts/2016/weihnacht-5/"/><id>https://blog.liwde.de/posts/2016/weihnacht-5/</id><author><name>Lukas Heimann</name></author><published>2016-12-24T00:00:00+00:00</published><updated>2016-12-24T00:00:00+00:00</updated><content type="html">&lt;blockquote>
&lt;p>Im Schnee über die Autobahn.&lt;br>
Ihr fragt euch vielleicht: Na wieso?&lt;br>
Die Antwort werde ich mir spar’n,&lt;br>
denn sie läuft im Radio:&lt;/p>
&lt;p>„Driving home for Christmas“,&lt;br>
denn wie ihr wisst, ja, ist es&lt;br>
das Fest des Beieinander-Sein&lt;br>
bei Weihnachtsbaum und Kerzenschein.&lt;/p>
&lt;p>Doch der Verkehr wird immer dichter&lt;br>
wie der Schnee, der leise fällt.&lt;br>
So sieht man nur die Bremslichter&lt;br>
– die Kolonne hält.&lt;/p>
&lt;p>Ein Mercedes steht links,&lt;br>
ein Toyota dahinter.&lt;br>
Und vor uns ein Truck –&lt;br>
tief im Stau – mit Warnblinker&lt;/p>
&lt;p>Der Fahrer, der Gute,&lt;br>
steht an der Ladeluke.&lt;br>
’ne Menge zu ihm eilt,&lt;br>
weil er Sachen verteilt:&lt;/p>
&lt;p>Holt Cola, Sprite und Fanta raus,&lt;br>
denn er ist es: Santa Claus&lt;/p>
&lt;/blockquote></content></entry><entry><title type="html">Werbung</title><link href="https://blog.liwde.de/posts/2016/weihnacht-4/"/><id>https://blog.liwde.de/posts/2016/weihnacht-4/</id><author><name>Lukas Heimann</name></author><published>2016-12-20T00:00:00+00:00</published><updated>2016-12-20T00:00:00+00:00</updated><content type="html">&lt;em>Ein Weihnachtsgedicht&lt;/em>&lt;br />&lt;blockquote>
&lt;p>Die Haare wallen wild im Wind,&lt;br>
die blonde Mähne, ungetrimmt,&lt;br>
Perfektion – gewiss.&lt;br>
Doch da – erschreckend – Spliss!&lt;/p>
&lt;p>Doch nein, ein Shampoo fällt darnieder&lt;br>
wie der Schnee an kaltem Tag.&lt;br>
Engel singen Weihnachtslieder,&lt;br>
die der Kunde mag.&lt;/p>
&lt;p>Wenn man der Flasche Saum knufft,&lt;br>
dass aus ihr weißer Schaum flufft,&lt;br>
ja dann erwacht die Raum-Luft&lt;br>
mit süßem Weihnachtsbaumduft.&lt;/p>
&lt;p>Das Shampoo trifft die blonden Haare&lt;br>
und ein Wasserstrahl zugleich.&lt;br>
Sie werden schöner dank der Ware:&lt;br>
sanft, geschmeidig, wunder-weich.&lt;/p>
&lt;p>„Cut!“, der Werbespot zu Ende.&lt;br>
Der Regisseur reibt sich die Hände,&lt;br>
denn es liegt mit ’ner Perücke&lt;br>
der Star des Stücks in seiner Krippe.&lt;/p>
&lt;p>Was ich schon etwas trist find’ –&lt;br>
es ist schließlich das Christkind.&lt;/p>
&lt;/blockquote></content></entry><entry><title type="html">Ein Restaurant</title><link href="https://blog.liwde.de/posts/2016/weihnacht-3/"/><id>https://blog.liwde.de/posts/2016/weihnacht-3/</id><author><name>Lukas Heimann</name></author><published>2016-12-15T00:00:00+00:00</published><updated>2016-12-15T00:00:00+00:00</updated><content type="html">&lt;em>Ein Weihnachtsgedicht&lt;/em>&lt;br />&lt;blockquote>
&lt;p>In einem Wald an einer Tanne&lt;br>
steht versteckt ein großes Haus.&lt;br>
Man hört das klirren einer Pfanne –&lt;br>
nur Kenner kennen sich hier aus!&lt;/p>
&lt;p>Doch wenn die ersten Flocken fallen&lt;br>
zu Beginn der Weihnachtszeit&lt;br>
füllen sich die hohen Hallen&lt;br>
und ein Kellner steht bereit.&lt;/p>
&lt;p>„Tisch 24, für Sie reserviert!“,&lt;br>
sagt der kleine Kellner-Mann,&lt;br>
als er die Karte präsentiert;&lt;br>
er hat nur grüne Kleidung an…&lt;/p>
&lt;p>Bald ist bestellt, was man verzehrt,&lt;br>
’nen guten Hauptgang muss man buchen!&lt;br>
Doch essentiell, ja, zum Dessert,&lt;br>
gibt es nur Lebkuchen-Kuchen.&lt;/p>
&lt;p>Der Inhaber mit roter Robe&lt;br>
Serviert höchstselbst den Wein achtsam.&lt;br>
Sagt „Ho, ho, ho“ – es herrscht Getobe,&lt;br>
er ist – sieh an – der Weihnachtsmann!&lt;/p>
&lt;/blockquote></content></entry><entry><title type="html">Nachts im Auto</title><link href="https://blog.liwde.de/posts/2016/weihnacht-2/"/><id>https://blog.liwde.de/posts/2016/weihnacht-2/</id><author><name>Lukas Heimann</name></author><published>2016-12-10T00:00:00+00:00</published><updated>2016-12-10T00:00:00+00:00</updated><content type="html">&lt;em>Ein Weihnachtsgedicht&lt;/em>&lt;br />&lt;blockquote>
&lt;p>Des Nachts der Schnee vom Himmel fällt&lt;br>
– wir im Auto durch die Stadt –,&lt;br>
Nebel umhüllt dicht die Welt,&lt;br>
sodass man wenig Sicht hat.&lt;/p>
&lt;p>Ein Licht erleuchtet rot den Nebel&lt;br>
’ne rote Ampel, ungebeten.&lt;br>
Und während wir am Hilton hielten,&lt;br>
hallten droben die Trompeten.&lt;/p>
&lt;p>Wir warten also, Zeit vergeht,&lt;br>
während unserer Auto steht.&lt;br>
Doch die Ampel springt nicht um,&lt;br>
und wir sitzen wartend, stumm.&lt;/p>
&lt;p>Nach einer Weile steh’ ich auf,&lt;br>
steige aus dem Auto. Drauf&lt;br>
gehe ich zur Ampel hin –&lt;br>
ich will seh’n was da nicht stimmt.&lt;/p>
&lt;p>Doch dann erkenne ich das Licht:&lt;br>
Klar, das was wir seh’n hier,&lt;br>
Ist sicherlich ’ne Ampel nicht,&lt;br>
doch Rudolf, ja, das Rentier.&lt;/p>
&lt;/blockquote></content></entry><entry><title type="html">Fußball</title><link href="https://blog.liwde.de/posts/2016/weihnacht-1/"/><id>https://blog.liwde.de/posts/2016/weihnacht-1/</id><author><name>Lukas Heimann</name></author><published>2016-12-05T00:00:00+00:00</published><updated>2016-12-05T00:00:00+00:00</updated><content type="html">&lt;em>Ein Weihnachtsgedicht&lt;/em>&lt;br />&lt;blockquote>
&lt;p>Über den Rasen rasen&lt;br>
die 22 Nasen&lt;br>
der runden Kugel hinterher –&lt;br>
die ist heute seltsam schwer&lt;/p>
&lt;p>Das Spiel dauert 90 Minuten,&lt;br>
in denen sich die Spieler sputen.&lt;br>
Erst zeitlich ganz kurz vor Schluss&lt;br>
kommt es dann zum Torschuss&lt;/p>
&lt;p>Es fliegt der Ball, rasant gekickt&lt;br>
trifft den Pfosten – ungeschickt! –&lt;br>
und zerplatzt dann grad da&lt;br>
genau wie ’ne Piñata.&lt;/p>
&lt;p>Aus dieser fallen Süßigkeiten,&lt;br>
um die die Spieler müßig streiten.&lt;br>
„Apfel, Nuss und Zimtstern&lt;br>
essen Fußballer bestimmt gern!“,&lt;/p>
&lt;p>ruft in dem Gedränge,&lt;br>
der Schiedsrichter zur Menge.&lt;br>
Und er zieht sein Trikot aus&lt;br>
und steht da, er, der Nikolaus.&lt;/p>
&lt;/blockquote></content></entry><entry><title type="html">Über Schicksal, freien Willen, und warum wir die falschen Fragen stellen</title><link href="https://blog.liwde.de/posts/2016/ueber-schicksal-freien-willen/"/><id>https://blog.liwde.de/posts/2016/ueber-schicksal-freien-willen/</id><author><name>Lukas Heimann</name></author><published>2016-12-04T00:00:00+00:00</published><updated>2016-12-04T00:00:00+00:00</updated><content type="html">&lt;em>Küchenphilosophie Teil 1&lt;/em>&lt;br />&lt;p>Es wäre eine Untertreibung, zu behaupten, im Neologismus sei wenig philosophiert wurden. Gerade die ersten Ausgaben sind voll von (faszinierenden) philosophischen Artikeln unseres Chefredakteurs, die er zwar inzwischen für viel zu unqualifiziert hält, die ich aber manchmal gerne noch lese. Und es gibt dann auch Momente, in denen ich gerne mal selbst meinen Senf dazugeben würde – schließlich lebt Philosophie(ren) von Diskussion. Um den fachlichen Anspruch an mich selbst nicht zu hoch zu legen, soll die (unregelmäßig) erscheinende Reihe unter dem Untertitel „Küchenphilosophie“ laufen, und die Themen mit etwas laxeren Herangehensweisen betrachten. Dabei werde ich, neben Physikern und Philosophen, auch einige popkulturellen Referenzen zur Verdeutlichung verwenden.&lt;/p>
&lt;p>In dieser ersten Ausgabe möchte ich mich der Frage nach freiem Willen und Schicksal widmen, die im Neologismus ja schon fast zu oft gestellt, diskutiert und nicht abschließend beantwortet wurde.&lt;/p>
&lt;h1 id="dualismus-vs-materialismus">Dualismus vs Materialismus&lt;/h1>
&lt;p>Die Diskussion um freien Willen lässt sich auf die beiden Sichtweisen &lt;em>Dualismus&lt;/em> und &lt;em>Materialismus&lt;/em> herunterbrechen. Die Dualisten, häufig Geisteswissenschaftler, gehen davon aus, dass der menschliche Geist etwas von der materiellen Welt Grundverschiedenes und insbesondere nicht von ihren Beschränkungen betroffen ist. Umgekehrt kann der Geist die Wirklichkeit beeinflussen – an dieser Stelle haben wir &lt;em>freien Willen&lt;/em>. Bedeutende Vertreter sind Platon oder Kant, aber auch unser Chefredakteur Florian Kranhold in seinem Artikel &lt;em>Abolitum Arbitrium&lt;/em>.&lt;/p></content></entry><entry><title type="html">America the Beautiful, America the Great</title><link href="https://blog.liwde.de/posts/2016/america-the-beautiful/"/><id>https://blog.liwde.de/posts/2016/america-the-beautiful/</id><author><name>Lukas Heimann</name></author><published>2016-11-29T00:00:00+00:00</published><updated>2016-11-29T00:00:00+00:00</updated><content type="html">&lt;em>Vierter und letzter Teil der East Side Story&lt;/em>&lt;br />&lt;img class="webfeedsFeaturedVisual" src="https://blog.liwde.de/posts/2016/america-the-beautiful/america-the-beautiful_hu13494053419937291265.jpg" />&lt;script defer src="https://blog.liwde.de/js/jquery-3.2.1.min.js">&lt;/script>&lt;script defer src="https://blog.liwde.de/js/lightbox.min.js" onload="lightbox.option({'albumLabel': 'Bild %1 von %2','wrapAround': true});">&lt;/script>&lt;link rel="stylesheet" href="https://blog.liwde.de/css/lightbox.min.css">
&lt;figure class="float-right">
&lt;a href="https://blog.liwde.de/posts/2016/america-the-beautiful/img/2nf1.jpg" data-lightbox="America the Beautiful, America the Great" data-title="I would walk 500 miles…">
&lt;img src="https://blog.liwde.de/posts/2016/america-the-beautiful/img/2nf1_hu12194418303854524864.jpg" srcset="https://blog.liwde.de/posts/2016/america-the-beautiful/img/2nf1_hu12194418303854524864.jpg 1x, https://blog.liwde.de/posts/2016/america-the-beautiful/img/2nf1_hu1366815424158634504.jpg 2x" style="background-color: #28252c;"
alt="I would walk 500 miles…"/>
&lt;/a>&lt;figcaption>
&lt;p>I would walk 500 miles…&lt;/p>
&lt;/figcaption>
&lt;/figure>
&lt;p>Ein kalter Wind weht durch die Stadt und die New Yorker schlagen die Krägen ihrer Mäntel nach oben, als ich an meinem Kaffee „to go“ nippe. Donald Trump ist der 45. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika.&lt;/p>
&lt;p>Liebe Leserinnen, liebe Leser. Dieser letzte Teil meiner Serie aus dem Nordosten der USA soll in erster Linie ein Reisebericht sein. Dennoch wurde ich an vielen Stellen der Strecke unvermeidlich von den Präsidentschaftswahlen verfolgt, die drei Tage vor meiner Reise zurück ins heimatliche Deutschland anstanden. Folgen Sie mir also ein letztes Mal auf meiner Reise durch &lt;em>the home of the brave and the land of the free&lt;/em>.&lt;/p>
&lt;p>Zwei Dinge noch, bevor es losgeht:&lt;/p>
&lt;ol>
&lt;li>
&lt;p>Für die allgemeinen Informationen zu den Städten kann ich nur auf den Artikel von Jonas Mügge im &lt;a href="http://www.neologismus-magazin.de/issue.php?i=16-07">Neologismus vom Juli&lt;/a> verweisen.&lt;/p>
&lt;/li>
&lt;li>
&lt;p>Die hier wiedergegebenen Dialoge mit anderen Menschen sind nach Gedächtnisprotokoll niedergeschrieben und teilweise der Einfachheit halber übersetzt.&lt;/p>
&lt;/li>
&lt;/ol>
&lt;h1 id="washington-dc">Washington, D.C.&lt;/h1>
&lt;figure class="float-left">
&lt;a href="https://blog.liwde.de/posts/2016/america-the-beautiful/img/1dc3.jpg" data-lightbox="America the Beautiful, America the Great" data-title="Capitol">
&lt;img src="https://blog.liwde.de/posts/2016/america-the-beautiful/img/1dc3_hu5047328925654804069.jpg" srcset="https://blog.liwde.de/posts/2016/america-the-beautiful/img/1dc3_hu5047328925654804069.jpg 1x, https://blog.liwde.de/posts/2016/america-the-beautiful/img/1dc3_hu986633422142461382.jpg 2x" style="background-color: #434547;"
alt="Capitol"/>
&lt;/a>&lt;figcaption>
&lt;p>Capitol&lt;/p>
&lt;/figcaption>
&lt;/figure>
&lt;p>Der erste Halt auf meiner Rundreise: Washington D.C., die Bundeshauptstadt der Vereinigten Staaten, benannt nach &lt;em>dem&lt;/em> großen Staatsvater, George Washington. Und ich hätte es nicht erwartet, aber ich habe nochmal einige Grundlagen über amerikanische Geschichte lernen können, zwischen all den Monumenten, Archiven, Museen und historischen Gebäuden. Das ist nämlich das Tolle an Washington: Alles ist so furchtbar nah beieinander und kann in der Regel kostenlos und ohne Voranmeldung besucht werden – und in den vier Tagen habe ich viel gesehen. Vom Nationalarchiv, in dem man Originale der Unabhängigkeitserklärung, der Verfassung der Vereinigten Staaten und dem Bill of Rights betrachten kann (und lernt, wie sie zusammenhängen und warum es sie jeweils gibt); durch das Kapitol, in dem das House of Representatives und der Senate tagen, durch das man sich führen lassen kann, und vor dem schon Ende Oktober die Bühne für den Inauguration Day, den Tag der Amtseinführung des neuen, damals noch nicht bekannten Präsidenten; über die Library of Congress, deren beeindruckenden Lesesaal ich bislang nur aus Templer-Filmen mit Nicholas Cage kannte und den man leider nur durch eine Glasscheibe betrachten durfte; zum Weißen Haus, das sich im Gegensatz zu den anderen Attraktionen schon fast versteckt in seinem Park und hinter Bäumen.&lt;/p></content></entry><entry><title type="html">„Make America Great Again“</title><link href="https://blog.liwde.de/posts/2016/make-america-great-again/"/><id>https://blog.liwde.de/posts/2016/make-america-great-again/</id><author><name>Lukas Heimann</name></author><published>2016-11-05T00:00:00+00:00</published><updated>2016-11-05T00:00:00+00:00</updated><content type="html">&lt;em>Über die Wahlen in den USA – East Side Story, Teil 3&lt;/em>&lt;br />&lt;img class="webfeedsFeaturedVisual" src="https://blog.liwde.de/posts/2016/make-america-great-again/trump_hu17327107368532921896.jpg" />&lt;p>Es ist wohl inzwischen auch dem letzten klar geworden, dass am 8. November in den USA Präsidentschaftswahlen anstehen. Für die meisten Deutschen scheint die Entscheidung zwischen dem republikanischen Kandidaten Donald Trump und der demokratischen Kandidatin Hillary Clinton eine sehr einfache zu sein.&lt;/p>
&lt;p>Ich hatte hier die Chance, mich mit der amerikanischen Sicht auf die Kandidaten auseinanderzusetzen, mich mit einigen Wahlberechtigten zu unterhalten, und sehe das ganze Thema dann doch nicht als so einfache Entscheidung.&lt;/p>
&lt;p>Doch bevor wir in die Probleme der Kandidaten der diesjährigen Wahl einsteigen, möchte ich erst das politische System hier in den USA kurz umreißen.&lt;/p>
&lt;h1 id="politisches-system">Politisches System&lt;/h1>
&lt;p>In den USA setzt sich das politische System, wie in Deutschland auch, aus drei Teilen zusammen: Der Legislative (die Gesetze verabschiedet), der Exekutive (die Gesetze umsetzt und regiert) und der Judikative (dem Gerichtssystem). Anders als in Deutschland gibt es hier in den USA echte Gewaltentrennung: Ist in Deutschland die Bundeskanzlerin Teil als „Chefin“ der Exekutive auch Teil des Bundestages, der Legislative, so kann hier in den USA der Präsident niemals Teil des Parlaments sein.&lt;/p>
&lt;p>Wie in Deutschland besteht das Parlament, auch &lt;em>Congress&lt;/em> genannt, hier aus zwei Kammern: Das &lt;em>House of Representatives&lt;/em> und der &lt;em>Senate&lt;/em>. Diese beiden Kammern sind verantwortlich für Gesetzgebung, sowie Entscheidungen über den Bundeshaushalt.&lt;sup id="fnref:1">&lt;a href="#fn:1" class="footnote-ref" role="doc-noteref">1&lt;/a>&lt;/sup> Das &lt;a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Repr%C3%A4sentantenhaus_der_Vereinigten_Staaten">House of Representatives&lt;/a> besteht aus 435 Abgeordneten, die alle zwei Jahre in den einzelnen &lt;em>Congressional Districts&lt;/em>, vergleichbar mit den deutschen Wahlbezirken, in mit einfacher Mehrheit gewählt werden – quasi die Bundestagswahl nur mit Erststimmen. Der &lt;a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Senat_der_Vereinigten_Staaten">Senate&lt;/a> besteht aus jeweils zwei Abgeordneten pro Bundesstaat (unabhängig von dessen Größe); alle 2 Jahre wird jeweils ein Drittel per einfacher Mehrheit im jeweiligen Bundesstaat neu gewählt.&lt;/p>
&lt;p>Der &lt;a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Pr%C3%A4sident_der_Vereinigten_Staaten">Präsident&lt;/a> ist das Staatsoberhaupt der USA. Alle vier Jahre von der Bevölkerung gewählt (dazu später mehr), ist er außerdem Regierungschef und Oberbefehlshaber der Truppen.&lt;sup id="fnref:2">&lt;a href="#fn:2" class="footnote-ref" role="doc-noteref">2&lt;/a>&lt;/sup> Anders als die Bundeskanzlerin in Deutschland hat ein Präsident hier höchstens zwei Amtszeiten. Der amerikanische Präsident hat ein Vetorecht gegen Gesetzesentwürfe aus dem Kongress, das allerdings mit Zwei-Drittel-Mehrheit in beiden Kammern übergangen werden kann. Außerdem ernennt der Präsident die Richter des &lt;em>Supreme Court&lt;/em>, dem obersten Gerichtshof der USA vergleichbar mit dem deutschen Bundesverfassungsgericht. Da der Präsident nicht vom Kongress gewählt wird, kann es vorkommen, dass die Partei, der er angehört, keine Mehrheit in den Kammern hat. Außerdem kann er vom Kongress seines Amtes enthoben werden, man spricht von &lt;em>Impeachment&lt;/em>.&lt;/p></content></entry><entry><title type="html">Bon Iver: 715 – CRΣΣKS</title><link href="https://blog.liwde.de/posts/2016/bon-iver-715-creeks/"/><id>https://blog.liwde.de/posts/2016/bon-iver-715-creeks/</id><author><name>Lukas Heimann</name></author><published>2016-11-02T00:00:00+00:00</published><updated>2016-11-02T00:00:00+00:00</updated><content type="html">&lt;em>Ein Interpretationsversuch&lt;/em>&lt;br />&lt;img class="webfeedsFeaturedVisual" src="https://blog.liwde.de/posts/2016/bon-iver-715-creeks/bon-iver-715-creeks_hu12909429012014209048.jpg" />&lt;blockquote>
&lt;p>Down along the creek&lt;br>
I remember something&lt;br>
Her, the heron hurried away&lt;br>
When first I breeched that last Sunday&lt;/p>
&lt;/blockquote>
&lt;blockquote>
&lt;p>Low moon don the yellow road&lt;br>
I remember something&lt;br>
That leaving wasn’t easing&lt;br>
All that heaving in my vines&lt;br>
And as certain it is evening ‘at is NOW is not the Time’&lt;/p>
&lt;/blockquote>
&lt;blockquote>
&lt;p>Toiling with your blood&lt;br>
I remember something&lt;br>
In B, un—rationed kissing on a night second to last
Finding both your hands&lt;br>
As second sun came past the glass&lt;br>
And oh, I know it felt right&lt;br>
And I had you in my grasp&lt;/p>
&lt;/blockquote>
&lt;blockquote>
&lt;p>Oh, then how we gonna cry?&lt;br>
Cause it once might not mean something?&lt;br>
Love, a second glance&lt;br>
It is not something that we’ll need&lt;br>
Honey, understand that I have been left here in the reeds&lt;br>
But all I’m trying to do is get my feet out from the crease&lt;/p>
&lt;/blockquote>
&lt;blockquote>
&lt;p>And I see you&lt;br>
Turn around, you’re my A-Team&lt;br>
Turn around, now, you’re my A-Team&lt;br>
God damn, turn around now&lt;br>
You’re my A-Team&lt;/p>
&lt;/blockquote>
&lt;blockquote>
&lt;p>&lt;a href="https://www.youtube.com/watch?v=P_Fx1yq3A8M">— Bon Iver: &lt;em>715 – CRΣΣKS&lt;/em>&lt;/a>&lt;/p>
&lt;/blockquote>
&lt;p>&lt;em>Bon Iver&lt;/em>, eine künstlerisch abgewandelte Form des französischen „bon hiver“, „Schöner Winter“, ist das Singer-Songwriter-Projekt des Sängers, Gitarristen und Organisten Justin Vernon, wie &lt;a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Bon_Iver">Wikipedia&lt;/a> treffend zusammenfasst. Ich bin damals durch meinen Bruder auf den Künstler gebracht worden, dessen melancholische Musik irgendwie einen ganz besonderen Klang hat. Nach fünf Jahren Pause gibt es jetzt wieder ein neues Album von Bon Iver, das auf dem YouTube-Channel des Künstlers in einer Reihe von sehr künstlerischen Lyric-Videos anzuhören ist.&lt;/p>
&lt;p>Viele Fans, darunter auch mein Bruder, werfen dem neuen Album einen starken Stilbruch vor und nennen die Musik nicht zu unrecht „komisch“. Es ist nämlich ganz ohne Zweifel keine Musik, die man einfach mal nebenher hört; sie verlangt im Gegenteil, aktiv wahrgenommen zu werden. Und das ist etwas, was ich gemacht habe, als ich das zweite Mal &lt;a href="https://www.youtube.com/watch?v=P_Fx1yq3A8M">&lt;em>715 – CRΣΣKS&lt;/em>&lt;/a> gehört habe. Zuerst hat mich das Lied gestört, weil es nur aus einem obskur ge-autotune-ten Sänger besteht. Dann haben mich jedoch die Stimmung des Liedes und seine Metaphorik so sehr mitgenommen, dass ich mir in den Kopf gesetzt habe, zu verstehen, was uns der Sänger eigentlich mitteilen möchte und worum es in dem Text geht – oder das zumindest zu versuchen. Ein strukturierteres Resultat als den von mir in kleiner Schrift vollgekritzelten DIN-A4-Zettel möchte ich hier präsentieren. Es mag vielleicht manchmal so klingen, als würde ich komplett überinterpretieren, aber der komplette Aufbau des Liedes als Gesamtkunstwerk verlangt so eine Interpretation.&lt;/p></content></entry><entry><title type="html">Müde</title><link href="https://blog.liwde.de/posts/2016/muede/"/><id>https://blog.liwde.de/posts/2016/muede/</id><author><name>Lukas Heimann</name></author><published>2016-10-24T00:00:00+00:00</published><updated>2016-10-24T00:00:00+00:00</updated><content type="html">&lt;script defer src="https://blog.liwde.de/js/jquery-3.2.1.min.js">&lt;/script>&lt;script defer src="https://blog.liwde.de/js/lightbox.min.js" onload="lightbox.option({'albumLabel': 'Bild %1 von %2','wrapAround': true});">&lt;/script>&lt;link rel="stylesheet" href="https://blog.liwde.de/css/lightbox.min.css">
&lt;figure class="float-left">
&lt;a href="https://blog.liwde.de/posts/2016/muede/bild.png" data-lightbox="Müde" data-title="">
&lt;img src="https://blog.liwde.de/posts/2016/muede/bild_hu14357930802945207194.png" srcset="https://blog.liwde.de/posts/2016/muede/bild_hu14357930802945207194.png 1x, https://blog.liwde.de/posts/2016/muede/bild_hu14942229521052193432.png 2x" style="background-color: #32383c;"/>
&lt;/a>
&lt;/figure>
&lt;p>Zu viel gerannt anstatt gegangen&lt;br>
In Nebensächlichkeit verfangen&lt;br>
Die Welt war kürzlich ziemlich rüde&lt;br>
Ich bin müde.&lt;/p>
&lt;p>Zu viel geeilt und nicht verweilt&lt;br>
Wenig Zeit ausgefeilt aufgeteilt&lt;br>
Ich frag mich, wie man das schafft bloß&lt;br>
Ich bin kraftlos.&lt;/p>
&lt;p>Zu viel Lärm und zu viel Krach&lt;br>
Ich vermiss’ die Zeit am Bach&lt;br>
Und liege nachts dann doch nur wach&lt;br>
Ich bin schwach.&lt;/p>
&lt;p>Und da bist du.&lt;br>
Die in sich ruht&lt;br>
Lächelst mir zu&lt;br>
Alles wird gut.&lt;/p></content></entry><entry><title type="html">How to be American</title><link href="https://blog.liwde.de/posts/2016/how-to-be-american/"/><id>https://blog.liwde.de/posts/2016/how-to-be-american/</id><author><name>Lukas Heimann</name></author><published>2016-10-13T00:00:00+00:00</published><updated>2016-10-13T00:00:00+00:00</updated><content type="html">&lt;em>East Side Story – Teil 2&lt;/em>&lt;br />&lt;img class="webfeedsFeaturedVisual" src="https://blog.liwde.de/posts/2016/how-to-be-american/how-to-be-american_hu13402182435344976964.png" />&lt;blockquote>
&lt;p>And I won’t forget the men who died, who gave that right to me.&lt;br>
And I’d gladly stand up next to you and defend her still today.&lt;br>
‘Cause there ain’t no doubt I love this land, God bless the U.S.A.”&lt;/p>
&lt;/blockquote>
&lt;blockquote>
&lt;p>&lt;a href="https://vimeo.com/39383894">Lee Greenwood, Proud to be an American&lt;/a>&lt;/p>
&lt;/blockquote>
&lt;p>Herzlich willkommen zum zweiten Teil meines Reiseberichts aus den (großartigen) Vereinigten Staaten von Amerika. Wie bereits angekündigt, werde ich mich in diesem Teil besonders auf die Eigenarten des Landes und seiner Bewohner konzentrieren. Denn – und das kann ich zweifelsohne sagen – hier ist einiges anders als in Deutschland.&lt;/p>
&lt;p>Auch wenn es vielleicht manchmal so klingt: Ich will nicht sagen, dass das hier schlecht ist – ich finde nur manche Dinge, wie die Tatsache, dass Gemüsebrühe hier in Tetra-Packs statt Pulverform verkauft wird, schon ein bisschen lustig. Und genau diese kleinen Geschichten möchte ich mit euch, liebe Leser, teilen.&lt;/p>
&lt;h1 id="im-auto">Im Auto&lt;/h1>
&lt;p>Ohne Auto geht hier gar nichts. Ich käme nicht zur Arbeit, nicht zum Einkaufen, noch nicht mal weg vom Apartmentkomplex in dem ich untergebracht bin. Folglich haben so ziemlich alle Amerikaner (außer vielleicht jene, die in den Städten wohnen, in denen es echten ÖPNV gibt) ein Auto.&lt;/p>
&lt;p>Und ganz grundsätzlich lässt sich feststellen: Verkehrsregeln sind erst mal optional, wenn nicht explizit ein Schild dransteht, dass bestimmtes Verhalten verbietet. An Ampeln an der Haltelinie halten? Macht keiner. Außer, es steht ein Schild da: „Stop here on red“, mit einem kleinen Pfeil der auf die Haltelinie am Boden zeigt. Auf einer mehrspurigen Straße als langsamerer Fahrer möglichst rechts fahren? Erst, wenn ein Schild dran steht.&lt;/p>
&lt;p>Auch ganz offensichtliche Sachverhalte werden durch Schilder nochmals klargestellt: Wenn einem der große Pfeil auf dem Boden noch nicht gezeigt hat, dass man sich auf einer Linksabbiegerspur befindet, tut es definitiv das Schild: „Left Lane must turn left“. Und an der Linksabbiegerampel, die wie in Deutschland mit Pfeilsymbolen leuchtet, steht zur Sicherheit auch noch ein Schild: „Left turn signal“. Wenn es keinen Grünpfeil für Linksabbieger gibt, steht an der Ampel der offensichtliche Hinweis: „Yield on green“ – man soll also dem Gegenverkehr Vorfahrt gewähren als Linksabbieger, wer wäre da drauf gekommen? Manchmal findet man auch Ampeln, die mit dem Hinweis „Wait for green“ gekennzeichnet sind. Auf den ersten Blick ganz amüsant, weil, wofür sonst die Ampel, aber in Amerika dann doch relevant: Man darf nämlich an Kreuzungen mit Ampel auch abbiegen, wenn es rot ist – außer das Schild steht da.&lt;/p></content></entry><entry><title type="html">Kulturkampf und Rassismus</title><link href="https://blog.liwde.de/posts/2016/kulturkampf-und-rassismus/"/><id>https://blog.liwde.de/posts/2016/kulturkampf-und-rassismus/</id><author><name>Lukas Heimann</name></author><published>2016-10-01T00:00:00+00:00</published><updated>2016-10-01T00:00:00+00:00</updated><content type="html">&lt;em>Fragen zu politischen Erklärungsversuchen&lt;/em>&lt;br />&lt;img class="webfeedsFeaturedVisual" src="https://blog.liwde.de/posts/2016/kulturkampf-und-rassismus/kulturkampf-und-rassismus_hu2883409819636158238.jpg" />&lt;p>Am 4. September wurde in Mecklenburg-Vorpommern gewählt. Was sonst außerhalb des Bundeslandes wahrscheinlich wenig Aufsehen erregt hätte, schlug auf Basis des prognostizierten und dann tatsächlich auch eingetroffenen Ergebnisses größere Wellen als erwartet. Die AfD zog aus dem Stand als zweitstärkste Kraft in den Landtag ein; große Verluste bei allen anderen Parteien. &lt;a href="https://twitter.com/gereonas/status/772693629135642624/">In einzelnen Gemeinden auf Usedom kommen AfD und NPD gemeinsam auf über die Hälfte der Zweitstimmen&lt;/a>.&lt;/p>
&lt;p>Solch schockierende Ergebnisse rufen zweifelsohne verschiedene Erklärungsversuche auf den Plan. Und hier ist ein durchaus interessanter Wechsel der Begründungen für den Erfolg der AfD erkennbar: So war noch vor wenigen Monaten das Bild des typischen AfD-Wählers der wirtschaftlich Abgehängte, dessen Probleme nicht von den Altparteien gelöst werden und der die einfachen Lösungsvorschäge der AfD attraktiv findet. Gerade im Osten sind nach dem Zusammenbruch der DDR viele Lebensläufe gebrochen, und gerade im Osten kann die eigentliche soziale Alternative, die Linkspartei, wegen eventueller personeller Verstrickungen im DDR-Regime nicht so sehr punkten, wie sie es eigentlich müsste. Dieses „Klassenkampf“-Argument klingt auch immer noch sehr plausibel. Dennoch wird in den Tagen nach der Wahl in Mecklenburg-Vorpommern verstärkt ein anderer Konflikt als zunehmend bedeutungsvoller dargestellt: Ein „Kulturkampf“.&lt;/p>
&lt;p>Im Kern führt &lt;a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/landtagswahl-in-mecklenburg-vorpommern-die-afd-fuehrt-einen-kulturkampf-keinen-klassenkampf-1.3148761">Hannah Beitzer für die Süddeutsche Zeitung das Argument in einem Kommentar&lt;/a> recht schlüssig auf: Es gibt keinen Beleg dafür, dass die persönliche wirtschaftliche Lage maßgeblich ist für die Wahlentscheidung; stattdessen zieht sich als wahrer Grund eine gefühlte Unterhöhlung von tradierter Gesellschaft und Kultur durch alle sozialen Gruppen, insbesondere eben auch durch die Gruppe derjeniger, die sich selbst als hart arbeitende Bevölkerung wahrnehmen. Die Autorin schlussfolgert daraus: „AfD-Wähler sind Rassisten, keine Abgehängten“ und stellt fest, dass einfache soziale Maßnahmen das Problem AfD nicht lösen werden. Interessant ist ihre Beobachtung, warum das Kulturkampf-Argument nicht schon weit vorher in der Debatte angekommen ist: So lange man die AfD-Wähler noch an den prekär lebenden gesellschaftlichen Rand schieben konnte, hatte man nicht direkt und unmittelbar mit ihnen zu tun; die Angst vor Kulturverlust kann auch den gutbürgerlichen Nachbarn zu einem vermeintlichen, rassistischen AfD-Wähler machen.&lt;/p></content></entry><entry><title type="html">Die Datenkrake</title><link href="https://blog.liwde.de/posts/2016/die-datenkrake/"/><id>https://blog.liwde.de/posts/2016/die-datenkrake/</id><author><name>Lukas Heimann</name></author><published>2016-09-07T00:00:00+00:00</published><updated>2016-09-07T00:00:00+00:00</updated><content type="html">&lt;em>Über WhatsApp und Zentralismus&lt;/em>&lt;br />&lt;p>Was habt ihr denn erwartet? Dass ein börsennotiertes Unternehmen 19 Milliarden Dollar ausgibt, ein wichtiges Kommunikationsmedium zu kaufen, um es dann kostenlos an alle zu verteilen, ganz ohne davon selbst irgendwie profitieren zu können? Mit Sicherheit nicht. Spätestens als das ehemals kostenpflichtige Angebot von WhatsApp plötzlich kostenfrei wurde, hätte man eigentlich zweifeln müssen.&lt;/p>
&lt;p>Aber es ist doch so bequem. Ich installiere diese App auf meinem smarten Mobiltelefon, bestätige dort kurz meine Telefonnummer, und schon sehe ich alle Menschen, deren Telefonnummer ich im Telefonbuch eingetragen habe und die auch WhatsApp verwenden, und kann problemlos mit ihnen schreiben, ohne dass dafür diese lästigen SMS-Gebühren anfallen. So etwas gab es vorher noch nicht, und alle anderen mobilen Messenger sind letztendlich ein Abklatsch dieses Originals, dass mit Abstand die größte Nutzerbasis hat.
Weite Teile meines alltäglichen Lebens wären ohne WhatsApp sehr kompliziert. Wenn ich, ob aus Karlsruhe oder den USA, dem Rest meiner Familie schreiben möchte, wie es mir geht, läuft das über einen Gruppenchat auf WhatsApp. Wenn zur Unizeit eine Vorlesung spontan ausfällt, erfahre ich das frühzeitig über WhatsApp – und kann im Bett bleiben. Wenn ich mich mit Freunden treffen möchte, läuft die Verabredung auch in den meisten Fällen über – wer hätte es gedacht – WhatsApp. Kurzum: Ohne WhatsApp wäre ich ein von weiten Teilen meines sozialen Umfelds abgeschnittener Mensch. Und das gilt garantiert für sehr viele Jugendliche und Erwachsene meiner Altersklasse.&lt;/p></content></entry><entry><title type="html">East Side Story</title><link href="https://blog.liwde.de/posts/2016/east-side-story/"/><id>https://blog.liwde.de/posts/2016/east-side-story/</id><author><name>Lukas Heimann</name></author><published>2016-08-29T00:00:00+00:00</published><updated>2016-08-29T00:00:00+00:00</updated><content type="html">&lt;em>Der Erzählung erster Teil&lt;/em>&lt;br />&lt;img class="webfeedsFeaturedVisual" src="https://blog.liwde.de/posts/2016/east-side-story/east-side-story_hu3697952015072816075.jpg" />&lt;blockquote>
&lt;p>“Go West, young man, go West. There is health in the country, and room away from our crowds of idlers and imbeciles.”&lt;/p>
&lt;/blockquote>
&lt;blockquote>
&lt;p>“That,” I said, “is very frank advice, but it is medicine easier given than taken. It is a wide country, but I do not know just where to go.”&lt;/p>
&lt;/blockquote>
&lt;h1 id="kapitel-1-go-west-young-man">Kapitel 1: „Go West, Young Man“&lt;/h1>
&lt;script defer src="https://blog.liwde.de/js/jquery-3.2.1.min.js">&lt;/script>&lt;script defer src="https://blog.liwde.de/js/lightbox.min.js" onload="lightbox.option({'albumLabel': 'Bild %1 von %2','wrapAround': true});">&lt;/script>&lt;link rel="stylesheet" href="https://blog.liwde.de/css/lightbox.min.css">
&lt;figure class="float-left">
&lt;a href="https://blog.liwde.de/posts/2016/east-side-story/img/progress.jpg" data-lightbox="East Side Story" data-title="American Progress">
&lt;img src="https://blog.liwde.de/posts/2016/east-side-story/img/progress_hu8016045757437863015.jpg" srcset="https://blog.liwde.de/posts/2016/east-side-story/img/progress_hu8016045757437863015.jpg 1x, https://blog.liwde.de/posts/2016/east-side-story/img/progress_hu1789889756403035893.jpg 2x" style="background-color: #4d4b46;"
alt="American Progress"/>
&lt;/a>&lt;figcaption>
&lt;p>American Progress&lt;/p>
&lt;/figcaption>
&lt;/figure>
&lt;p>Der Aufruf zum Aufbruch gen Westen stammt aus der Zeit, in der die Vereinigten Staaten von Amerika noch ein junges Land waren. Irgendwann in der Mitte des 19. Jahrhunderts geprägt, war er Werbung für einen Ausweg aus den überfüllten Städten Europas und insbesondere der Ostküste des neuen Kontinents. Die unbesiedelte Wildnis des Landes sollte mit Zivilisation gefüllt werden, eine Existenzgründung im Westen versprach den jungen Pionieren Land, und ein gutes Leben als Belohnung für erfolgreiche Arbeit – der amerikanische Traum.&lt;/p>
&lt;p>Heute, wo der Wilde Westen weite Teile seiner Wildnis verloren hat, hat sich im vormals alten Europa immer noch ein Teil des Go-West-Geistes gehalten: Der American Dream vieler Europäer ist es heute, diesen verwandten, aber doch irgendwie fremden Kontinent zu besuchen. Denn, und da gilt das einleitende Zitat heute noch, Amerika „is a wide country“, egal ob in seinem Westen oder seinem Osten. Und so zieht es jedes Jahr &lt;a href="https://de.usembassy.gov/de/faqs/reisen/">fast 2 Millionen deutsche Besucher&lt;/a> in die Staaten, die technisch gesehen genau eins tun: Nach Westen gehen.&lt;/p>
&lt;p>Als sich im Rahmen meines dualen Studiums die Möglichkeit ergab, für 3 Monate im Ausland zu leben und zu arbeiten, war auch mein erster Gedanke ein Ziel im Westen. Und nach einigen Monaten Vorbereitung und Planung stand irgendwann auch das konkrete Ziel fest: Ein kleiner Ort in der Nähe der Ostküste der Vereinigten Staaten: Newtown Square in der Nähe von Philadelphia, zufällig der amerikanische Hauptsitz meines dualen Ausbildungsbetriebs.&lt;/p>
&lt;p>So soll mich also diese Serie, deren erster Teil Ihnen, werte Leserinnen und Leser, gerade vorliegt, auf meiner Reise begleiten, bis ich im November meinen Heimweg antrete. Ich möchte berichten von der anderen Seite des Teichs, von Kultur und Politik – und vielleicht auch von den Menschen, die hier leben.&lt;/p></content></entry><entry><title type="html">Cemetry of Memories</title><link href="https://blog.liwde.de/posts/2016/cemetry-of-memories/"/><id>https://blog.liwde.de/posts/2016/cemetry-of-memories/</id><author><name>Lukas Heimann</name></author><published>2016-08-23T00:00:00+00:00</published><updated>2016-08-23T00:00:00+00:00</updated><content type="html">&lt;img class="webfeedsFeaturedVisual" src="https://blog.liwde.de/posts/2016/cemetry-of-memories/cemetry-of-memories_hu10704754336510389454.png" />&lt;blockquote>
&lt;p>Telling, as my hands still tremble,&lt;br>
The story of our fast decay&lt;br>
Let all your colours disassemble&lt;br>
Because your eyes were black that day&lt;/p>
&lt;/blockquote>
&lt;blockquote>
&lt;p>Forget those dreams that once were ours&lt;br>
Pushing to be dreamed again&lt;br>
A dream of heart that just devours&lt;br>
The love that is now gone insane&lt;/p>
&lt;/blockquote>
&lt;blockquote>
&lt;p>We were Cerulean&lt;/p>
&lt;/blockquote>
&lt;blockquote>
&lt;p>Enlightened by the setting shine&lt;br>
Of our star that now is mine&lt;br>
To keep bright in this howling breeze&lt;/p>
&lt;/blockquote>
&lt;blockquote>
&lt;p>A story – one in myriad&lt;br>
This bigotry I bury at&lt;br>
My Cemetry of Memories&lt;/p>
&lt;/blockquote></content></entry><entry><title type="html">Daniel und die Wunderpflanze</title><link href="https://blog.liwde.de/posts/2016/daniel-und-die-wunderpflanze/"/><id>https://blog.liwde.de/posts/2016/daniel-und-die-wunderpflanze/</id><author><name>Lukas Heimann</name></author><published>2016-08-01T00:00:00+00:00</published><updated>2016-08-01T00:00:00+00:00</updated><content type="html">&lt;em>Eine geführte Kurzgeschichte&lt;/em>&lt;br />&lt;img class="webfeedsFeaturedVisual" src="https://blog.liwde.de/posts/2016/daniel-und-die-wunderpflanze/daniel-und-die-wunderpflanze_hu15289472292594951628.png" />&lt;h1 id="einleitung">Einleitung&lt;/h1>
&lt;script defer src="https://blog.liwde.de/js/jquery-3.2.1.min.js">&lt;/script>&lt;script defer src="https://blog.liwde.de/js/lightbox.min.js" onload="lightbox.option({'albumLabel': 'Bild %1 von %2','wrapAround': true});">&lt;/script>&lt;link rel="stylesheet" href="https://blog.liwde.de/css/lightbox.min.css">
&lt;figure class="float-left">
&lt;a href="https://blog.liwde.de/posts/2016/daniel-und-die-wunderpflanze/text.png" data-lightbox="Daniel und die Wunderpflanze" data-title="Wunderschöne Schreibschrift">
&lt;img src="https://blog.liwde.de/posts/2016/daniel-und-die-wunderpflanze/text_hu18105535967117859068.png" srcset="https://blog.liwde.de/posts/2016/daniel-und-die-wunderpflanze/text_hu18105535967117859068.png 1x, https://blog.liwde.de/posts/2016/daniel-und-die-wunderpflanze/text_hu10792678250976468631.png 2x" style="background-color: #edeede;"
alt="Wunderschöne Schreibschrift"/>
&lt;/a>&lt;figcaption>
&lt;p>Wunderschöne Schreibschrift&lt;/p>
&lt;/figcaption>
&lt;/figure>
&lt;p>In der diesjährigen &lt;a href="http://www.neologismus-magazin.de/issue.php?i=16-03">März-Ausgabe des Neologismus&lt;/a> und auch auf dieser &lt;a href="https://blog.liwde.de/posts/2016/bernstein-hypothese/">Website&lt;/a> habe ich bereits eine meiner älteren Kurzgeschichten ausgegraben und in kommentierter Fassung veröffentlicht. Nach einem kurzen Blick in mein Archiv alter Kurzgeschichten ist mir aufgefallen, dass dort noch einige weitere Werke existieren, denen eine Einordnung gut zu Gesicht stehen würde. Und so soll dieser Artikel mit „Daniel und die Wunderpflanze“ eine zweite Kurzgeschichte beinhalten, durch die ich als Autor Sie als Leser führen werde. Wie gehabt ordne ich die Geschichte erst in ihren Entstehungskontext ein, darauf folgt die Kurzgeschichte selbst, nach der ich mich an die Interpretation selbiger wagen werde.&lt;/p>
&lt;p>„Daniel und die Wunderpflanze“ ist eine Kurzgeschichte, die in der zweiten Klasse entstanden ist. Sie ist die letzte in einem so genannten „Geschichtenheft“, das auf der linken Seite Platz für Bilder bietet, und auf der rechten Seite Zeilen für Schreibanfänger. Die ersten vier Bilder der Geschichte waren als Kopien vorgegeben und mussten ausgemalt und eingefärbt werden. Dazu sollten die Grundschüler eine kurze Geschichte entwickeln und passend neben den Bildern aufschreiben. Die vorgegebenen Bilder lassen das Ende der Geschichte offen, weswegen weitere Bilder von den Autoren selbst zu ergänzen waren.&lt;/p>
&lt;p>Im Folgenden nun die Kurzgeschichte in Begleitung einer Auswahl der Bilder.&lt;/p>
&lt;h1 id="kurzgeschichte">Kurzgeschichte&lt;/h1>
&lt;figure class="float-left">
&lt;a href="https://blog.liwde.de/posts/2016/daniel-und-die-wunderpflanze/bild.png" data-lightbox="Daniel und die Wunderpflanze" data-title="Wunderschöne Gemälde">
&lt;img src="https://blog.liwde.de/posts/2016/daniel-und-die-wunderpflanze/bild_hu14726221963172050931.png" srcset="https://blog.liwde.de/posts/2016/daniel-und-die-wunderpflanze/bild_hu14726221963172050931.png 1x, https://blog.liwde.de/posts/2016/daniel-und-die-wunderpflanze/bild_hu13933330593806729128.png 2x" style="background-color: #e0dcd2;"
alt="Wunderschöne Gemälde"/>
&lt;/a>&lt;figcaption>
&lt;p>Wunderschöne Gemälde&lt;/p>
&lt;/figcaption>
&lt;/figure>
&lt;p>Eines Tages spazierte Daniel über den Markt. Er ging zum Zauberer Liporelo. Er sagt: „Was hast du denn für Blumen?“ – „Tulpen, Wunderpflanzen, und und und…!“ Daniel spricht: „Ich hätte gerne die Samen von Wunderpflanzen.“ „Das macht 3€“, antwortet Liporelo. „Hier“, sagt Daniel und gibt ihm das Geld.&lt;/p>
&lt;p>Dann läuft Daniel nach Hause und pflanzt einen der Samen ein. Er gießt den Samen noch, und dann geht er schlafen. Plötzlich wächst die Pflanze riesig groß, packt Daniel und zieht ihn ins Wolkenschloss zu Gott. Dort bleibt er 1 Jahr. Aber er kommt nicht mehr herunter, denn er hat vergessen, die Blume zu gießen!&lt;/p>
&lt;p>Da hat er eine Idee. Er ruft mit dem Handy die Bundeswehr an und die holt ihn nach einigen Versuchen wieder herunter.&lt;/p>
&lt;h1 id="interpretation">Interpretation&lt;/h1>
&lt;p>Was möchte uns der Autor mit diesem kurzen Stück sagen? Meiner Meinung nach findet hier eine sehr vielschichtige Dekonstruktion von Gesellschaft und Religion statt, doch beginnen wir mit dem Anfang der Geschichte:&lt;/p>
&lt;p>&lt;em>„Eines Tages spazierte Daniel über den Markt.“&lt;/em> Mit dieser eröffnenden Formulierung referenziert der Autor ganz klar die grimmschen Märchen und erklärt sehr direkt seine Absichten: Es geht nicht um eine realistische Schilderung von Ereignissen; vielmehr dominieren Metaphern und es gibt eine Moral. Zudem werden wir den Protagonisten bei seiner Abenteuerreise begleiten. Und diese beginnt, wie wir lesen, auf dem Markt.&lt;/p>
&lt;p>&lt;em>„Er ging zum Zauberer Liporelo.“&lt;/em> Wir lernen hier, wieder märchentypisch, ein magisches Wesen kennen, das den Helden, wie wir später erfahren werden, mit Zaubergaben ausstatten wird. Doch im Gegensatz zu normalen Märchen, wo die Begegnung mit dem Magischen nicht vom Protagonisten initiiert wird, ist es hier Daniel, der direkt zum Zauberer geht, was für eine Emanzipation des Protagonisten vom märchenhaften Zufall spricht.&lt;/p>
&lt;p>Der Name des Zauberers ist Ausdruck tiefer Gesellschaftskritik: Wir sehen auf den Bildern, dass der Protagonist Daniel noch ein Kind ist, und der Zauberer Liporelo ein erwachsener Mann. Dass sein Name dem Begriff Leporello so sehr ähnelt, kann kein Zufall sein. Leporello bezeichnet eine Basteltechnik: Ein langes, schmales Stück Papier wird mehrfach in entgegengesetzer Richtung gefaltet. Aus dem kleinen, so entstandenen Stapel aus Papier schneidet man nun die Silhouette eines Menschen aus, und wenn man das Papier wieder auseinanderfaltet hat man eine Kette der ausgeschnittenen Menschen, die sich gegenseitig an den Händen halten. Der Autor kritisiert hier, dass die Erwachsenen häufig so sind wie ein Leporello, nämlich alle gleich. Zudem erlaubt sich der Autor ein subtiles Wortspiel: Indem er statt „Leporello“ „Liporelo“ schreibt, versteckt er das griechische Wort „lipos“, was auf deutsch übersetzt „fett“ bedeutet, und wieder eine Kritik an unserer Gesellschaft ist.&lt;/p></content></entry><entry><title type="html">Guter Journalismus braucht Fußnoten</title><link href="https://blog.liwde.de/posts/2016/fussnoten/"/><id>https://blog.liwde.de/posts/2016/fussnoten/</id><author><name>Lukas Heimann</name></author><published>2016-07-26T00:00:00+00:00</published><updated>2016-07-26T00:00:00+00:00</updated><content type="html">&lt;img class="webfeedsFeaturedVisual" src="https://blog.liwde.de/posts/2016/fussnoten/fussnoten_hu14511382703292081414.jpg" />&lt;p>Ende letzten Jahres habe ich mehr oder weniger zufällig an einem Journalismus-Wettbewerb teilgenommen. Im Rahmen des Wettbewerbs musste ein Text zu einem vorgegebenen Thema verfasst werden, der, so er von der Jury zu einem der zehn besten gekürt wurde, auf der Website des Wettbewerbs veröffentlicht wurde.&lt;/p>
&lt;p>So ist es dann mit &lt;a href="https://blog.liwde.de/posts/2016/die-verpasste-debatte/">meinem Artikel&lt;/a> auch gekommen. Beim neuerlichen Lesen des Artikels musste ich jedoch überrascht feststellen, dass die Fußnoten aus dem Artikel entfernt wurden. Natürlich wäre mir das nicht aufgefallen, wenn das hinreichend konsequent geschehen wäre. Allerdings hat man ausschließlich die Zusatzinformation in der Fußzeile entfernt, nicht aber die kleine Ziffer als Referenz auf die Information.&lt;/p>
&lt;p>Um es kurz zu machen: Der Artikel war natürlich auch ohne die Fußnoten verständlich. Ich habe auch noch nicht den Drang gehabt, nachzuschauen, was in den Fußnoten im Detail zu lesen war – wahrscheinlich ein simpler Verweis auf eine Online-Quelle, aus der ich ein paar Daten bezogen hatte. Dennoch hat mich dieser Vorfall zum Nachdenken gebracht.&lt;/p>
&lt;h1 id="fußnoten-überall">Fußnoten überall&lt;/h1>
&lt;p>Gerade in wissenschaftlichen Arbeiten, wie ich sie im Rahmen meines Studiums schreiben muss, sind Fuß- bzw. Endnoten weit verbreitet. Betrachtet man das Thema abstrakt, dienen sie der störungsfreien Angabe optionaler Informationen, wie zum Beispiel Quellenangaben. Manchmal sind es aber auch schlicht weiterführende, aber vom Thema abweichende Gedanken oder Anmerkungen.&lt;/p>
&lt;p>Im Neologismus machen wir auch immer wieder gerne davon Gebrauch: Sei es ein humoresker Einwurf unseres Chefredakteurs als „Anmerkung der Redaktion“, oder weiterführende Gedanken. Außerdem fördern wir die Angabe von Quellen in Endnoten zu einzelnen Artikeln.&lt;/p>
&lt;p>Doch in Print-Zeitungen oder Online-Medien findet man Fußnoten nur sehr selten. Woran liegt das?&lt;/p>
&lt;h1 id="fußnoten-mit-format">Fußnoten mit Format&lt;/h1>
&lt;p>Ein Großteil des Problems wird in dem etwas sperrigen Format von Fußnoten liegen: Man stelle sich eine vollständig aufgeklappte Ausgabe einer Frankfurter Allgemeinen Zeitung vor, die auf einer Seite viele Artikel beheimatet – und jeder hat eine oder mehrere Fußnoten. Was wäre das für ein Chaos am unteren Rand der Zeitung!&lt;/p>
&lt;p>Ein ähnliches Problem ergibt sich bei Online-Medien. Hier gibt es nicht wirklich einen festen unteren Rand der (Bildschirm-)Seite. So wären grundsätzlich höchstens Endnoten zu Artikeln möglich, die zu erreichen gerade auf den immer verbreiteteren Mobilgeräten furchtbar umständlich ist.&lt;/p>
&lt;p>Einzig die mobile Variante von Wikipedia hat eine elegante Möglichkeit gefunden: Tippt man auf die Referenz zu Fußnote, wird diese über dem Fließtext schwebend am unteren Bildschirmrand angezeigt und verbleibt dort, auch wenn man scrollt, bis man sie wieder schließt.&lt;/p>
&lt;p>Dennoch könnte man vermuten, dass Fußnoten in ihrer Umsetzung viel zu umständlich sind und einen zu geringen Mehrwert haben, als dass man sie auf journalistische Inhalte und übertragen sollte.&lt;/p>
&lt;p>Doch hier muss ich widersprechen.&lt;/p>
&lt;h1 id="fußnoten-für-den-journalismus">Fußnoten für den Journalismus&lt;/h1>
&lt;p>Denn Journalismus hat in den aktuellen Zeiten, ein gravierendes Glaubwürdigkeitsproblem. Das betrifft einerseits ganz offensichtlich die Menschen, die mit ihren „Lügenpresse“-Vorwürfen in eben dieser scheinbar überproportional vertreten sind. Andererseits lassen sich so nur schwer die 42% der Bevölkerung erklären, die &lt;a href="http://www.infratest-dimap.de/umfragen-analysen/bundesweit/umfragen/aktuell/glaubwuerdigkeit-der-medien/">laut einer Umfrage im Auftrag des WDR&lt;/a> die Medien für nicht glaubwürdig halten.&lt;/p>
&lt;p>Fußnoten oder Ähnliches ermöglichen es, Faktenaussagen direkt zu belegen, und erlauben dabei zeitgleich dem interessierten Leser einen tieferen Einblick in die Thematik. Das gibt bereits von der Aussage des Artikels überzeugten Lesern die Möglichkeit, sich tiefer in das Thema einzulesen und weitere Aspekte hinter einzelnen Aussagen zu entdecken. (Etwas, das Wikipedia zum Beispiel sehr schön durch die internen Verlinkungen ermöglicht.) Daneben bietet es Kritikern die Möglichkeit, Details zu hinterfragen, wie zum Beispiel die von mir oben zitierte Umfrage.&lt;/p>
&lt;p>Alles in allem bieten großflächig eingesetzte Fußnoten die Möglichkeit, ein „Netz der Glaubwürdigkeit“ aufzubauen: Mehrere Artikel, im Idealfall aus unterschiedlichen Quellen, geben sich gegenseitig Glaubwürdigkeit, indem sie aufeinander aufbauen. Das haben die Informationsquellen der „Lügenpresse“-Rufer bereits verstanden, die mit eben dieser Technik ein geschlossenes Weltbild aufbauen, dass nur leider abseits von breitem gesellschaftlichen Konsens ist.&lt;/p>
&lt;p>Neben den technischen Hürden bei der Umsetzung, die ich oben beschrieben habe, und dem größeren Aufwand beim Schreiben von Artikeln braucht das Ganze natürlich Mut, denn man muss seiner eigenen Recherche und Argumentation so sehr vertrauen, dass man sie einer direkten, unabhängigen Prüfung freigibt.&lt;/p>
&lt;p>Außerdem muss man dem Nutzer vertrauen: Gerade online sind die Verlage auf Einnahmen aus Werbung angewiesen, die der Nutzer schlicht nicht sieht, wenn er sich von weiterführenden Links auf andere Quellen von der Nachrichtenseite wegtragen lässt, statt dort weiter zu verweilen.&lt;/p>
&lt;p>Dennoch glaube ich, würden auch Verlage und Autoren davon profitieren: Eine überprüfbare Nachrichtenquelle ist eine glaubwürdigere und somit eine bessere, die ich als Leser eher besuchen würde. Vielleicht würde sogar die Qualität der Artikel durch eine dokumentierte Recherche steigen – ich mutmaße hier.&lt;/p>
&lt;p>Journalismus befindet sich momentan in schweren Zeiten, in denen wegen des Internets einerseits Einnahmen wegbrechen und andererseits die Position als einzige Quelle für aktuelle Informationen verloren geht. Gerade deshalb muss eine Möglichkeit gefunden werden, die Korrektheit und Glaubwürdigkeit von journalistischen Erzeugnissen als potentielles Alleinstellungsmerkmal zu stärken.&lt;/p>
&lt;p>Ich sage bewusst nicht, dass Fußnoten uns direkt zu diesem Ziel führen werden. Es gibt noch einige weitere Probleme, die gelöst werden müssen, auch auf politischer Ebene, um Presse als glaubwürdige, unabhängige Institution zu stärken. Aber Fußnoten sind eine Idee und vielleicht auch ein erster Schritt, um diesem Ziel zumindest schon mal ein bisschen näher zu kommen.&lt;/p></content></entry><entry><title type="html">Cerulean</title><link href="https://blog.liwde.de/posts/2016/cerulean/"/><id>https://blog.liwde.de/posts/2016/cerulean/</id><author><name>Lukas Heimann</name></author><published>2016-05-02T00:00:00+00:00</published><updated>2016-05-02T00:00:00+00:00</updated><content type="html">&lt;img class="webfeedsFeaturedVisual" src="https://blog.liwde.de/posts/2016/cerulean/cerulean_hu6728357478706240567.jpg" />&lt;blockquote>
&lt;p>Ich lausche dem rauschenden Tosen des Baches&lt;br>
Ich stehe hier staunend, und was ich sach’ is’&lt;br>
Ich bleibe beileibe hier noch einen Tach’ bis&lt;br>
Die Dunkelheit Funkeln zeigt, und es Nacht ist&lt;br>
Alltäglich ist ohne dich – hach – trist&lt;br>
Doch wenn ich meine Zeit so weit weg am Bach frist’&lt;br>
Mich im Sternenlicht wärme – ich weiß,&lt;br>
          dass du kommst und mich wachküsst\&lt;/p>
&lt;/blockquote>
&lt;p>Golden light floods the sky as the sun kisses the horizon. The rustling trees perfect the silence of the tepid evening in late summer. A mild breeze swirls around his ankles as he stands barefoot on the asphalt which is still warm from the day. Birds pass by some lonely fair weather clouds shining in the rich purple of ripe plums.&lt;/p>
&lt;p>Her long, soft skirt nearly touches the ground as it sways with each step. She tucks her dark hair behind her ear, revealing an earring with a small, white feather swinging in the air, shimmering in the light of the setting sun.&lt;/p>
&lt;p>A crooked smile curls his lips as he turns and realizes being followed by her. His eyes wander from the orange of her skirt through the burgundy of her top to find the brown of her eyes. Warm like the ending day. Deep like a long conversation. Clear like a glimpse directly into one’s soul.&lt;/p>
&lt;p>A breath of wind unwinds a single wisp of her hair, floating in the air for a second before settling on her face just between the two birthmarks on her cheek. A smile reaches her eyes. Her apricot lips part to reveal her white teeth.&lt;/p>
&lt;p>He takes a step towards her, his eyes fixed on hers, ignoring the vibrant colours of his surroundings. A beam of light breaks through the trees and lets the asphalt to their feet glow. A soft raindrop hits his green shirt as he rests his hands on her hips.&lt;/p>
&lt;p>More drops begin to complete the summer rain. Drops on her arms, drops on his hair, drops on the asphalt. Drops sending warm shivers throughout his body. Drops of a temperature perfect for the end of a hot summer day.&lt;/p>
&lt;p>Her hand touches his back. His hand reaches out to her cheek, caresses her ear and the small white feather. Her eyes gleam as they come closer. His eyes shift from hers to her mouth. The trees silence as if they hold their breath for a second to admire the unbearable tension. The world stops when their lips meet for a kiss of gold and crimson.&lt;/p>
&lt;hr>
&lt;p>Is a perfect moment – in retrospect – less perfect, just because you experienced it with the wrong person? Does a moment lose its power simply because the person you shared it with isn’t going to share any more moments with you?&lt;/p>
&lt;p>You once said that if you were ever going to write a romance, this scene would be a core element of the story. I said that I’d like to create a short film of this singular event – only showing many small details, without ever revealing the whole picture. To leave more space for everyone’s own story.&lt;/p>
&lt;p>It’s a pity that what we had isn’t there any more. That we parted just like we did after this kiss. It was a good time, full of adventures and butterflies. I won’t let go of these powerful memories that shaped who I am today. Sometimes, I think about the old days of dancing in the rain. And then I smile.&lt;/p>
&lt;p>It’s the little shortcomings that make life perfect in the end. Like earth spinning around a tilted axis, giving us the seasons of the year. Like summer rain on a hot day. Like the few fair weather clouds that round out a sunset with all its mighty colours.&lt;/p>
&lt;p>And then, after all, everything will be okay. Without any “maybe”.&lt;/p></content></entry><entry><title type="html">Die Bestimmung: Allegiant</title><link href="https://blog.liwde.de/posts/2016/allegiant/"/><id>https://blog.liwde.de/posts/2016/allegiant/</id><author><name>Lukas Heimann</name></author><published>2016-05-01T00:00:00+00:00</published><updated>2016-05-01T00:00:00+00:00</updated><content type="html">&lt;em>Ein Rant&lt;/em>&lt;br />&lt;p>Ich hätte es ja ahnen können, bevor ich ins Kino gegangen bin. Ich hätte wissen können, dass das Studio, das schon bei Twilight und den Tributen von Panem das Wort „Trilogie“ erheblich überdehnt hat, auch vor diesem Film nicht Halt machen würde. Spätestens die von mir als Aprilscherz abgetanen Meldungen über einen Film namens „Ascendant“ in der „Die Bestimmung“-Reihe in meiner Handy-App für Kinofilme hätte mich stutzig machen sollen. Aber nein. Ich war naiv. Vielleicht habe ich an das Gute im Menschen geglaubt. Offensichtlich ein großer Irrtum. Daher jetzt dieser Text, neudeutsch „Rant“ genannt. Ich rege mich auf.&lt;/p>
&lt;p>&lt;em>Hinweis: Allen, die Film und/oder Buch noch nicht gesehen bzw. gelesen haben, empfehle ich, diesen Text nicht zu lesen, denn ich werde überraschende Handlungselemente vorwegnehmen, neudeutsch „spoilern“.&lt;/em>&lt;/p></content></entry><entry><title type="html">Bernstein-Hypothese</title><link href="https://blog.liwde.de/posts/2016/bernstein-hypothese/"/><id>https://blog.liwde.de/posts/2016/bernstein-hypothese/</id><author><name>Lukas Heimann</name></author><published>2016-04-04T00:00:00+00:00</published><updated>2016-04-04T00:00:00+00:00</updated><content type="html">&lt;em>Soziolinguistik in einer Kurzgeschichte&lt;/em>&lt;br />&lt;h1 id="einleitung">Einleitung&lt;/h1>
&lt;p>Im Deutsch-Grundkurs in der Oberstufe erhielten wir die Aufgabenstellung, eine Kurzgeschichte zu einer soziolinguistischen Theorie zu verfassen. Themenwahl und Länge der Kurzgeschichte selbst waren den Kursteilnehmern als Verfassern freigestellt, einzige Vorgabe war, dass die Theorie illustriert wurde. Im Folgenden will ich meine Kurzgeschichte von damals veröffentlichen und schließlich die in ihr versteckte &lt;em>Bernstein-Hypothese&lt;/em>, besagte soziolinguistische Theorie, kurz beleuchten und über ihre Aussagen reflektieren.&lt;/p>
&lt;h1 id="kurzgeschichte">Kurzgeschichte&lt;/h1>
&lt;p>Der Knall zerreißt die Luft. Wie bin ich hier her gekommen? Während sie die Waffe langsam sinken lässt, beginnt die Frau zu weinen. Mit einem dumpfen Geräusch landet die Pistole im Schoße des Mannes, der mich hierher gebracht hat, der für sie ein Gott war, und der sich nun den blutenden Arm hält. Weitere Polizisten stürmen den Raum, wobei ihr Blick erst auf ihren toten Kollegen fällt. Für die Männer ist es ein Leichtes, den verwundeten Mann mit der Waffe im Schoß zu überwältigen. Wie bin ich hier her gekommen? Langsam erinnere ich mich. Immer stärker wird mir bewusst, dass ich nicht mehr nur eine unbeteiligte Dritte bin. Die Andere hat aufgegeben und sitzt auf dem Boden, die Hände vor dem Gesicht. Und ich stehe nur da.&lt;/p></content></entry><entry><title type="html">Momentum</title><link href="https://blog.liwde.de/posts/2016/momentum/"/><id>https://blog.liwde.de/posts/2016/momentum/</id><author><name>Lukas Heimann</name></author><published>2016-03-04T00:00:00+00:00</published><updated>2016-03-04T00:00:00+00:00</updated><content type="html">&lt;blockquote>
&lt;p>Like the scent of the fall&lt;br>
Starting tonight&lt;br>
Fade to gray, fade to black,&lt;br>
Fade to white&lt;/p>
&lt;/blockquote>
&lt;blockquote>
&lt;p>Like the kiss of a rose&lt;br>
Withering away&lt;br>
Fade to black, fade to white,&lt;br>
Fade to gray&lt;/p>
&lt;/blockquote>
&lt;blockquote>
&lt;p>Like the sound of a heart&lt;br>
Never coming back&lt;br>
Fade to white, fade to gray,&lt;br>
Fade to black&lt;/p>
&lt;/blockquote></content></entry><entry><title type="html">Ein Kinoerlebnis</title><link href="https://blog.liwde.de/posts/2016/ein-kinoerlebnis/"/><id>https://blog.liwde.de/posts/2016/ein-kinoerlebnis/</id><author><name>Lukas Heimann</name></author><published>2016-03-03T00:00:00+00:00</published><updated>2016-03-03T00:00:00+00:00</updated><content type="html">&lt;em>The Hateful Eight in der 70mm-Roadshow-Fassung&lt;/em>&lt;br />&lt;img class="webfeedsFeaturedVisual" src="https://blog.liwde.de/posts/2016/ein-kinoerlebnis/ein-kinoerlebnis_hu3052764277538706118.jpg" />&lt;p>Das Summen von hunderten Gesprächen erfüllt den Kinosaal, während ich auf dem roten Samtsessel Platz nehme. Der Stuhl macht ein quietschendes Geräusch, wenn man seine Sitzfläche ausklappt. Manch einer hat seine Cola oder sein Bier in der Glasflasche, oder seinen Wein in den an der (ebenfalls klappbaren) Armlehne angebrachten Metallhalter gestellt. Kein Plastik; auch keine Musik – nur gespanntes Warten auf den Film.&lt;/p>
&lt;p>Um kurz nach Acht wird der Saal verdunkelt. Nur die wenige Scheinwerfer, die den roten Vorhang beleuchten, warten noch einige Sekunden, bis sie ihren Ausschaltvorgang abschließen. Es wird still im Kinosaal.&lt;/p>
&lt;p>Auf einmal durchdringt der dunkle Klang eines Cellos den Saal und die Streicher spielen eine Ouvertüre. Bedrohlich, bei geschlossenem Vorhang und erlöschendem Licht baut der Film seine Atmosphäre auf. Drei Minuten später öffnet sich der Vorhang, und ohne Umschweife beginnt der Film mit Vorspann und, Tarantino-typisch, mit „Chapter One: Last Stage to Red Rock“.&lt;/p></content></entry><entry><title type="html">Die Qual der Wahl</title><link href="https://blog.liwde.de/posts/2016/die-qual-der-wahl/"/><id>https://blog.liwde.de/posts/2016/die-qual-der-wahl/</id><author><name>Lukas Heimann</name></author><published>2016-03-01T00:00:00+00:00</published><updated>2016-03-01T00:00:00+00:00</updated><content type="html">&lt;img class="webfeedsFeaturedVisual" src="https://blog.liwde.de/posts/2016/die-qual-der-wahl/die-qual-der-wahl_hu18303638865679619123.jpg" />&lt;p>Am 13. März ist es wieder so weit: Es steht eine Wahl an. Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und ein drittes Bundesland, das irgendwie selbst vom Heute-Journal mehr oder weniger ignoriert wird, wählen einen neuen Landtag. Es wird spannend! Diese Wahl ist nach Kommunal- und Europaparlamentswahl die erste Wahl für mich seit etwa zwei Jahren. Und eine ungleich schwerere: Von Europa- und insbesondere Bundespolitik bekommt man als halbwegs interessierter Mensch ja noch viel mit, auf kommunaler Ebene kennt man vielleicht noch einen Teil der Kandidaten. Eine Entscheidung in Sachen Landespolitik jedoch finde ich, zumal ich seit der letzten Wahl das Bundesland gewechselt habe, kompliziert.&lt;/p>
&lt;h1 id="wen-wählen">Wen wählen?&lt;/h1>
&lt;p>Ich für meinen Teil habe nur eine recht grobe Vorstellung davon, was die Kompetenzen auf Landesebene überhaupt sind, wofür die Parteien auf Landesebene und die Direktkandidaten auf Ebene meines Wahlkreises überhaupt stehen.&lt;/p>
&lt;p>Für mich ein weiteres Entscheidungs-Hemmnis ist das Wahlsystem: Hat man bei der Bundestagswahl zwei Stimmen (eine für einen Direktkandidaten, eine für eine Partei), die man unabhängig voneinander vergeben kann, hat man (zumindest in Baden-Württemberg) nur eine Stimme, mit der man beides gleichzeitig wählt. Bei der letzten Bundestagswahl basierte meine Wahl aber genau auf diesem Stimm-Splitting: Ich habe einen Direktkandidaten gewählt, den ich für sinnvoll hielt, aber gleichzeitig meine Zweitstimme einer ganz anderen Partei gegeben, mit deren Parteiprogramm ich mich mehr identifizieren konnte.&lt;/p>
&lt;p>Doch diese Möglichkeit hat man bei der Landtagswahl jetzt nicht. Verschwendet man nicht seine komplette Stimme, wenn man eine Partei wählt, die am Ende nicht in den Landtag einzieht? Und wirkt sich das nicht genauso indirekt positiv auf die Ergebnisse radikaler Parteien wie der AfD aus, als würde man gar nicht wählen gehen?&lt;/p>
&lt;p>Eine Wahl verpflichtet zu voriger, sinnvoller Meinungsbildung – aber welcher normale Mensch hat schon Zeit, sich von allen (wichtigen) Parteien die fast 80-seitigen Wahlprogramme durchzulesen? Wie gesagt, die Nachrichten, die man als vernünftiger Bürger vielleicht regelmäßig guckt, geben auch nicht viel Information und Aufschluss zu individuellen Landesthemen. Man könnte sich natürlich näher mit der Wahlwerbung beschäftigen – doch auch dort eröffnet sich ein Abgrund, den ich im Folgenden näher beobachten will.&lt;/p></content></entry><entry><title type="html">Dienstag</title><link href="https://blog.liwde.de/posts/2016/dienstag/"/><id>https://blog.liwde.de/posts/2016/dienstag/</id><author><name>Lukas Heimann</name></author><published>2016-02-20T00:00:00+00:00</published><updated>2016-02-20T00:00:00+00:00</updated><content type="html">&lt;img class="webfeedsFeaturedVisual" src="https://blog.liwde.de/posts/2016/dienstag/dienstag_hu11590526842146663330.jpg" />&lt;p>Ich gehe die Treppe herunter. Ein dunkler Hut kommt mir entgegen. „Morgen“, sagt der Hut. „Morgen“, sage ich. Ich krame in meiner Tasche nach einem Schirm. Plötzlich wippt ein blonder Haarschopf vorbei. „Morgen“, rufe ich dem Haarschopf hinterher. Der Haarschopf wippt unbeirrt weiter.&lt;/p>
&lt;p>„WWP!“, macht meine Hosentasche. „Morgen“, sage ich ihr, und stelle sie stumm. Regen tropft von meinem Schirm auf die nasse Straße. Eine dunkelhaarige Frau lehnt an der Laterne und blickt mich stumm, aber freundlich lächelnd an. „Morgen“, sage ich der Frau. Die Frau blickt mir stumm hinterher. Ich drehe mich langsam zu ihr um. „Willst du mir nicht irgendwas sagen?“, frage ich die Frau. Sie bleibt stumm.&lt;/p>
&lt;p>Nicht jedoch der kleine Mann im grauen Anzug mit der blauen Krawatte, der eine Laterne weiter steht. Er scheint fast ein bisschen zu hüpfen, während er mit einer kleinen Spielzeugschranke wedelt und ohne die übliche Begrüßung laut skandiert: „Asylchaos stoppen! Asylchaos stoppen!“ Ich ziehe eine Augenbraue hoch, erwidere ein sehr sachliches „Morgen“, und gehe weiter. Manchmal wünsche ich mir dann doch, dass alle Menschen so still sind, wie die dunkelhaarige Dame von eben.&lt;/p>
&lt;p>An der Ecke lehnt eine blonde Frau, deren stummer Blick starr durch die vorbeihuschenden Mäntel hindurchschaut, trotz seiner Unfokussiertheit doch nicht abwesend wirkend. Ich betrachte sie näher. Sie würdigt mich mit keiner Erklärung ihrer Anwesenheit. „Na immerhin an der Haarfarbe kann man sie unterscheiden“, denke ich und gehe weiter.&lt;/p>
&lt;p>Ich betrete einen grauen Tunnel voller hektischer Beine. Abfahrt 7:27 Uhr, Gleis 8. Bis dahin? Warten und Raten. Welcher Prominente ist hier abgebildet? Puzzlestück um Puzzlestück fällt und entblößt die Wahrheit. „Morgen“, nicke ich dem Monitor zu, den sonst niemand beachtet.&lt;/p>
&lt;p>Stotternd setzt sich die Bahn in Bewegung. Ausstieg in Fahrtrichtung rechts; Ausstieg in Fahrtrichtung rechts, Ausstieg in Fahrtrichtung links. Die einsame Sitzbank hinter mir redet mit sich selbst. Ich wüsste gerne, was sie denkt, aber höre nur unverständliches, gemischt mit Fluchen und dem Geruch von Alkohol. Ausstieg in Fahrtrichtung rechts. Die Stimme torkelt aus der Tür. Warum müssen eigentlich immer die verrückten Leute Bahn fahren? Ein Piepen schließt die Tür. Die Bahn fährt wieder los; ich in ihr. Nächster Halt in Fahrtrichtung rechts. Mein Ausstieg.&lt;/p>
&lt;p>Am Bahnsteig steht ein Wagen mit verschiedenen Schriftstücken einer Glaubensgemeinschaft. Ein Leben voller Glück – Wie ist das möglich? Die Zukunft – Wie sieht sie aus? Höre auf, Gott! Ich grüße den Wagen lieber nicht; nachher will mich Gott in ein Gespräch verwickeln, und dafür habe ich keine Zeit.&lt;/p>
&lt;p>Schließlich habe ich zu tun. Schiebetür, Sicherheitsschleuse, Aufzug, Kaffeevollautomat, Treppe, Tür, Großraumbüro. „Morgen“, sage ich zu dem Lichtschalter, mit dem ich den verlassenen Raum illuminiere. Laptop aufklappen. Unten rechts, eine Erinnerung. Mail an bla verfassen.&lt;/p>
&lt;p>Naja… morgen&lt;/p></content></entry><entry><title type="html">Padmaschinen-Tee: Ganz schön abgebrüht!</title><link href="https://blog.liwde.de/posts/2016/padmaschinen-tee/"/><id>https://blog.liwde.de/posts/2016/padmaschinen-tee/</id><author><name>Lukas Heimann</name></author><published>2016-01-28T00:00:00+00:00</published><updated>2016-01-28T00:00:00+00:00</updated><content type="html">&lt;h1 id="einleitung">Einleitung&lt;/h1>
&lt;script defer src="https://blog.liwde.de/js/jquery-3.2.1.min.js">&lt;/script>&lt;script defer src="https://blog.liwde.de/js/lightbox.min.js" onload="lightbox.option({'albumLabel': 'Bild %1 von %2','wrapAround': true});">&lt;/script>&lt;link rel="stylesheet" href="https://blog.liwde.de/css/lightbox.min.css">
&lt;figure class="float-left">
&lt;a href="https://blog.liwde.de/posts/2016/padmaschinen-tee/tee1.jpg" data-lightbox="Padmaschinen-Tee: Ganz schön abgebrüht!" data-title="Abb. 1: Pad-Kaffeemaschine">
&lt;img src="https://blog.liwde.de/posts/2016/padmaschinen-tee/tee1_hu12515283919964899767.jpg" srcset="https://blog.liwde.de/posts/2016/padmaschinen-tee/tee1_hu12515283919964899767.jpg 1x, https://blog.liwde.de/posts/2016/padmaschinen-tee/tee1_hu1189658651922745327.jpg 2x" style="background-color: #624f3d;"
alt="Abb. 1: Pad-Kaffeemaschine"/>
&lt;/a>&lt;figcaption>
&lt;p>Abb. 1: Pad-Kaffeemaschine&lt;/p>
&lt;/figcaption>
&lt;/figure>
&lt;p>Oft sind es die kleinen Fragen des Lebens, die eigentlich sehr spannend sind und leicht zu beantworten wären, nur nie beantwortet werden, weil man zu faul ist, die Antwort experimentell zu bestätigen. Oft genug wird man auch von dem alten Satz aus frühester Kindheit behindert: „Mit Essen spielt man nicht!“ Doch das soll heute nicht so sein.&lt;/p>
&lt;p>Wer kennt das nicht: Man will gerne noch schnell eine Tasse Tee trinken, ist aber so sehr in Eile, dass man kein Zeit hat, Wasser aufzusetzen, zum Kochen zu bringen und dann den Teebeutel 5-10 Minuten ziehen zu lassen. Gäbe es nur eine Möglichkeit, das geliebte Heißgetränk signifikant schneller zu produzieren…&lt;/p>
&lt;p>…denkt sich der gehetzte Student, als sein Blick auf die Senseo-Pad-Kaffeemaschine fällt – die Wasser kocht, direkt danach durch eine Kammer presst, in der, in einem teebeutelartigen Behältnis, zermahlene Pflanzen aus fremden Kulturen gelegt wurden, und so ein ebenfalls leckeres Heißgetränk zu produzieren. „Aha“, denkt sich der Student, und beginnt mit der Versuchsvorbereitung.&lt;/p></content></entry><entry><title type="html">Musik ist keine Lösung</title><link href="https://blog.liwde.de/posts/2016/musik-ist-keine-loesung/"/><id>https://blog.liwde.de/posts/2016/musik-ist-keine-loesung/</id><author><name>Lukas Heimann</name></author><published>2016-01-04T00:00:00+00:00</published><updated>2016-01-04T00:00:00+00:00</updated><content type="html">&lt;em>Ein Versuch, Alligatoah zu verstehen – von jemandem, der eigentlich keine Ahnung hat&lt;/em>&lt;br />&lt;img class="webfeedsFeaturedVisual" src="https://blog.liwde.de/posts/2016/musik-ist-keine-loesung/musik-ist-keine-loesung_hu13060598538656769950.jpg" />&lt;p>„Lasst mich euch berichten, von einem jungen Mann, seiner goldnen Ära (und seinem Untergang)…“, beginnt der Künstler sein (zugegebenermaßen altes) Album, Triebwerke, mit dem er seinen Durchbruch hatte. „Alle seine Freunde sahn ihn als Genie.“ Und erst vor kurzem begann mit dem „Comeback des Jahres (Intro)“ sein neues Album: „Musik ist keine Lösung“.&lt;/p>
&lt;p>Ich bin weiß Gott kein Experte für Musik oder gar Rap (oder ist das Hip-Hop? Wo ist da eigentlich der Unterschied?), doch ist Alligatoah bereits im letzten Jahr nicht an mir vorbeigegangen und nicht nur im Ohr hängen geblieben – auch wenn sich mein Musikgeschmack für gewöhnlich in ganz anderen Genres bewegt. Daher versuche ich im Folgenden herauszufinden, was Alligatoah irgendwie besonders macht und insbesondere auch, was ich von seinem neuen Album halte, dass ich im Zuge dieses Artikels zum ersten Mal in Gänze höre.&lt;/p></content></entry><entry><title type="html">Der wunderbare Lauf der Lebens</title><link href="https://blog.liwde.de/posts/2016/der-wunderbare-lauf-des-lebens/"/><id>https://blog.liwde.de/posts/2016/der-wunderbare-lauf-des-lebens/</id><author><name>Lukas Heimann</name></author><published>2016-01-03T00:00:00+00:00</published><updated>2016-01-03T00:00:00+00:00</updated><content type="html">&lt;em>Ein Aufklärungsbuch aus den 60ern&lt;/em>&lt;br />&lt;blockquote>
&lt;p>„Eltern!&lt;br>
Erzählen Sie Ihren Kindern aus diesem Buch. Geben Sie es Ihren Schulkindern zum Lesen! Besser heute als morgen. Es kann für diese Information nie zu früh, aber es kann schnell zu spät sein.“&lt;/p>
&lt;/blockquote>
&lt;p>So leitet die Binde aus Papier um den Umschlag dieses wunderbare Werk von Dr. med. Robert P. Odenwald ein. Wer dieser Herr Dr. Odenwald genau ist, sagt das Buch hingegen nicht. So ist er weder der amerikanische Originalautor, noch der Übersetzer; der Verlag ist ihm nicht klar namentlich zuzuordnen und als Herausgeber wird er auch nirgends erwähnt. Auf Google ist er auch nur im Zusammenhang dieses Buches zu finden.&lt;/p>
&lt;p>Doch das soll uns hier nicht weiter stören. Das Buch bringt in Form einer Erzählung für Kinder zu Beginn ihrer Pubertät alles zur Sprache, was sie zum Thema geschlechtliche Aufklärung wissen wollen und vermittelt ein „klares und frohmachendes Wissen über die eigene Zukunft“, so eine im Buch abgedruckte Rezension der „Frau und Mutter“. Ganz wichtig: Es werde auch wert auf die Bindung des menschlichen Lebens an Gott und auf die richtige katholische Sinndeutung eingegangen, so andere Rezensenten. Und in der Tat, bereits der zweite Absatz der Einleitung stellt klar: „Die Bibel erzählt: Gott schuf den Menschen, – als Mann und Frau schuf er sie.“ Und da sich Adam und Eva gemäß Gottes Auftrag fruchtbar vermehrten, leben heute „über drei Milliarden Menschen auf der Erde.“&lt;/p></content></entry><entry><title type="html">Die verpasste Debatte</title><link href="https://blog.liwde.de/posts/2016/die-verpasste-debatte/"/><id>https://blog.liwde.de/posts/2016/die-verpasste-debatte/</id><author><name>Lukas Heimann</name></author><published>2016-01-01T00:00:00+00:00</published><updated>2016-01-01T00:00:00+00:00</updated><content type="html">&lt;em>Warum die Diskussion zur Flüchtlingskrise so kompliziert ist&lt;/em>&lt;br />&lt;img class="webfeedsFeaturedVisual" src="https://blog.liwde.de/posts/2016/die-verpasste-debatte/die-verpasste-debatte_hu6617454346408984637.jpg" />&lt;p>Es war das Jahr der Krise. Was Dieter Nuhr schon für 2009, das Jahr der Banken- und Finanzkrise gesagt hat, trifft auch auf dieses Jahr zu. Und wir wären ja gut bedient, wenn es nur eine Krise gewesen wäre. Noch diesen Sommer haben wir uns über einen ausgestreckten Mittelfinger im Ersten Deutschen Fernsehen gestritten, als sei die Schuldenkrise eines kleinen Staates am Mittelmeer unsere größte Sorge. Oder der davor (und immer noch) dahinschwelende BND- bzw. NSA-Skandal, oder die Verstrickungen um den Nationalsozialistischen Untergrund.&lt;/p>
&lt;p>Und während wir uns eben, im Herbst, noch um den großen, (immer noch) nicht abreißenden Strom von Flüchtlingen Richtung Europa und Deutschland gesorgt haben, hat sich das Krisenrad schon wieder weitergedreht: Schließlich muss mal wieder die Klimakrise gelöst und, wichtiger noch, Krieg gegen den Terror geführt werden.&lt;/p>
&lt;p>Unsere Gesellschaft dauerhaft am größten prägen wird allerdings die Flüchtlingskrise. Und obwohl die Debatte zur Flüchtlingssituation inzwischen nicht mehr mit der Härte und Öffentlichkeit geführt wird, so hat sie doch ein großes Problem: Sie liegt und lag schon immer in der Vergangenheit; wir haben sie schon seit Jahren verpasst.&lt;/p></content></entry><entry><title type="html">Abschied eines Altkanzlers</title><link href="https://blog.liwde.de/posts/2015/abschied-eines-altkanzlers/"/><id>https://blog.liwde.de/posts/2015/abschied-eines-altkanzlers/</id><author><name>Lukas Heimann</name></author><published>2015-12-22T00:00:00+00:00</published><updated>2015-12-22T00:00:00+00:00</updated><content type="html">&lt;p>Ich muss gestehen, ich bin ein Kind der Kanzlerschaft Merkels. Natürlich wurde ich schon unter Kohl geboren und bin zu Zeiten Schröders zur Grundschule gegangen, aber wer interessiert sich schon als unter 10-jähriger wirklich für Politik?&lt;/p>
&lt;p>Von Schröders Kanzlerschaft erinnere ich mich tatsächlich nur noch an eine grauenhafte Radio-Parodie auf die Meolodie des Ketchup-Songs („Aserejé ja deje“, besser bekannt als „I said a He, Ha, Hehe!“) mit dem vollmundigen Text „Ich erhöh’ euch die Steuern / gewählt ist gewählt, ihr könnt mich jetzt nicht mehr feuern…“. Blickt man heute auf diesen Altkanzler zurück, steht sein Werk in zweifelhaftem Licht. Irgendwie ist keiner in der SPD wirklich mit Hartz IV oder der Agenda 2010 zufrieden, die zwar nicht so sozial waren, wie es der Parteiname vermuten lässt, aber Deutschland immerhin souverän durch die Wirtschaftskrise ab 2010 gebracht haben. Außerdem arbeitet er jetzt bei dem russischen Energieversorger Gazprom – ein Untertan Putins, das geht ja wohl mal gar nicht!&lt;/p>
&lt;p>Ordentliche Altkanzler bei uns werden moralische Instanz und Herausgeber einer politisch unabhängigen Wochenzeitung! Dann werden sie gefeiert und dürfen trotz Rauchverbot noch Jahre später im öffentlich-rechtlichen Fernsehen qualmen. Wie Helmut Schmidt.&lt;/p></content></entry><entry><title type="html">Impressionen</title><link href="https://blog.liwde.de/posts/2015/impressionen/"/><id>https://blog.liwde.de/posts/2015/impressionen/</id><author><name>Lukas Heimann</name></author><published>2015-11-10T00:00:00+00:00</published><updated>2015-11-10T00:00:00+00:00</updated><content type="html">&lt;img class="webfeedsFeaturedVisual" src="https://blog.liwde.de/posts/2015/impressionen/impressionen_hu18262476218227505906.jpg" />&lt;p>Dieses Wochenende bin ich mit der S-Bahn von Karlsruhe nach Heidelberg gefahren. Nachdem man die Abfahrt erst von Gleis 7 auf Gleis 10, und dann ohne Ankündigung an Gleis 10 weiter auf Gleis 12 verlegt wurde, war mir klar, dass diese Fahrt etwas besonderes wird. Auf dem Weg zum tatsächlichen Gleis (das schon außerhalb der eigentlichen Bahnhofshalle war) lief knapp hinter mir ein leise vor sich hinfluchender Mann. „Das können die nicht machen; was denken die sich eigentlich“ war der Grundtenor seines Fluchens, gespickt mit der Betitelung der Menschen, die das Gleis wahrscheinlich wegen verspäteter Züge verlegen mussten, unter anderem als „die Idioten“.&lt;/p>
&lt;p>Die S-Bahn war voll. Und während ich einen Sitzplatz gefunden hatte, an dem ich auch bequem meinen Rucksack abstellen konnte, stellte sich besagter Mann in den Gang neben mir. Sein stilles Fluchen setzte sich fort und bezog sich im Folgenden auf die Menschen, die an ihm vorbeigehen wollten. Hauptsächlich waren das Menschen, denen man einen Migrationshintergrund unterstellen würde. So gingen seine Flüche dieses Mal in Richtung der „Ausländer“, was die sich eigentlich denken würden. Und überhaupt. Dabei erntete er gemischte Blicke aus den Reihen der auf den angrenzenden Plätzen Sitzenden.&lt;/p>
&lt;p>Ich möchte den Mann an dieser Stelle kurz beschreiben: Dass er Ende 50 ist, erkennt man an den Falten auf seiner Stirn, die er ziemlich sicher auch daher hat, dass er seine Augenbrauen ständig grimmig zusammenzieht. Seine Halbglatze wird umrandet von 5 cm langen Haaren, die nahtlos in den ebenso langen Bart übergehen. Er trägt eine helle Jeans und einen hellblauen, schon etwas verwaschenen Pullover, die Ärmel hochgekrempelt. Links eine Uhr, rechts drei Armbänder: Eines mit größeren, bunten „Edel“steinen, ein silbernes, eines aus braunem Leder. Dazu an 5 der insgesamt 10 Finger insgesamt 8 Ringe, jeweils ausgefallen und ebenfalls mit großem und nur subtil weniger buntem Zierschmuck.&lt;/p>
&lt;p>Hinter Bruchsal wurde der Platz mir gegenüber im Viererabteil frei und der Mann setzte sich zu mir und begann ein Gespräch. Ja, er hat mir manchmal ein bisschen Angst gemacht. In den Momenten, in denen er sich zu weit zu mir rübergebeugt hat; über den Laptop, auf dem ich bereits angefangen hatte, diesen Text zu schreiben. Aber mehr noch mit dem, was er manchmal unterschwellig gesagt hat.&lt;/p>
&lt;p>In weiten Teilen hat er auch normale Dinge erzählt: Dass er aus Bayern komme, jetzt in Heidelberg wohne. Wo ich hinwolle. Ja, Heidelberg sei eine sehr schöne Stadt. Der ganzen Region ginge es ja gut. Eine schöne Altstadt habe Heidelberg. Und dann kam der Unterton: Ein Flüchtlingsdrehkreuz habe man auch. In einer alten Kaserne etwas außerhalb, betrieben von privat. Und er habe gelesen, das würde in der Nachbarschaft für Probleme sorgen. Nicht dass ich ihn falsch verstünde, er habe ja nichts gegen Flüchtlinge. Aber da läge ja einiges im Argen. Ja, natürlich müsse man die irgendwo unterbringen. Aber die Regierung habe da einiges verschlafen. Und irgendwo hat er Recht.&lt;/p>
&lt;p>Ich schreibe auf meinem Laptop weiter am Text. Wie lange ich denn am Tag so an dem Ding arbeiten würde. Länger, jetzt in der Klausurphase. Für ihn sei das ja nichts. Ich erwidere, als Informatikstudent habe man sich da sehr grundsätzlich dafür entschieden. Er lacht. Es gebe viel IT hier im Ländle. Ich frage ihn, ob er sich wirklich sicher ist, dass Karlsruhe und Heidelberg zum „Ländle“ gehören, dass doch eher das Land der Schwaben bezeichnet. Nein nein, das sei schon richtig so.&lt;/p>
&lt;p>Die Bahn ist recht voll. Auf dem Platz neben mir steht nur mein Rucksack. Eine gerade zugestiegene Frau bittet mich darum, aufzurücken. „Junge! Rück mal…“, sagt sie, auf meinen Rucksack zeigend, mit leichtem osteuropäischen Akzent. Der Mann wirft ihr einen bösen Blick zu und sagt zu mir: „Unhöflich. Bleib sitzen.“ Die Frau hat es sich anders überlegt, geht kommentarlos weiter und setzt sich in das nächste Viererabteil. Der Mann murmelt „Fotze“ in seinen Bart.&lt;/p>
&lt;p>Wir sind in Heidelberg angekommen und ich bin froh, aussteigen zu können. Er wünscht mir noch einen schönen Tag; die anderen Fahrgäste gucken mich etwas verwirrt an. Ich steige aus.&lt;/p>
&lt;hr>
&lt;p>Inzwischen bin ich auf dem Rückweg. Es ist weit nach Mitternacht und dank Verspätung der Bahn kann ich nochmal eine Stunde auf meinen Nightliner nach Hause warten. Ich versuche zu reflektieren, was da heute Nachmittag in der Bahn passiert ist. Was das für ein Mensch war. Repräsentativ für unsere Gesellschaft ist er vielleicht nicht. Aber vielleicht ist er offener und spricht aus, was viele andere nur denken. Kein anderer hat ein Wort mit ihm gewechselt, und man hat ihm angemerkt, dass er froh war, dass ich ihm zumindest ein bisschen zugehört und geantwortet, vielleicht (hoffentlich) auch ein bisschen widersprochen habe. Gemessen an seiner Reaktion erlebt er so etwas offensichtlich seltener.&lt;/p>
&lt;p>Vielleicht ist das der Fehler unserer Gesellschaft.&lt;/p></content></entry><entry><title type="html">Der Monat der Netzpolitik</title><link href="https://blog.liwde.de/posts/2015/der-monat-der-netzpolitik/"/><id>https://blog.liwde.de/posts/2015/der-monat-der-netzpolitik/</id><author><name>Lukas Heimann</name></author><published>2015-11-09T00:00:00+00:00</published><updated>2015-11-09T00:00:00+00:00</updated><content type="html">&lt;em>Neuland no more&lt;/em>&lt;br />&lt;img class="webfeedsFeaturedVisual" src="https://blog.liwde.de/posts/2015/der-monat-der-netzpolitik/der-monat-der-netzpolitik_hu1080444650081101328.png" />&lt;p>Man kann mit Fug und Recht behaupten, dass dieser Monat einer der wichtigeren war, was politische Entscheidungen zum Internet angeht. In weiten Teilen überschattet von der Flüchtlingskrise, die täglich die Nachrichten füllt, waren die im Folgenden ausgeführten Ereignisse nur eine so kurze Randnotiz, dass die Süddeutsche einem der Themen einen Artikel unter dem Titel „Dieses Thema interessiert Sie nicht – sollte es aber“ veröffentlichen musste. Netzpolitik ist abstrakt, irgendwo ungreifbar und man glaubt als einfacher Bürger, wenig Einfluss auf sowohl die großen Internetkonzerne als auch die Politik haben zu können. Dass das nur bedingt stimmt, zeigt gleich der erste Teil.&lt;/p>
&lt;p>Alle im Folgenden höchstens kurz behandelten Themen sind für sich genommen so interessant und ausführlich, dass man zu jedem einzelnen einen Text schreiben könnte, der die Länge dieses hier bei weitem übersteigt – und Journalisten und Blogger haben genau das getan. Ich empfehle jedem, sich selbst zu informieren. Dieser Artikel verzichtet absichtlich auf Quellen. Wir haben ein freies Internet: Wenden Sie sich einfach an die Suchmaschine Ihres geringsten Misstrauens und recherchieren Sie!&lt;/p>
&lt;p>Das Internet ist ein integraler Bestandteil unserer Gesellschaft und unseres Alltags geworden. Wir sollten seine Belange nicht ignorieren.&lt;/p></content></entry><entry><title type="html">Hacker</title><link href="https://blog.liwde.de/posts/2015/hacker/"/><id>https://blog.liwde.de/posts/2015/hacker/</id><author><name>Lukas Heimann</name></author><published>2015-11-08T00:00:00+00:00</published><updated>2015-11-08T00:00:00+00:00</updated><content type="html">&lt;em>Nützlich oder nur lästig&lt;/em>&lt;br />&lt;img class="webfeedsFeaturedVisual" src="https://blog.liwde.de/posts/2015/hacker/hacker_hu3452901179970440679.jpg" />&lt;p>Der folgende Artikel ist aus einem Vortrag von Fabian Hilz, Frank Kriegl und mir im Rahmen der Vorlesungsreihe Beruf und Verantwortung entstanden. Thema der Ringveranstaltung waren die ethischen Implikationen von Technologie und die Auswirkung von Technik auf unsere Gesellschaft.&lt;/p>
&lt;h1 id="was-sind-hacker">Was sind Hacker?&lt;/h1>
&lt;p>Der Begriff „Hacker“ wird heutzutage beinahe inflationär verwendet und passt auf sehr viele Menschen, die sich mit technischem Sachverstand im Internet bewegen. Man kann ein paar prominente Beispiele suchen: Ist Edward Snowden, der erst für die NSA gearbeitet und dann Informationen über ihre Abhörpraxis veröffentlicht hat, ein Hacker? Ist die NSA, die National Security Agency der Vereinigten Staaten von Amerika, die laut den von Edward Snowden veröffentlichten Unterlagen so ziemlich jeden Nutzer des Internets ausspioniert hat, eine Organisation von Hackern? Ist Julien Assange, der Kopf von WikiLeaks, der Enthüllungsplattform, die nicht nur Snowden bei der Veröffentlichung von geheimgehaltenen Dokumenten unterstützt hat, ein Hacker?&lt;/p></content></entry><entry><title type="html">Neo-Romantik</title><link href="https://blog.liwde.de/posts/2015/neo-romantik/"/><id>https://blog.liwde.de/posts/2015/neo-romantik/</id><author><name>Lukas Heimann</name></author><published>2015-10-09T00:00:00+00:00</published><updated>2015-10-09T00:00:00+00:00</updated><content type="html">&lt;em>Ein Essay über die Literatur unserer Zeit&lt;/em>&lt;br />&lt;img class="webfeedsFeaturedVisual" src="https://blog.liwde.de/posts/2015/neo-romantik/neo-romantik_hu15027362641102992719.jpg" />&lt;p>Wie viele Bereiche der Geschichte wird auch die Literaturgeschichte in verschiedene Epochen eingeteilt. Ob Klassik, Realismus oder Romantik: Jede Epoche hat ihre ganz eigenen Kriterien. Doch was sind die Kriterien der aktuellen Literatur? In Amsterdam, einer der vielleicht schönsten (und sicher auch romantischsten) Städten Europas, haben die Autoren den Begriff der Neo-Romantik entwickelt, um die heutige Literatur zu beschreiben.&lt;/p>
&lt;p>Warum dieser Begriff gewählt wurde, und was Neo-Romantik für unsere Literatur bedeutet, soll im Folgenden erörtert werden.&lt;/p>
&lt;h1 id="die-alte-romantik">Die „alte“ Romantik&lt;/h1>
&lt;p>Die alten Romantiker konzentrierten sich in ihrer Literatur auf die zunehmende Industrialisierung der Umwelt. Die Erfindung der Dampfmaschine, die sich rasend schnell entwickelnde Technik, industrielle Revolutionen in jeder Sparte – besonders die Angst vor zu schnellem Leben und der Entfremdung vom gewohnten Alltag stellte eine Bedrohung für die Menschen der Romantik dar.&lt;/p>
&lt;p>In der Literatur flüchten sich die Schriftsteller der Zeit zurück in die Natur und versuchen so, die Gesellschaft mit ihrem immer schneller werdenden Wandel hinter sich zu lassen. Man romantisiert das Mittelalter, das wenig mit den Problemen der damaligen Zeit gemeinsam hat und in den Köpfen der Literaten gleichzeitig die Einheit mit Natur und das einfache Leben buchstäblich romantisiert. Gefühl, Leidenschaft, Individualität – all das sollten die durch Technologie entstandenen Risse im Menschen wieder flicken.&lt;/p></content></entry><entry><title type="html">Ein paar Sätze zum Aufschieben</title><link href="https://blog.liwde.de/posts/2015/aufschieben/"/><id>https://blog.liwde.de/posts/2015/aufschieben/</id><author><name>Lukas Heimann</name></author><published>2015-10-06T00:00:00+00:00</published><updated>2015-10-06T00:00:00+00:00</updated><content type="html">&lt;em>[Bei Gelegenheit hier einen Untertitel einfügen]&lt;/em>&lt;br />&lt;img class="webfeedsFeaturedVisual" src="https://blog.liwde.de/posts/2015/aufschieben/aufschieben_hu675420558558822852.jpg" />&lt;p>Ich bin ziemlich gut im Aufschieben. Wenn mir etwas nicht wirklich gefällt oder gerade gut in meinen Plan passt, dann bleibt es liegen. Und das so lange, bis sich irgendwann eine Deadline nähert, und ich gezwungen werde, etwas zu tun.&lt;/p>
&lt;p>So wie dieser Text hier. Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, noch etwas zum Thema Flüchtlinge zu schreiben. (Vielleicht schaffe ich das auch noch bis zum Redaktionsschluss – morgen Abend.) Aber da war noch dieses und jenes, und überhaupt… Und so ist der Abend vor Redaktionsschluss und es werden noch Texte für die nächste Ausgabe gebraucht.&lt;/p>
&lt;p>Dabei würde es an Ideen meinerseits nicht mangeln: Ich will schon seit Monaten mal jemand Kompetentes zum Thema Journalismus und Pressefreiheit interviewen. Ich hatte überlegt, der Bundestagsabgeordneten meines Wahlkreises ein paar Fragen zu Politikverdrossenheit zu stellen. Himmel, ich habe sogar schon eine ausgearbeitete Struktur für einen Artikel über das CERN, der noch von der Kursfahrt dorthin im Jahr 2013 stammt und nie ausformuliert wurde.&lt;/p>
&lt;p>Das Problem am Aufschieben ist, dass die Dinge, die man aufschiebt, so langsam in verschiedene, im Folgenden aufgeführte Richtungen zerfallen:&lt;/p></content></entry><entry><title type="html">Der stille Aufstand</title><link href="https://blog.liwde.de/posts/2015/der-stille-aufstand/"/><id>https://blog.liwde.de/posts/2015/der-stille-aufstand/</id><author><name>Lukas Heimann</name></author><published>2015-09-14T00:00:00+00:00</published><updated>2015-09-14T00:00:00+00:00</updated><content type="html">&lt;em>Arbeitstitel: Warum die Anständigen schweigen&lt;/em>&lt;br />&lt;img class="webfeedsFeaturedVisual" src="https://blog.liwde.de/posts/2015/der-stille-aufstand/der-stille-aufstand_hu1752994075902767510.jpg" />&lt;p>Eigentlich sollte dieser Artikel anders werden. Er sollte den Titel tragen „Warum die Anständigen schweigen“. Die Idee zu diesem Artikel stammt von einem Zeitpunkt, da war der &lt;a href="https://www.facebook.com/panorama.de/videos/672503106220696/">Kommentar von Anja Reschke in der ARD&lt;/a> zum „Aufstand der Anständigen“ erst ein paar Wochen alt. Schon im Jahr 2000 hat der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder nach einem Brandanschlag auf eine Synagoge unter diesem Titel in einer Rede eine Reaktion der Zivilgesellschaft gegen Rechts gefordert. Heute brennen nicht Synagogen, sondern Flüchtlingsunterkünfte.&lt;/p>
&lt;p>2000 war ich noch zu jung, um das wirklich mitzubekommen; dafür treffen mich die Bilder von ausgebrannten Flüchtlingsunterkünften heute umso heftiger. Ein kleiner Teil der Bevölkerung scheint das jedoch anders zu sehen. Das sind dann die Menschen, die in Heidenau und anderswo gegen Flüchtlinge demonstrieren. Ich empfehle, sich einmal &lt;a href="https://www.youtube.com/watch?v=XMpQS_GgrRQ">dieses Video&lt;/a> einer „besorgten Bürgerin“, einer „Asylkritikerin“ anzusehen. Auch das erschreckt. Natürlich weiß ich, dass nicht alle so sind. Doch wie Frau Reschke in ihrem Kommentar so treffend feststellt: Sie werden mutiger, öffentlicher und man müsste ihnen lauter widersprechen. Ich habe mich also vor zwei Wochen gefragt: Wo bleibt er denn, der Aufstand der Zivilgesellschaft? Und ich habe überlegt, warum er nicht kommt.&lt;/p></content></entry><entry><title type="html">Landesverrat und andere Fragen</title><link href="https://blog.liwde.de/posts/2015/landesverrat-und-andere-fragen/"/><id>https://blog.liwde.de/posts/2015/landesverrat-und-andere-fragen/</id><author><name>Lukas Heimann</name></author><published>2015-08-12T00:00:00+00:00</published><updated>2015-08-12T00:00:00+00:00</updated><content type="html">&lt;em>Wir brauchen mehr Debatten&lt;/em>&lt;br />&lt;img class="webfeedsFeaturedVisual" src="https://blog.liwde.de/posts/2015/landesverrat-und-andere-fragen/landesverrat-und-andere-fragen_hu17868901539005728125.jpg" />&lt;p>Vorneweg: Dieser Artikel wird streckenweise zynisch, und das mit Absicht. Er wird einige Sachverhalte unzulässig vereinfachen. Aber er wird auch viele Fragen stellen, die wichtig für die Debatte sind und so zu selten gestellt werden – weil sie auch tiefer gehen als es die aktuell sehr machtpolitische Debatte tut.&lt;/p>
&lt;p>Satirisch überspitzt und sachlich nicht ganz korrekt könnte man die Ereignisse der letzten Wochen so zusammenfassen: Generalbundesanwalt Range ermittelt gegen die, die anprangern, dass er seine Ermittlungen gegen die Überwachung durch Geheimdienste aus Mangel an Beweisen eingestellt hat, weil sie Beweise für eben jene Überwachung veröffentlicht haben. Jener Generalbundesanwalt, dessen Kompetenz nach lustigen Versprechern in Aussagen dazu, dass keine Hinweise zu einer Überwachung durch Dienste wie die &lt;a href="https://www.youtube.com/watch?v=vySPJKiSzPQ">„NASA“&lt;/a> im &lt;a href="https://www.youtube.com/watch?v=4HlvQskKM4A">„sogenannten SNA-Komplex“&lt;/a> vorlägen, von seiner Fachaufsicht im Innenministerium &lt;a href="https://www.youtube.com/watch?v=ONeIkieeCZY">nicht angezweifelt&lt;/a> wurde – durchaus mit dem Kommentar, man mische sich nicht in die Justiz ein –, der nun wegen Inkompetenz im Umgang mit der Pressefreiheit erst in seinen Ermittlungen gebremst und schließlich, nachdem er diesen Eingriff in die Justiz öffentlich moniert hatte, ganz in den Ruhestand entlassen wurde.&lt;/p></content></entry><entry><title type="html">Vision und Machbarkeit</title><link href="https://blog.liwde.de/posts/2015/vision-und-machbarkeit/"/><id>https://blog.liwde.de/posts/2015/vision-und-machbarkeit/</id><author><name>Lukas Heimann</name></author><published>2015-08-03T00:00:00+00:00</published><updated>2015-08-03T00:00:00+00:00</updated><content type="html">&lt;em>Eine von zwei Reaktionen auf das Interview mit Prof. Dr. Josef Spindelböck&lt;/em>&lt;br />&lt;p>&lt;em>In der &lt;a href="http://www.neologismus-magazin.de/issue.php?i=15-06">Juni-Ausgabe des Neologismus&lt;/a> und auch &lt;a href="https://blog.liwde.de/posts/2015/interview-kirche/">hier im Blog&lt;/a> wurde mein Interwiew mit Prof. Dr. Josef Spindelböck zum Thema Ehe und Familie im katholischen Weltbild mit Blick auf die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare in Irland und den USA veröffentlicht. &lt;a href="http://fkranhold.de/">Florian Kranhold&lt;/a>, seines Zeichens Chefredakteur des Neologismus, wollte die Aussagen von Dr. Spindelböck jedoch nicht unkommentiert lassen und hat auch mich dazu aufgerufen, meine Ansichten zu dem Thema darzulegen. Die beiden Kommentare sind ebenfalls im &lt;a href="http://www.neologismus-magazin.de/issue.php?i=15-06">Neologismus vom Juni&lt;/a> veröffentlicht. Meine nun auch hier veröffentlichte Reaktion nimmt Bezug auf Florians Kommentar, der im Neologismus direkt hinter dem Interview zu finden ist.&lt;/em>&lt;/p>
&lt;p>In gewisser Weise hat Florian Recht, wenn von einem säkularisierten Staat die Trennung von kirchlicher Meinung und politischem Handeln fordert. Inwiefern er das unter Umständen nicht hat, und Kirche eben nicht nur ein eine völlig vom Staat losgelöste und unabhängige Institution ist, sondern zum Beispiel über ihre Aufgaben als Sozialträger oder durch Staatskirchenverträge im Positiven oder Negativen eine weit wichtigere Rolle in unserer Gesellschaft und damit auch unserer Politik spielt, ist ein eigenes Thema, das einer eigenen, und nochmal grundsätzlicheren Debatte bedarf.&lt;/p>
&lt;p>Aber denken wir das unter Annahme einer strikten Trennung von Staat und Kirche mal durch. Dann wäre folgerichtig sehr viel an Arbeit zu tun: Man sollte die Ehe im staatlichen Sinne komplett abschaffen. Wer heiraten und in den heiligen Bund der Ehe eingehen will, muss dann zu einer christlichen Konfession seiner Wahl gehen und dann auch die entsprechenden Voraussetzungen mitbringen. Der Staat hat damit dann nichts mehr zu tun.&lt;/p></content></entry><entry><title type="html">Im Flugzeug</title><link href="https://blog.liwde.de/posts/2015/im-flugzeug/"/><id>https://blog.liwde.de/posts/2015/im-flugzeug/</id><author><name>Lukas Heimann</name></author><published>2015-07-04T00:00:00+00:00</published><updated>2015-07-04T00:00:00+00:00</updated><content type="html">&lt;img class="webfeedsFeaturedVisual" src="https://blog.liwde.de/posts/2015/im-flugzeug/im-flugzeug_hu2072136266042100328.jpg" />&lt;p>Gestern bin ich zum ersten Mal ganz alleine geflogen. Natürlich ist mir klar, wie Fliegen
funktioniert – schließlich habe ich das schon häufiger gemacht. Aber eben immer zusammen mit Familie oder Freunden. Diesmal musste ich alleine das Shuttle zum &lt;em>Keflavík International Airport&lt;/em> nehmen, um das kalte Island in Richtung des heißen Deutschlands zu verlassen. Gestern Abend klang es noch wie eine sehr angenehme Sache, mal mehr als 13 bis 17 Grad Außentemperatur zu haben; jetzt jedoch sehe ich das ganze subtil anders...&lt;/p>
&lt;p>Aber zurück zu gestern: Es war ein Nachtflug, so dachte ich zumindest, Start nach Mitternacht Ortszeit, Landung früh morgens in Deutschland. Die obligatorischen 2 Stunden vor Abflug am Flughafen habe ich dann mit dem Aufarbeiten der Ereignisse in Griechenland der letzten Tage (man verpasst im Urlaub ja echt einiges) und der Überlegung, ob die Corioliskraft das Flugzeug bei seinem Weg in das südöstlich gelegene Deutschland unterstützt (ja, eigentlich schon), verbracht.&lt;/p>
&lt;p>Ein Nachtflug war es dann irgendwie nicht – mehr so ein Ritt auf der Morgenröte, 3 Stunden und 15 Minuten Sonnenaufgang. Mit einer Laugenstange um 4 Uhr deutscher Zeit; und zum Gebäck wurden Getränke serviert.&lt;/p>
&lt;p>Ich sollte vielleicht erwähnen, dass ich offensichtlich mit einer Gruppe Senioren unterwegs war, die schon bei der Sicherheitskontrolle kein Englisch gesprochen haben, für den Metalldetektor ihre Hosenträger ausziehen mussten, volle Wasserflaschen im Handgepäck vergessen haben, aber alles in allem ohne Ironie eine echt nette Reisebegleitung waren. Und die (Achtung, relevant) sehr traditionsbewusst im Flugzeug alle Tomatensaft getrunken haben.&lt;/p>
&lt;p>Das ist ein Brauch, den ich so zwar kenne, aber nie miterlebt habe und doch irgendwie immer recht obskur fand. Vor allem: Was ist das bitte? Dieses Wasser, was beim Tomatenschneiden immer raustropft? Will man das trinken? Und dann hat die sehr freundliche Stewardess immer gefragt: „Salz und Pfeffer dazu?“ Zu einem Saft?&lt;/p>
&lt;p>Ich habe also beschlossen: Die Gelegenheit ist günstig, Du nimmst jetzt so einen Tomatensaft. Mit Pfeffer und Salz. Und einem Wasser, falls das ganz grausam wird. Und dann habe ich probiert. Man reichte mir also einen Plastikbecher gefüllt mit einer grellroten Flüssigkeit etwa von der Dickflüssigkeit von Bratensoße und einem Stäbchen zum Rühren drin, daneben ein kleines Päckchen mit Salz und Pfeffer, getrennt voneinander. Soso. Und wie trinkt man das jetzt? Beobachten der Nachbarn
zeigt: Einfach so.&lt;/p>
&lt;p>Und das Geschmackserlebnis ist… naja, ähnlich wie Tomatensoße. In kalt. Und etwas
süßer. Wahrscheinlich auch etwas wässriger, ist ja schließlich Saft, nicht Soße. Und doch
geschmacklich sehr ähnlich. Nach den ersten paar Schlücken die gesamte Menge Salz und Pfeffer einzurühren erwies sich als Fehler, es wurde doch sehr salzig.&lt;/p>
&lt;p>Ich habe meinen Sitznachbarn gefragt, warum er sich Tomatensaft bestellt hätte. Das gehöre halt dazu, war die etwas ernüchternde Antwort. Wikipeida wusste (offline auf meinem Smartphone): Das scheint tatsächlich irgendwo die richtige Antwort zu sein. Nirgends ist Tomatensaft so beliebt wie in Flugzeugen. Ob das jetzt wirklich daran liegt, dass der niedrigere Kabinendruck das Geschmackserlebnis verändert, oder daran, dass der Tomatensaft den Appetit lindert, kann ich nicht bestätigen und werde ich auch nicht nachprüfen.&lt;/p>
&lt;p>Ich weiß ziemlich sicher, dass ich auf dem Boden nie Tomatensaft trinken werde. Ob ich im Flugzeug nochmal zugreifen würde, weiß ich allerdings nicht. Vielleicht ist es ja ganz nett, ein kleines Ritual zum Fliegen zu haben. Wahrscheinlich bestelle ich mir beim nächsten Mal, wann immer das sein wird, aber doch wieder eine Cola.&lt;/p></content></entry><entry><title type="html">„Die Kirche sagt immer Ja zum Menschen und seiner Würde“</title><link href="https://blog.liwde.de/posts/2015/interview-kirche/"/><id>https://blog.liwde.de/posts/2015/interview-kirche/</id><author><name>Lukas Heimann</name></author><published>2015-07-03T00:00:00+00:00</published><updated>2015-07-03T00:00:00+00:00</updated><content type="html">&lt;em>Interview mit Prof. Dr. Josef Spindelböck&lt;/em>&lt;br />&lt;img class="webfeedsFeaturedVisual" src="https://blog.liwde.de/posts/2015/interview-kirche/interview-kirche_hu313277900868121330.jpg" />&lt;p>Im vergangenen Monat wurde im plakativ immer als „erzkatholisch“ bezeichneten Irland durch ein Referendum die Ehe unabhängig von Geschlecht in der Verfassung verankert. Als dieser Artikel eigentlich schon fertig war, hat in den Vereinigten Staaten das Supreme Court ebenfalls die Ehe auch für gleichgeschlechtliche Paare geöffnet. Natürlich wurde in diesem Zuge auch in Deutschland wieder über die Öffnung der Ehe diskutiert. Beim Schauen von Nachrichten ist mir allerdings aufgefallen, dass eine in der Frage durchaus wichtige Institution sehr wenig an der öffentlichen Debatte in den Medien beteiligt war: Die katholische Kirche. Einzig ein doch reichlich unspezifischer und vor allem wenig begründeter Kommentar zur „Niederlage für die Menschheit“ machte nach dem Referendum in Irland seine Runde durch einige Zeitungen. Auch bei anderen Themen, wie der Debatte um Social Freezing im Herbst letzten Jahres oder den gerade diskutierten Gesetzentwürfen zum Thema „Sterbehilfe“ war und ist die Kirche mit einer begründeten Meinung in den Medien leider kaum oder gar nicht vertreten.&lt;/p>
&lt;p>Ziel dieses Artikels ist es, das zumindest in Ansätzen zu ändern.&lt;/p>
&lt;p>&lt;a href="http://spindelboeck.net/">Dr. Josef Spindelböck&lt;/a> ist Professor für Moraltheologie und Dozent für Ethik an der Philosophisch-Theologischen Hochschule St. Pölten und Mitglied der Niederösterreichischen Ethikkommission.&lt;/p>
&lt;p>Das folgende Interview mit ihm versucht, die oben genannten Themen zumindest anzureißen, denn natürlich ließe sich stundenlang über jeden der Teilaspekte diskutieren. In einem ersten Teil hat Herr Spindelböck die Hauptfragen per Mail erhalten und schriftlich eine begründete Antwort dargelegt. In einem zweiten Teil habe ich telefonisch ein paar Rückfragen, die sich aus seinen Antworten ergeben haben, stellen können.&lt;/p>
&lt;p>Ich möchte Herrn Spindelböck auch an dieser Stelle für das Interview, die guten Antworten und das offene Gespräch danken. Letztendlich bleibt der ganze Themenkomplex einer, bei dem auf grundsätzlichen Einstellungen über logische Schlussfolgerungen Konsequenzen aufgebaut werden. Es ist meiner Meinung nach wichtig, diese drei Denkschritte für unterschiedliche Sichtweisen zu kennen, unabhängig davon, ob man ihnen vollends zustimmt.&lt;/p></content></entry><entry><title type="html">„Homo-Ehe“ und Wording</title><link href="https://blog.liwde.de/posts/2015/homo-ehe-und-wording/"/><id>https://blog.liwde.de/posts/2015/homo-ehe-und-wording/</id><author><name>Lukas Heimann</name></author><published>2015-06-08T00:00:00+00:00</published><updated>2015-06-08T00:00:00+00:00</updated><content type="html">&lt;em>Über Wortfindungsprobleme der Berichterstattung&lt;/em>&lt;br />&lt;img class="webfeedsFeaturedVisual" src="https://blog.liwde.de/posts/2015/homo-ehe-und-wording/homo-ehe-und-wording_hu2719296614079014648.jpg" />&lt;p>In Irland wird jetzt nach einem Referendum die Ehe unabhängig von Geschlecht eingeführt.&lt;/p>
&lt;p>Über die moralischen und ethischen Aspekte der „Ehe für Alle“ lässt sich problemlos stundenlang diskutieren. Heute jedoch möchte ich mich auf die Frage beschränken, wie man den Vorgang korrekterweise nennt. In Vorbereitung für ein Interview, das hoffentlich in einer der nächsten Ausgaben erscheint, habe ich nämlich überlegt, was genau da in Irland eigentlich am 22. Mai passiert ist – wie der technische bzw. politische Sachverhalt aussieht. Und mir ist klar geworden, dass das nicht nur von Bedeutung für das Thema ist, sondern auch absolut unter den Tisch fällt.&lt;/p></content></entry><entry><title type="html">Die Aufgabe des Intellektuellen</title><link href="https://blog.liwde.de/posts/2015/die-aufgabe-des-intellektuellen/"/><id>https://blog.liwde.de/posts/2015/die-aufgabe-des-intellektuellen/</id><author><name>Lukas Heimann</name></author><published>2015-05-06T00:00:00+00:00</published><updated>2015-05-06T00:00:00+00:00</updated><content type="html">&lt;em>Über Männer mit Pfeife &amp; Meinung&lt;/em>&lt;br />&lt;img class="webfeedsFeaturedVisual" src="https://blog.liwde.de/posts/2015/die-aufgabe-des-intellektuellen/die-aufgabe-des-intellektuellen_hu571212790055607759.jpg" />&lt;p>„Günter Wilhelm Grass war ein deutscher Schriftsteller, Bildhauer, Maler und Grafiker“. &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%BCnter_Grass">Wikipedia&lt;/a> hält den doch bedeutenden Tod des „großen Deutschen“ sehr nüchtern fest. Ich kann guten Gewissens sagen, dass ich ihn zu wenig kannte, fundierte Aussagen über ihn zu treffen, aber das haben zum Glück andere übernommen – mehr oder weniger radikal. Und wenn die meisten Nachrufe den Verlust eines großen Intellektuellen betrauern, ist doch einer besonders hängengeblieben, um näher betrachtet zu werden:&lt;/p>
&lt;p>&lt;a href="http://www.cicero.de/salon/moralische-instanz-wir-brauchen-keine-intellektuellen/59138">„Das Zeitalter des Intellektuellen ist endgültig vorbei“&lt;/a> von Alexander Grau in seiner Online-Kolumne bei der Zeitschrift Cicero. Die These: Wir brauchen keine alten Männer mit Pfeife, keine Mahner, Warner, Moralisten. Unsere Gesellschaft brauche Spezialisten; man werde die aussterbenden Intellektuellen, wie Grass einer war, nicht vermissen.&lt;/p></content></entry><entry><title type="html">Einmal Pegida bitte!</title><link href="https://blog.liwde.de/posts/2015/einmal-pegida-bitte/"/><id>https://blog.liwde.de/posts/2015/einmal-pegida-bitte/</id><author><name>Lukas Heimann</name></author><published>2015-03-26T00:00:00+00:00</published><updated>2015-03-26T00:00:00+00:00</updated><content type="html">&lt;em>Eindrücke von zwei Demonstrationen&lt;/em>&lt;br />&lt;img class="webfeedsFeaturedVisual" src="https://blog.liwde.de/posts/2015/einmal-pegida-bitte/einmal-pegida-bitte_hu3195814597974398306.jpg" />&lt;p>Eigentlich sollte dieser Artikel ganz anders werden, als er es jetzt ist. Eigentlich wollte ich am Montag, 23. März, in die Karlsruher Innenstadt gehen und mich mit den Demonstranten der hier ansässigen Pegida Karlsruhe-Bewegung unterhalten und sie fragen, warum sie da sind, was sie bewegt und was sie sich von der Politik wünschen. Dieser Plan ist nicht wirklich aufgegangen. Ich war zwar mit einem Kommilitonen in der Innenstadt, habe aber von der Pegida-Demonstration selbst recht wenig mitbekommen. Von daher will ich hier meine Eindrücke schildern, von der ersten „richtigen“ Demonstration, die ich besucht habe. Doch fangen wir vorne an:&lt;/p></content></entry><entry><title type="html">Kann es Allwissenheit geben?</title><link href="https://blog.liwde.de/posts/2015/allwissenheit/"/><id>https://blog.liwde.de/posts/2015/allwissenheit/</id><author><name>Lukas Heimann</name></author><published>2015-03-06T00:00:00+00:00</published><updated>2015-03-06T00:00:00+00:00</updated><content type="html">&lt;em>Oder: Ich bringe mich mit einer naiven Idee sprichwörtlich in Teufels Küche&lt;/em>&lt;br />&lt;p>Es ist eine dieser Fragen, auf die man so stößt und bei denen sich denkt: „Hm, das klingt auf den ersten Blick ganz einfach. Aber irgendwie ist das kompliziert…“&lt;/p>
&lt;p>Ich persönlich bin auf diese Frage gestoßen, als ich mir die (sehr empfehlenswerten) Aufgabezettel zur Aufnahme in ein Stipendium am &lt;a href="http://www.all-souls.ox.ac.uk/content/Past_Papers">&lt;em>All Souls College&lt;/em> der &lt;em>University of Oxford&lt;/em>&lt;/a> gelesen habe. In der Kategorie &lt;a href="http://www.all-souls.ox.ac.uk/userfiles/file/EF/PastPapers/Philosophy.pdf">„Philosophy“&lt;/a> wurde gefragt:&lt;/p>
&lt;blockquote>
&lt;p>„4. Is omniscience possible?“&lt;/p>
&lt;/blockquote>
&lt;p>Oder auf Deutsch: „Ist Allwissenheit möglich?“&lt;/p>
&lt;p>Man ist hier schnell versucht zu sagen: „Natürlich nicht, so viel Wissen, wie es gibt; wer soll sich das denn alles merken können! Und überhaupt, die Zeit, das Alles zu lernen, hat ja keiner!“ Aber irgendwie ist es dann doch etwas komplizierter, wenn man sich vor Augen führt, dass die Frage ja gar nicht fordert, dass es sich bei dem/der Allwissenden um einen Mensch handeln muss.&lt;/p>
&lt;p>Und selbst, wenn man sagt, „das Universum ist (in allen Dimensionen) unendlich groß, es gibt also unendlich viel Wissen“, muss man dann auch in Betracht ziehen, dass ebenso ein metaphorisch „unendlich großes Gehirn“ vorliegen könnte, das unendlich viel Zeit hat. Zum Beispiel könnte man hier Gott nehmen, um dessen Existenz man zwar streitet, dessen Allwissenheit aber in breiten Kreisen akzeptiert ist.&lt;/p></content></entry><entry><title type="html">Kann man Eier eigentlich einfrieren?</title><link href="https://blog.liwde.de/posts/2015/eier-einfrieren/"/><id>https://blog.liwde.de/posts/2015/eier-einfrieren/</id><author><name>Lukas Heimann</name></author><published>2015-02-12T00:00:00+00:00</published><updated>2015-02-12T00:00:00+00:00</updated><content type="html">&lt;h1 id="einleitung">Einleitung&lt;/h1>
&lt;p>Oft sind es die kleinen Fragen des Lebens, die eigentlich sehr spannend sind und leicht zu beantworten wären, nur nie beantwortet werden, weil man zu faul ist, die Antwort experimentell zu bestätigen. Oft genug wird man auch von dem alten Satz aus frühester Kindheit behindert: „Mit Essen spielt man nicht!“ Doch das soll heute nicht so sein.&lt;/p>
&lt;p>Die titelgebende Frage hat im Studentenleben nämlich durchaus Relevanz: Will man zum wochenendlichen Frühstück ein mittelhart gekochtes Ei konsumieren, zwingt einen die in Deutschland herrschende Discounter-Kultur leider in der Regel dazu, 6, wenn nicht sogar 10 Eier auf einmal zu kaufen, die – hat man nicht vor, unter der Woche quasi täglich noch Rühr- und Spiegeleier zu kochen – bis zu den nächsten Wochenenden schnell schlecht werden können.&lt;/p>
&lt;p>Nun stellt sich die Frage, ob man Eier nicht einfrieren kann – und in welcher Form man das am besten tut. Dieser Frage will das im Folgenden beschriebene Experiment nachgehen.&lt;/p>
&lt;script defer src="https://blog.liwde.de/js/jquery-3.2.1.min.js">&lt;/script>&lt;script defer src="https://blog.liwde.de/js/lightbox.min.js" onload="lightbox.option({'albumLabel': 'Bild %1 von %2','wrapAround': true});">&lt;/script>&lt;link rel="stylesheet" href="https://blog.liwde.de/css/lightbox.min.css">
&lt;figure>
&lt;a href="https://blog.liwde.de/posts/2015/eier-einfrieren/EiAbb1.jpg" data-lightbox="Kann man Eier eigentlich einfrieren?" data-title="Abbildung 1: Die vier Testeier">
&lt;img src="https://blog.liwde.de/posts/2015/eier-einfrieren/EiAbb1_hu17453263217535211043.jpg" srcset="https://blog.liwde.de/posts/2015/eier-einfrieren/EiAbb1_hu17453263217535211043.jpg 1x, https://blog.liwde.de/posts/2015/eier-einfrieren/EiAbb1_hu9227036402834504118.jpg 2x" style="background-color: #dddada;"
alt="Abbildung 1: Die vier Testeier"/>
&lt;/a>&lt;figcaption>
&lt;p>Abbildung 1: Die vier Testeier&lt;/p>
&lt;/figcaption>
&lt;/figure></content></entry><entry><title type="html">„Aber ich kann ‘ne Gedichtsanalyse schreiben“</title><link href="https://blog.liwde.de/posts/2015/aber-ich-kann/"/><id>https://blog.liwde.de/posts/2015/aber-ich-kann/</id><author><name>Lukas Heimann</name></author><published>2015-01-26T00:00:00+00:00</published><updated>2015-01-26T00:00:00+00:00</updated><content type="html">&lt;em>Ein Plädoyer für humanistische Bildung&lt;/em>&lt;br />&lt;img class="webfeedsFeaturedVisual" src="https://blog.liwde.de/posts/2015/aber-ich-kann/aber-ich-kann_hu10715738408942104182.jpg" />&lt;p>Anfang Januar sorgte ein &lt;a href="https://twitter.com/nainablabla/status/553881334813560832">Tweet&lt;/a> von einer Schülerin aus Köln für einen Aufschrei im Internet:&lt;/p>
&lt;blockquote>
&lt;p>„Ich bin fast 18 und hab keine Ahnung von Steuern, Miete oder Versicherungen. Aber ich kann ’ne Gedichtsanalyse schreiben. In 4 Sprachen.“&lt;/p>
&lt;/blockquote>
&lt;p>Die siebzehnjährige Naina aus Köln macht ihrer Unmut über das Bildungssystem Luft, und die Kurznachricht der Zwölftklässlerin wird in kurzer Zeit über 15.000 Mal retweetet und weiterverbreitet. Insbesondere Schüler schließen sich Nainas Meinung an, der Philologenverband widerspricht harsch, die Schuldirektorin nennt die Äußerung &lt;a href="http://www.bild.de/regional/koeln/schule/diese-schuelerin-ist-twitter-prinzessin-39318024.bild.html">„dumm und fahrlässig“&lt;/a>. Dennoch: Schüler fühlen sich von der Schule nicht auf das Leben vorbereitet.&lt;/p></content></entry><entry><title type="html">»GEZ abschaffen!«</title><link href="https://blog.liwde.de/posts/2015/gez-abschaffen/"/><id>https://blog.liwde.de/posts/2015/gez-abschaffen/</id><author><name>Lukas Heimann</name></author><published>2015-01-10T00:00:00+00:00</published><updated>2015-01-10T00:00:00+00:00</updated><content type="html">&lt;em>Oder: Warum wir „Staatspropaganda“ brauchen&lt;/em>&lt;br />&lt;p>Es sind die unterschiedlichsten Menschen, die die Abschaffung der GEZ und damit des öffentlich-rechtlichen Rundfunks fordern: Ein älterer (ich glaube Philosophie-)Professor, der vor drei Monaten in einem Flugblatt darauf aufmerksam gemacht hat, er habe gar keinen Fernseher, weil Fernsehen ja eh Schwachsinn sei, und deshalb sollte er auch keine GEZ zahlen müssen (gespickt mit einem Hitler-Vergleich). Verschwörungstheoretiker mit Facebook-Seiten, die sagen, die Rundfunkgebühren seien eine hochgradig illegale Abgabe, aber was solle man denn anderes erwarten, wenn die BRD sowieso eine GmbH mit Sitz in Frankfurt a.M. ist. Und erst kürzlich ein netter Herr auf einer Pegida-Demonstration, der prominent sein Schild zur Abschaffung der Staatspropaganda in die Kamera hält.&lt;/p>
&lt;p>Auf die Gefahr hin, hier vieles in einen Topf zu schmeißen und grauenhaft zu verallgemeinern: Man ist sich scheinbar auf einem breiten Spektrum relativ einig, dass unser Rundfunksystem so nicht funktionieren darf: Es ist ungerecht, unsozial und verfassungswidrig, die öffentlich-rechtlichen Sender sind staatlich gesteuert und gehören abgeschafft.&lt;/p>
&lt;p>Ja... Naja. Nein. Also irgendwie komme ich nicht umher, dass für ein bisschen – sagen wir – übereifrig zu halten. Und das aus vielen Sichten.&lt;/p></content></entry><entry><title type="html">Gute Vorsätze</title><link href="https://blog.liwde.de/posts/2014/gute-vors%C3%A4tze/"/><id>https://blog.liwde.de/posts/2014/gute-vors%C3%A4tze/</id><author><name>Lukas Heimann</name></author><published>2014-12-31T00:00:00+00:00</published><updated>2014-12-31T00:00:00+00:00</updated><content type="html">&lt;p>Neues Jahr, neues Glück – ein Motto, dem breite Teile der Bevölkerung mit „Guten Vorsätzen“ zu folgen scheinen. Sei es, dass sich Menschen vornehmen, mit dem Rauchen aufzuhören, mehr zu reisen oder einfach nur romantischer zu sein.&lt;/p>
&lt;p>Ich tue mich mit guten Vorsätzen immer etwas schwer. Wenn mir auffällt, dass ich etwas an meinem Leben ändern sollte, warum fange ich dann nicht direkt damit an, sondern warte auf das neue Jahr? Und gehe damit das nicht ganz kleine Risiko ein, es bis dahin wieder vergessen zu haben?&lt;/p>
&lt;p>Außerdem sind gute Vorsätze überhaupt nicht das, was man sich unter einem „smarten“ Ziel vorstellt: Oft ist der Vorsatz sehr schwammig formuliert, der Zeitraum der Umsetzung ist mit einem Jahr denkbar lang (im Zweifel steht der Vorsatz nächstes Jahr wieder auf der Liste), und messbar sind Vorsätze oft erst recht nicht – oder kennen Sie, werter Leser, die ganz exakte Menge Wörter, bei der ich das Ziel „mehr lesen“ erreicht habe? Ob ich zufrieden mit meinem quantitativen Literaturkonsum bin, hängt letztendlich nämlich nur von meiner aktuellen Stimmung ab.&lt;/p>
&lt;p>Eigentlich ist es oft genug schlichtweg so, dass Menschen am Jahresende auf sich selbst blicken und feststellen, was sie in den letzten zwölf Monaten falsch gemacht haben. Man schreibt in einem feierlichen Akt auf, was man tun muss, um ein „besserer Mensch“ zu werden, oder welcher Mensch man gerne wäre – und denkt sich dann „Hey, Selbsterkenntnis ist der halbe Weg zur Besserung; ich kann also vor der Umsetzung erstmal Pause machen“. Und wenn man am Ende des nächsten Jahres wieder zurückblickt stellt man fest, dass man diese Pause nie wirklich beendet hat. Aber an dem Punkt kann man die verpasste Besserung ja wieder zum Vorsatz machen.&lt;/p>
&lt;p>Gute Vorsätze sind also objektiv betrachtet ganz großer Unsinn. Oder?&lt;/p>
&lt;p>Vielleicht ist der Kern meines Problems mit Vorsätzen ein ganz anderer. Vielleicht will ich einfach nicht zugeben, in welchen Punkten meines Lebens ich unzufrieden bin – und das sogar vor mir selbst nicht. Um das zu ändern, schreibe ich hier ein paar gute Vorsätze für mich fürs nächste Jahr auf. Vielleicht sollte ich sie als motivierende Sprüche auf Poster drucken und mir übers Bett oder an den Kleiderschrank pinnen, damit sie nicht bis zum nächsten Silvester in Vergessenheit geraten. Was soll 2015 bringen?&lt;/p>
&lt;p>Ich will reisen. Ins Ausland, irgendwohin, wo ich noch nicht war. Nur um zu gucken, wie es da so aussieht.&lt;/p>
&lt;p>Ich will wieder Kontakt mit Menschen aufnehmen, die ich völlig zu Unrecht und aus (gedachtem) terminlichen Druck erst vernachlässigt und dann vergessen habe. Dank Facebook ist das auch ganz leicht möglich.&lt;/p>
&lt;p>Ich will wieder ein Gedicht schreiben. Oder einen fiktiven Text. Oder beides! Ich habe mir da lange genug Pause gelassen.&lt;/p>
&lt;p>Alles andere überlege ich mir auf dem Weg.&lt;/p></content></entry><entry><title type="html">Weniger Demokratie wagen?</title><link href="https://blog.liwde.de/posts/2014/weniger-demokratie-wagen/"/><id>https://blog.liwde.de/posts/2014/weniger-demokratie-wagen/</id><author><name>Lukas Heimann</name></author><published>2014-12-15T00:00:00+00:00</published><updated>2014-12-15T00:00:00+00:00</updated><content type="html">&lt;em>Fragen und Gedanken zum richtigen Maß an Demokratie&lt;/em>&lt;br />&lt;img class="webfeedsFeaturedVisual" src="https://blog.liwde.de/posts/2014/weniger-demokratie-wagen/weniger-demokratie-wagen_hu12557070567172104765.jpg" />&lt;p>In den Nachrichten hört man, wenn es um umstrittene politische Entscheidungen geht, immer wieder zwei Sätze:&lt;/p>
&lt;blockquote>
&lt;p>„Politiker X muss sich so entscheiden, denn das wollen seine Wähler.“&lt;/p>
&lt;/blockquote>
&lt;p>Oder:&lt;/p>
&lt;blockquote>
&lt;p>„Jetzt, wo Politiker Y weiß, dass er nicht mehr wiedergewählt wird, kann er Entscheidungen zum Wohle des Landes und nicht zum Wohle der Wähler treffen.“&lt;/p>
&lt;/blockquote>
&lt;p>Diese zwei Sätze werfen einige nicht triviale Fragen auf: Wie demokratisch sind unsere Demokratien, wie können Politiker richtige Entscheidungen treffen und was ist so eine „richtige Entscheidung“ überhaupt?&lt;/p></content></entry><entry><title type="html">An: Facebook</title><link href="https://blog.liwde.de/posts/2014/an-facebook/"/><id>https://blog.liwde.de/posts/2014/an-facebook/</id><author><name>Lukas Heimann</name></author><published>2014-12-07T00:00:00+00:00</published><updated>2014-12-07T00:00:00+00:00</updated><content type="html">&lt;em>Über AGB und Webbildchen&lt;/em>&lt;br />&lt;img class="webfeedsFeaturedVisual" src="https://blog.liwde.de/posts/2014/an-facebook/an-facebook_hu4460457875140791292.jpg" />&lt;p>Es ist in den letzten Wochen wohl bei jedem auf Facebook erschienen, die subtile Benachrichtigung, dass ab dem 1. Januar 2015 neue Bedingungen und Richtlinien gelten und dass man diese mit der Nutzung von Facebooks Diensten automatisch akzeptiert.&lt;/p>
&lt;p>Wie immer, wenn Facebook etwas an seinen Richtlinien ändert, ist das in der Facebook-Gemeinde schnell als weiterer Datenklau seitens eines Großunternehmens verschrien; man beschwert sich kurz (natürlich öffentlich auf Facebook) und ändert im Großen und Ganzen nichts.&lt;/p>
&lt;p>Aktuell auch wieder aus dem Hut gezogen wird ein Bild, das besagten Datenklau effektiv und juristisch einwandfrei zu unterbinden verspricht – man muss es nur teilen!&lt;/p>
&lt;p>Im Wortlaut:&lt;/p>
&lt;p>&lt;em>„An: Facebook&lt;/em>&lt;br>
&lt;em>Aufgrund der neuen AGB’s in Facebook &lt;strong>Widerspreche ich hiermit&lt;/strong> der kommerziellen Nutzung meiner persönlichen Daten (Texte, Fotos, persönliche Bilder, persönliche Daten) gemäß BDSG. Das Copyright Meiner Profilbilder liegt ausschließlich bei Mir…! Die kommerzielle Nutzung bedarf ausdrücklich Meiner schriftlichen Zustimmung..!“&lt;/em> &lt;sup id="fnref:1">&lt;a href="#fn:1" class="footnote-ref" role="doc-noteref">1&lt;/a>&lt;/sup>&lt;/p>
&lt;p>Darunter wird der Text nochmal in schlechtes Englisch übersetzt. Der mutmaßliche Urheber dieses juristischen Tricks schreibt zur Verwendung des Bildes in der Beschreibung:&lt;/p>
&lt;p>&lt;em>„FB spielt mal wieder mit seinen AGBs ...... Wenn Euch Eure Daten lieb sind, solltet Ihr das auch posten ......es reicht, wenn Ihr es gepostet habt, dann ist es bei FB registriert, weil Euer Verlauf bei FB gespeichert wird !!“&lt;/em> &lt;sup id="fnref1:1">&lt;a href="#fn:1" class="footnote-ref" role="doc-noteref">1&lt;/a>&lt;/sup>&lt;/p>
&lt;p>Betrachten wir also Bild und Bildunterschrift mal etwas genauer. Dabei will ich explizit nicht auf kreative Typo- und Orthographie eingehen, sondern tatsächlich gucken, wie es mit Copyright, Urheberrecht, diesem ominösen BDSG und Facebooks tatsächlichen Änderungen an den AGB aussieht.&lt;/p></content></entry><entry><title type="html">#GratisBild</title><link href="https://blog.liwde.de/posts/2014/gratis-bild/"/><id>https://blog.liwde.de/posts/2014/gratis-bild/</id><author><name>Lukas Heimann</name></author><published>2014-12-02T00:00:00+00:00</published><updated>2014-12-02T00:00:00+00:00</updated><content type="html">&lt;p>&lt;strong>Am 9. November wurde der 25. Jahrestag des Mauerfalls gefeiert. Die jedes Jahr aufs Neue gezeigten Bilder vom Brandenburger Tor treiben noch heute Tränen der Freude in die Augen. Dieses Jahr will auch eine große deutsche Tageszeitung mit einer Gratisausgabe mitfeiern. Ich habe die „Gratis Bild“ gelesen.&lt;/strong>&lt;/p>
&lt;p>Eigentlich sollte man sich ja freuen, dass es einer deutschen Zeitung gut genug geht, eine kostenlose Ausgabe an alle Haushalte der Republik zu schicken. Dennoch – unverständlicherweise – kommt die Aktion nicht bei allen gut an; die Bildzeitung genießt in Teilen der Bevölkerung scheinbar kein sehr hohes Ansehen. Von zynischen Tweets über Papierverschwendung und mögliche Weiterverwendungen des Rohstoffs unter dem Hashtag #GratisBild bis hin zu Umtauschaktionen gegen das Satire-Magazin „Titanic“ durch „Die Partei“ wurde die doch wahrscheinlich eigentlich gut gemeinte Verbreitung von historischen und aktuellen Informationen zu einem so bedeutsamen Ereignis stark diskreditiert. Daher habe ich beschlossen, ein gewagtes Experiment zu starten: Ich werde diese Zeitung tatsächlich &lt;em>lesen&lt;/em>! Und natürlich hier darüber berichten.&lt;/p></content></entry><entry><title type="html">Was ist gute Literatur?</title><link href="https://blog.liwde.de/posts/2014/gute-literatur/"/><id>https://blog.liwde.de/posts/2014/gute-literatur/</id><author><name>Lukas Heimann</name></author><published>2014-11-08T00:00:00+00:00</published><updated>2014-11-08T00:00:00+00:00</updated><content type="html">&lt;img class="webfeedsFeaturedVisual" src="https://blog.liwde.de/posts/2014/gute-literatur/gute-literatur_hu4423311460696351862.jpg" />&lt;p>Oh je, da hat sich mein Unterbewusstsein ja entschieden, sich zu einem komplizierten Thema Gedanken zu machen, beziehungsweise mein Bewusstsein, diese dann auch noch auszuformulieren.&lt;/p>
&lt;p>Zuerst mal sollte ich also vorwegnehmen, dass ich auf Grund der Breite des Themas beschlossen habe, absolut keine Quellen zu Rate zu ziehen, sondern einfach meine hoffentlich nicht allzu sprunghaften Gedanken zu Papier zu bringen.&lt;/p>
&lt;p>Außerdem will ich mich noch auf fiktionale Literatur beschränken. Gerade bei Fachbüchern sind nämlich recht leicht Kriterien auszumachen, wann sie gut sind: Stimmt der Inhalt, und ist das Buch adäquat und verständlich geschrieben? Über letzteres entscheidet die Zielgruppe der Leser, ersteres ist dann Thema von Diskussionen im jeweiligen Fachgebiet (so dass man sich dann doch bei strittigen Themen der Wissenschaft doch wieder schnell uneinig ist, ob das Buch gut ist oder nicht).&lt;/p>
&lt;p>Mir fällt auf, ich sollte noch ein, zwei Begriffe klären, bevor ich anfange: Dass ich mit „Literatur“ im Folgenden nur fiktionale Literatur meine, habe ich ja schon geklärt. Zusätzlich sei noch gesagt, dass sich der Begriff „Buch“, der oben schon synonym für „Literatur“ verwendet wurde, tatsächlich auch auf andere Werke in Textform ausdehnt. So kann ein Zeitungsartikel oder Blogpost genauso gut Literatur sein, wie ein Buch, dass im Folgenden ein quantifizierbares (fiktionales) literarisches Werk sein soll.&lt;/p>
&lt;p>Zunächst sollte gesagt werden, dass „Güte“ von Literatur etwas sehr subjektives ist und dass für jeden Menschen andere Bücher „gut“ sind. Wenn jedoch eine hinreichend große Zahl von Lesern ein Buch für „gut“ befindet, sollte meiner Meinung nach auch objektiv von einem „guten Buch“ gesprochen werden dürfen.&lt;/p>
&lt;p>Aber was sollte Literatur überhaupt tun? Meiner Meinung nach dreierlei Dinge:&lt;/p></content></entry><entry><title type="html">David Mitchell: Number 9 Dream</title><link href="https://blog.liwde.de/posts/2014/number-9-dream/"/><id>https://blog.liwde.de/posts/2014/number-9-dream/</id><author><name>Lukas Heimann</name></author><published>2014-10-26T00:00:00+00:00</published><updated>2014-10-26T00:00:00+00:00</updated><content type="html">&lt;img class="webfeedsFeaturedVisual" src="https://blog.liwde.de/posts/2014/number-9-dream/number-9-dream_hu10599964803368676874.jpg" />&lt;blockquote>
&lt;p>„Die Sache ist ganz einfach. Ich kenne Ihren Namen, und Sie haben einmal meinen gekannt: Eiji Miyake. Wir sind beide vielbeschäftigte Leute, Frau Kato, also lassen wir den Smalltalk. Ich bin in Tokio, um meinen Vater zu finden. Sie kennen seinen Namen, Sie kennen seine Adresse. Und Sie werden mir beides geben. Jetzt.“&lt;/p>
&lt;/blockquote>
&lt;p>Die Idee hinter der Handlung ist in der Tat denkbar einfach: Der 19-jährige Eiji Miyake ist aus einer ländlichen Provinz Japans nach Tokio gekommen, um dort nach seinem Vater zu suchen, den er nie kennenlernen durfte. Was er dort erlebt, ist Inhalt dieses vor Handlungsdetails und kleinen Geschichten  nur so strotzenden Romans.&lt;/p></content></entry><entry><title type="html">Sparkinator: Nicholas Sparks Titel Genarator</title><link href="https://blog.liwde.de/posts/2014/sparkinator/"/><id>https://blog.liwde.de/posts/2014/sparkinator/</id><author><name>Lukas Heimann</name></author><published>2014-10-15T00:00:00+00:00</published><updated>2014-10-15T00:00:00+00:00</updated><content type="html">&lt;em>Oder: „Das Bild des Augenblicks“ – Eine Geschichte über Stolz, Verrat und Liebe.&lt;/em>&lt;br />&lt;script defer src="https://blog.liwde.de/js/jquery-3.2.1.min.js">&lt;/script>&lt;script defer src="https://blog.liwde.de/js/lightbox.min.js" onload="lightbox.option({'albumLabel': 'Bild %1 von %2','wrapAround': true});">&lt;/script>&lt;link rel="stylesheet" href="https://blog.liwde.de/css/lightbox.min.css">
&lt;figure class="float-right">
&lt;a href="https://blog.liwde.de/posts/2014/sparkinator/JanaLukas.png" data-lightbox="Sparkinator: Nicholas Sparks Titel Genarator" data-title="Lukas und Jana">
&lt;img src="https://blog.liwde.de/posts/2014/sparkinator/JanaLukas_hu714824493761181368.png" srcset="https://blog.liwde.de/posts/2014/sparkinator/JanaLukas_hu714824493761181368.png 1x, https://blog.liwde.de/posts/2014/sparkinator/JanaLukas_hu4257418115457176720.png 2x" style="background-color: #262b2d;"
alt="Lukas und Jana"/>
&lt;/a>&lt;figcaption>
&lt;p>Lukas und Jana&lt;/p>
&lt;/figcaption>
&lt;/figure>
&lt;blockquote>
&lt;p>Zeit im Wind, Schweigen des Glücks, Weg der Träume – Wer kennt nicht diese und viele weitere Meisterwerke, mit denen der Erfolgsautor Nicholas Sparks immer wieder in die Weltliteratur eingeht.&lt;/p>
&lt;/blockquote>
&lt;blockquote>
&lt;p>Mit dem Sparkinator können Sie dem Meister nacheifern und sich Titel für den eigenen Weltbestseller generieren lassen.&lt;/p>
&lt;/blockquote>
&lt;p>Der „Sparkinator“ ist ein spontanes Projekt mit der wundervollen Jana Willemsen. Die Website generiert automatisch eine Fülle von Titeln und sogar Inhalten von Büchern von „Nicholas Sparks“-Niveau. Und wer nicht die Gelegenheit nutzen und selbst mit den gegebenen Titeln Weltbestseller schreiben will (und als Dankeschön dann 50% der Einnahmen an Jana und mich (also jeweils, dass wir uns da nicht missverstehen) abtreten möchte), ist herzlich dazu angehalten, die Titel zu teilen, twittern oder sonst zu verbreiten. Viel Spaß!&lt;/p>
&lt;ul>
&lt;li>&lt;a href="https://lab.liwde.de/sparkinator">Zur Website&lt;/a>&lt;/li>
&lt;/ul></content></entry><entry><title type="html">Dante und der Nahostkonflikt</title><link href="https://blog.liwde.de/posts/2014/dante-und-der-nahostkonflikt/"/><id>https://blog.liwde.de/posts/2014/dante-und-der-nahostkonflikt/</id><author><name>Lukas Heimann</name></author><published>2014-08-07T00:00:00+00:00</published><updated>2014-08-07T00:00:00+00:00</updated><content type="html">&lt;blockquote>
&lt;p>„Die heißesten Orte der Hölle sind reserviert für jene, die in Zeiten moralischer Krisen nicht Partei ergreifen.”&lt;/p>
&lt;/blockquote>
&lt;blockquote>
&lt;p>– Dante Alighieri, Göttliche Komödie, 1321&lt;/p>
&lt;/blockquote>
&lt;p>Dieses Zitat würden beide Parteien im Nahost-Konflikt wohl so unterschreiben, und in der Tat umreißt es die Wahrnehmung des Nahost-Konflikts auf den ersten Blick sehr gut, nämlich aus drei Gründen:&lt;/p>
&lt;h1 id="i">I&lt;/h1>
&lt;p>Es scheint nur möglich zu sein, eine der beiden Seiten uneingeschränkt zu unterstützen. Seien es jetzt islamische Hassprediger, die die Vernichtung aller zionistischen Juden von durchaus breiteren Massen unterstützt ungestraft fordern, oder die Israel Defence Forces, die auf Facebook von zehntausenden gelikte Fotos über Statistiken posten, wie viele von Terroristen als Deckung benutzte Wohnhäuser doch zerstört wurden, nachdem man die zivilen Bewohner per SMS gewarnt hatte. Außerdem (wahrscheinlich gerade in Deutschland) beliebt: „Die Israelis müssen sich doch verteidigen dürfen“ und „Wenn wir Israel nicht unterstützen, sind wir schlimmer als Hitler“, aber auch „Die armen Palästinenser werden von Israel voll fertig gemacht, für diese Menschenrechtsverletzungen muss Israel zahlen“.&lt;/p>
&lt;p>Beide Seiten haben Anhänger, die davon überzeugt sind, die uneingeschränkte Wahrheit für sich gepachtet zu haben und gegen alle anderen verteidigen zu müssen. Am schlimmsten trifft es dabei diejenigen mit einer differenzierten Meinung zwischen den Extremen sowie Neutrale, die von allen als „Feind“ angesehen werden.&lt;/p>
&lt;h1 id="ii">II&lt;/h1>
&lt;p>Es scheint um einen zutiefst religiösen Krieg zu gehen. Der ganze Nahost-Konflikt ergibt sich aus den Angriffen der bösen Muslime, die von Israel unterdrückt werden und daher die Juden vernichten wollen, beziehungsweise aus den großflächigen Militärattacken der Soldaten des jüdischen Staates, der gegen Terrorangriffe von Muslimischen Extremisten verteidigt werden muss.&lt;/p>
&lt;p>Dem Märtyrer aus den eigenen Reihen und Sieger winkt das Paradies, dem Verlierer und allen anderen die Hölle.&lt;/p>
&lt;h1 id="iii">III&lt;/h1>
&lt;p>Das passende Zitat oben scheint von Dante zu sein, dem großen italienischen Dichter, der heute noch für seine Wertvermittlung berühmt ist. Dan Brown verwendet es als Einstieg und Leitmotiv zu seinem Thriller „Inferno“, der sich um Dante dreht.&lt;/p>
&lt;p>Eigentlich stammt das Zitat jedoch von J.F. Kennedy, der Dante subtil falsch versteht, um ihn für Propaganda im eigenen Sinne zu nutzen. Nämlich interessanterweise, um in Deutschland für die Gründung des Entwicklungsdienstes („Peace Corps“) zu werben, dessen amerikanisches Pendant explizit die Aufgabe hat, amerikanische Werte zu vermitteln.&lt;/p>
&lt;h1 id="fazit">Fazit&lt;/h1>
&lt;p>Was also tun, wenn um einen herum hauptsächlich Meinungen statt Fakten kursieren und zwischen Schein und Sein eine überdurchschnittlich große Diskrepanz herrscht?&lt;/p>
&lt;p>Es wird endlich Zeit, dass die Zwischentöne stärker betont werden, auch wenn das schwer ist und laute Propaganda irgendwie dem Konzept der differenzierten Zwischentöne widerspricht. Dazu ist es wichtig, dass auch in den Nachrichten eben nicht nur Bilder beider Extreme gezeigt werden, Militärführer, Hassprediger, Bombeneinschläge, gewalttätige Demonstranten, sondern eben auch moderate Kräfte, die sich auf beiden Seiten für eine friedliche Lösung des Konflikts einsetzen – auch wenn sich blutige Nachrichten mitunter besser verkaufen.&lt;/p>
&lt;p>Außerdem sollte sich jeder, der seine Meinung zu dem Thema äußern will, erst mal mit dem geschichtlichen Hintergrund auseinandersetzen. Was im Nahen Osten stattfindet, ist eine Gewaltspirale, die ihren Anfang in der Gründung des Staates Israel genommen hat. Erst jetzt kann man überlegen, ob der Konflikt religiös, ethnisch oder territorial begründet ist. Erst jetzt kann man beginnen zu überlegen, wer ursprünglich die Schuld trägt, Palästinenser, Israelis oder die Vereinten Nationen, die den Staat gründen wollten. Wahrscheinlich von allem etwas.&lt;/p>
&lt;p>Was wir momentan erleben, ist ein Krieg mit Waffen, aber auch in größerem Maße als bisher ein Krieg mit Medien.&lt;/p>
&lt;p>Daher ist es umso wichtiger, Meinungen zu hinterfragen und zu versuchen, so gut es geht die Tatsachen herauszufinden, um sich selbst eine fundierte Meinung bilden zu können – differenziert und frei von Beeinflussung.&lt;/p>
&lt;h1 id="weblinks">Weblinks&lt;/h1>
&lt;ul>
&lt;li>Dan Brown „zitiert“ „Dante“: &lt;a href="http://theaoe.wordpress.com/2013/05/15/on-jfk-and-dante/">http://theaoe.wordpress.com/2013/05/15/on-jfk-and-dante/&lt;/a>&lt;/li>
&lt;li>Kennedy „zitiert“ Dante: &lt;a href="http://www.jfklibrary.org/Asset-Viewer/Archives/JFKPOF-045-016.aspx">http://www.jfklibrary.org/Asset-Viewer/Archives/JFKPOF-045-016.aspx&lt;/a>&lt;/li>
&lt;li>Die Israel Defence Forces auf Facebook: &lt;a href="https://www.facebook.com/idfonline">https://www.facebook.com/idfonline&lt;/a>&lt;/li>
&lt;li>Website des Palestine Ministery of Interior: &lt;a href="http://www.moi.gov.ps/en/">http://www.moi.gov.ps/en/&lt;/a>&lt;/li>
&lt;li>Wikipedia zum Nahostkonflikt: &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Nahostkonflikt">http://de.wikipedia.org/wiki/Nahostkonflikt&lt;/a>&lt;/li>
&lt;/ul></content></entry><entry><title type="html">Walter Moers: Wilde Reise durch die Nacht</title><link href="https://blog.liwde.de/posts/2014/wilde-reise-durch-die-nacht/"/><id>https://blog.liwde.de/posts/2014/wilde-reise-durch-die-nacht/</id><author><name>Lukas Heimann</name></author><published>2014-07-30T00:00:00+00:00</published><updated>2014-07-30T00:00:00+00:00</updated><content type="html">&lt;img class="webfeedsFeaturedVisual" src="https://blog.liwde.de/posts/2014/wilde-reise-durch-die-nacht/wilde-reise-durch-die-nacht_hu6353225851673364519.jpg" />&lt;script defer src="https://blog.liwde.de/js/jquery-3.2.1.min.js">&lt;/script>&lt;script defer src="https://blog.liwde.de/js/lightbox.min.js" onload="lightbox.option({'albumLabel': 'Bild %1 von %2','wrapAround': true});">&lt;/script>&lt;link rel="stylesheet" href="https://blog.liwde.de/css/lightbox.min.css">
&lt;figure class="float-left">
&lt;a href="https://blog.liwde.de/posts/2014/wilde-reise-durch-die-nacht/matrose.jpg" data-lightbox="Walter Moers: Wilde Reise durch die Nacht" data-title="Der Tod stellt seine Aufgaben">
&lt;img src="https://blog.liwde.de/posts/2014/wilde-reise-durch-die-nacht/matrose_hu16451403180803733843.jpg" srcset="https://blog.liwde.de/posts/2014/wilde-reise-durch-die-nacht/matrose_hu16451403180803733843.jpg 1x, https://blog.liwde.de/posts/2014/wilde-reise-durch-die-nacht/matrose_hu3421250166239120034.jpg 2x" style="background-color: #4c5040;"
alt="Der Tod stellt seine Aufgaben"/>
&lt;/a>&lt;figcaption>
&lt;p>Der Tod stellt seine Aufgaben&lt;/p>
&lt;/figcaption>
&lt;/figure>
&lt;p>Der junge Gustave Doré will Maler werden – leider befindet sich der 12-jährige gerade als Kapitän an Bord eines Schiffes, dass von den grauenhaften Zwillingstornados zerstört wird. So trifft Gustave auf den Tod, der ihm das Leben schenken will, wenn er es schafft, sechs Aufgaben zu erfüllen:&lt;/p>
&lt;p>Eine Jungfrau aus den Klauen eines Drachen befreien, einen Geisterwald möglichst auffällig durchqueren, die Namen von fünf Riesen erraten, den Zahn des Schrecklichsten Ungeheuers besorgen, sich selbst treffen und dann den Tod auf dem Mond besuchen. Nichts Geringeres muss er in einer Nacht schaffen. Dabei trifft er harmlose Ungeheuer und wilde Amazonen, Begleiter werden zu Freunden und Freunde zu Feinden. Er lernt nicht nur den Tod, sondern auch den Wahnsinn, die Zeit und die Liebe kennen und versucht alles, dem Tod von der Schippe zu springen. Dabei muss er immer wieder feststellen:&lt;/p>
&lt;blockquote>
&lt;p>»Bist du ein Diener des Todes?« fragte Gustave.&lt;/p>
&lt;/blockquote>
&lt;blockquote>
&lt;p>»Sind wir das nicht alle?« gab der Greif düster zurück.&lt;/p>
&lt;/blockquote>
&lt;p>Das alles wird in der typisch-moerschen Art vorgetragen: Ob Siamesische Zwillingstornados, lindwurmverarbeitende Amazonenindustrie, Traumberaterin, Schluchzende Schluchten oder Raumzeitkontinuierliche Möglichkeitsprojektion in der Futuristischen Eventualitätswabe – die grandiose Geschichte baut auf dem riesigen Ideenreichtum ihres Autors auf, der die fantastische Welt, durch die der Held reisen muss, unglaublich detailreich beschreibt.&lt;/p>
&lt;figure class="float-left">
&lt;a href="https://blog.liwde.de/posts/2014/wilde-reise-durch-die-nacht/quixote.jpg" data-lightbox="Walter Moers: Wilde Reise durch die Nacht" data-title="Gustave Doré: „Don Quixote“">
&lt;img src="https://blog.liwde.de/posts/2014/wilde-reise-durch-die-nacht/quixote_hu16934517498273765618.jpg" srcset="https://blog.liwde.de/posts/2014/wilde-reise-durch-die-nacht/quixote_hu16934517498273765618.jpg 1x, https://blog.liwde.de/posts/2014/wilde-reise-durch-die-nacht/quixote_hu12004883122435510652.jpg 2x" style="background-color: #4a4943;"
alt="Gustave Doré: „Don Quixote“"/>
&lt;/a>&lt;figcaption>
&lt;p>Gustave Doré: „Don Quixote“&lt;/p>
&lt;/figcaption>
&lt;/figure>
&lt;p>Doch das eigentlich Einzigartige an dem Roman sind seine Illustrationen. Sie stammen nicht wie üblich von Moers selbst, sondern (und das ist der Clou) von dem Illustrator Gustave Doré. Dieser hat eigentlich im 19. Jahrhundert gelebt und viele Werke berühmter Autoren wie Dante und Shakespeare illustriert. In seinem Roman hat Moers den Spieß umgedreht und ausgewählte Werke von Doré in seine Geschichte eingewebt, in der letztendlich der junge Gustave Doré einige seiner berühmtesten Werke „vorträumt“.&lt;/p>
&lt;p>Was dabei entstanden ist, ist eindeutig: Eine in Text und Illustration bildgewaltige fabelhafte und philosophische Reise durch Zeit, Raum und die Nacht. Was man daraus lernt, ist ebenso klar:&lt;/p>
&lt;blockquote>
&lt;p>»Das Leben ist eine wilde Reise! Gefährlich! Unvorhersehbar! Voller Überraschungen – selbst wenn du es damit verbringst, irgendwo auf einem Stuhl an ein und derselben Stelle sitzen zu bleiben.«&lt;/p>
&lt;/blockquote>
&lt;hr>
&lt;p>&lt;strong>Zum Buch&lt;/strong>: &lt;em>„Wilde Reise durch die Nacht“&lt;/em> von Walter Moers, mit Illustrationen von Gustave Doré. Roman. Goldmann-Verlag. Broschiert, 224 Seiten. ISBN: 3442452910&lt;/p></content></entry><entry><title type="html">Google Now</title><link href="https://blog.liwde.de/posts/2014/google-now/"/><id>https://blog.liwde.de/posts/2014/google-now/</id><author><name>Lukas Heimann</name></author><published>2014-07-05T00:00:00+00:00</published><updated>2014-07-05T00:00:00+00:00</updated><content type="html">&lt;em>Bericht eines Aussteigers&lt;/em>&lt;br />&lt;p>Google hat da schon ein nettes Stück Software für sein mobiles Betriebssystem Android geschaffen. Durch Kombination aller (sowieso schon über mich vorhandenen) Daten erhalte ich am Smartphone immer alle Daten, die ich gerade brauchen könnte: Wetter, Ergebnisse meiner Lieblings-Sportmannschaft, Aktienkurse, Aktualisierungen auf Websites, die ich regelmäßig besuche, kommende Termine und wann ich losfahren muss, um sie pünktlich wahrnehmen zu können. All das natürlich entweder auf Wunsch oder als ganz dezente Erinnerung in der Ereignisleiste.&lt;/p>
&lt;p>Das ist praktisch, dachte ich mir als naiver Besitzer eines Mobiltelefons, dass noch nicht dazu in der Lage war, mir, seinem Besitzer, das Denken abzunehmen. Doch diesen Winter war es endlich soweit, und voller Enthusiasmus wurde auf meinem neuen Smartphone die „Google Suche“ mit einem Klick zu „Google Now“ erweitert.&lt;/p></content></entry><entry><title type="html">Peppermint Love</title><link href="https://blog.liwde.de/posts/2014/peppermint-love/"/><id>https://blog.liwde.de/posts/2014/peppermint-love/</id><author><name>Lukas Heimann</name></author><published>2014-06-14T00:00:00+00:00</published><updated>2014-06-14T00:00:00+00:00</updated><content type="html">&lt;p>The world looks nice from above. All the messed up things, all the challenges, everything you fight with everyday seems so small if you just raise your point of view to a higher level.&lt;br>
   From above, you can see the world’s order; when people and places shrink down to miniature figures, the structure of your life becomes visible and you realize what’s really happening around you every time you’re just too busy to start thinking. And maybe, you can even see a way out of the terrible mess that your life has become.&lt;/p>
&lt;p>So now, let’s start thinking about what has brought me up here: Lilly.&lt;br>
   I first saw her like two years ago at a tiny café, I was there with a friend of mine, drinking coffee whilst talking about... Well, I don’t know... Stuff. School, teachers, upcoming tests and (more important) upcoming holidays. She just walked by in the bright sunshine, her hair blowing in a mild summer breeze, some strands crisscrossing her face. My friend snapped his fingers in front of my face:&lt;br>
   “Hey, where are you?!” I blinked, and then she was gone.&lt;/p></content></entry><entry><title type="html">Das Recht auf Vergessen</title><link href="https://blog.liwde.de/posts/2014/das-recht-auf-vergessen/"/><id>https://blog.liwde.de/posts/2014/das-recht-auf-vergessen/</id><author><name>Lukas Heimann</name></author><published>2014-05-24T00:00:00+00:00</published><updated>2014-05-24T00:00:00+00:00</updated><content type="html">&lt;p>Man jubelt: „Ein Sieg gegen Google!“ Denn Google muss laut einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs Daten aus seinen Suchergebnissen löschen, wenn sich &lt;a href="http://curia.europa.eu/jcms/upload/docs/application/pdf/2014-05/cp140070de.pdf">„natürliche Personen“&lt;/a> in Ihrer Privatsphäre verletzt fühlen.&lt;/p>
&lt;p>Anlass für den Prozess war ein Spanier, der eine 15 Jahre alte Zeitungsmeldung über die Versteigerung seines Grundstücks, &lt;a href="http://curia.europa.eu/jcms/upload/docs/application/pdf/2014-05/cp140070de.pdf">„die im Zusammenhang mit einer Pfändung wegen Schulden stand“&lt;/a>, gerne gelöscht hätte. Seine finanziellen Probleme seien gelöst, die Meldung damit veraltet und heute nicht mehr korrekt, sollten also bitte vom Internet „vergessen“ werden. Und obwohl sich das Urteil nur auf Google (und andere Suchmaschinen zu beziehen scheint), ist die Aufforderung zur Löschung der Daten auch bei der spanischen Zeitung abgegeben worden. Letzteres halte ich für richtig. Eine Löschung bei Google hingegen nicht.&lt;/p></content></entry><entry><title type="html">Kant gibt sich die Kante</title><link href="https://blog.liwde.de/posts/2014/kant-gibt-sich-die-kante/"/><id>https://blog.liwde.de/posts/2014/kant-gibt-sich-die-kante/</id><author><name>Lukas Heimann</name></author><published>2014-05-03T00:00:00+00:00</published><updated>2014-05-03T00:00:00+00:00</updated><content type="html">&lt;blockquote>
&lt;p>Ein Haus, Winter Siebzehnvierundachtzig,&lt;br>
eine Nacht, die grad’ heranbricht&lt;br>
über dem alten deutschen Land,&lt;br>
in dem sich Kant derzeit befand.&lt;/p>
&lt;/blockquote></content></entry><entry><title type="html">Hermann Gröhe und die freie Marktwirtschaft in öffentlichen Krankenhäusern</title><link href="https://blog.liwde.de/posts/2014/hermann-groehe-und-die/"/><id>https://blog.liwde.de/posts/2014/hermann-groehe-und-die/</id><author><name>Lukas Heimann</name></author><published>2014-01-18T00:00:00+00:00</published><updated>2014-01-18T00:00:00+00:00</updated><content type="html">&lt;img class="webfeedsFeaturedVisual" src="https://blog.liwde.de/posts/2014/hermann-groehe-und-die/hermann-groehe-und-die_hu6572525169521166085.jpg" />&lt;p>Am 15. Januar hat Gesundheitsminister Gröhe angekündigt: &lt;a href="http://www.n-tv.de/politik/Neues-Institut-soll-Aerzte-kontrollieren-article12079886.html">„Wir wollen die Qualität im Gesundheitswesen stärken und sichern und letztlich zum entscheidenden Kriterium für die ambulante und stationäre Versorgung in diesem Land machen.“&lt;/a> Mal ganz abgesehen davon, dass ich schockiert war, das Qualität scheinbar nie das relevante Kriterium meiner gesundheitlichen Behandlungen war, ist allerdings die Frage der Umsetzung an dieser Stelle noch viel interessanter: Dazu soll nämlich ein neues Institut gegründet werden, das alle Daten zu Behandlungserfolgen und Problemen von Patienten in allen Krankenhäusern sammelt, auswertet und die Ergebnisse online verfügbar macht. Gute Krankenhäuser sollen belohnt werden, schlechte bestraft. Finanziell.&lt;/p>
&lt;p>Natürlich kann man an dieser Stelle den Datenschutz kritisieren: Hier werden Gesundheitsdaten einfach weitergegeben, „fällt das nicht unter die ärztliche Schweigepflicht?“! Doch in meinen Augen ist der finanzielle Aspekt das weit größere Problem: Wie soll sich die Lage in einem „schlechten“ Krankenhaus verbessern, wenn man ihm die Mittel streicht, mehr kompetentes Personal einzustellen oder neue medizintechnische Geräte anzuschaffen? Und „schlechte“ Krankenhäuser werden nicht nur so immer schlechter (während „gute“ immer besser werden), nein, das ganze wird auch noch im Internet angeprangert, sodass die Patienten zu den „besseren“ gehen. Wenn sie denn können! Krankenhäuser sind Einrichtungen, die weit seltener als z.B. Tankstellen vorkommen. Im Zweifel ist es nicht möglich, sich auszusuchen, welches man besuchen will, weil nur eines in Reichweite ist. Dies gilt insbesondere für Notfälle, wo der Transport zum Krankenhaus durchaus zeitkritisch sein kann; aber auch für Menschen, die auf Transport mit dem Auto (vielleicht noch durch Familienmitglieder, weil sie selbst nicht fahren dürfen/können) zum Krankenhaus verzichten müssen und auf Öffentliche Verkehrsmittel oder Ähnliches angewiesen sind. Und das führt zu einem Zwei-Klassen-System! Nicht nur wird eine Schere zwischen „guten“ und „schlechten“ Krankenhäusern immer weiter geöffnet, die Verteilung auf diese ist auch noch abhängig von den finanziellen Mitteln der Patienten.&lt;/p>
&lt;p>Was kann man also tun? Sollen wir Qualitätskontrollen künftig wegfallen lassen? Damit Krankenhäuser gar keinen Anreiz mehr haben, Patienten qualifiziert zu behandeln? Ein bisschen marktwirtschaftlicher Druck kann doch nicht schaden! Eine Behörde, die Leistungen vergleicht und Ergebnisse online veröffentlicht, hat doch schon bei Spritpreisen in Tankstellen geholfen und Wettbewerb gefördert!&lt;/p>
&lt;p>Jetzt ist aber ein Krankenhaus nicht direkt mit einer Tankstelle vergleichbar. Wie oben bereits angesprochen, haben wir von letzteren wesentlich mehr in Deutschland, eine weitaus größere Auswahl. Zum anderen ist es bei Tankstellen wesentlich einfacher, Leistungen objektiv zu vergleichen: Die Qualität des Benzins ist bei den einzelnen Sorten einheitlich, also muss man nur die Preise nach Treibstoffsorte für jede Tankstelle veröffentlichen und das ganze noch nett sortieren. Das ist bei Krankenhäusern schon nicht möglich, weil man (zumindest wenn man nicht in ein privates geht), überhaupt nicht bezahlen muss. Also muss man so etwas wie die „Erfolgs- und Zufriedenheitsquote“ berechnen, was sehr aufwändig und subjektiv sein kann. Außerdem wird so ein Krankenhaus pauschal bewertet, obwohl die eigentlichen Leistungen doch von der Güte der Behandlung durch Individuen (wie Ärzte, PflegerInnen, Verwaltungspersonal) abhängt. Eigentlich müsste man die bewerten und denen finanzielle Mittel streichen! An dieser Stelle kann man den Datenschutz zu Recht kritisieren: Hier geht es um personenbezogene Daten, die zentral zu sammeln und auszuwerten mir persönlich Bauchschmerzen bereiten würde. Ein dezentrales Prinzip könnte jedoch hier viel besser funktionieren: Abteilungsleiter könnten ihre Teammitglieder im Arbeitsalltag beobachten und mit offenem Auge und offenem Ohr Probleme erkennen und selbst Lösungsansätze entwickeln und ausprobieren. Sollte es mal um etwas Größeres gehen, könnten Problem und Anregungen auch an die nächsthöhere Ebene weitergeleitet werden, die sich dann mit dem Problem befassen. Eigentlich dachte ich immer, wäre das nicht nur der logischste Ansatz, sondern auch gängige Praxis nicht nur in Krankenhäusern. Aufgabe einer Gesetzgebung ist meiner Meinung nach, dieses Vorgehen zu fördern.&lt;/p>
&lt;p>Dennoch will ich Gröhes geplante Behörde nicht als völlig unnötig bezeichnen. Wie es an Schulen auch die AQS gibt, die die „Qualität“ einer Schule misst und dieser mitteilt, könnte es an Krankenhäusern ein ähnliches System geben: Die Krankenhäuser werden „objektiv“ bewertet und erhalten ein detailliertes Feedback und eine grobe Einschätzung ihrer „Qualität“ im Vergleich zum Durchschnitt. Im Gegensatz zur AQS sollten hier die Maßnahmen allerdings nicht aufhören und konsequenzlos bleiben (dann wäre sie ja fast sinnlos): Da bei „schlechten“ Krankenhäusern Missstände in einzelnen Abteilungen offensichtlich nicht mit dem oben erwähnten Prinzip behoben werden konnten, so dass sie sich bis in eine Gesamtwertung hin auswirken, wird dem Krankenhaus ein (oder mehrere) Berater zur Seite gestellt, der die Arbeitsabläufe beobachtet und die einzelnen dezentralen Stellen bei Problemlösungen und dem Problemlösungsverfahren inhaltlich unterstützt. So kann Qualität als Kriterium gestärkt werden, ohne zwanghaft Druck aufzubauen.&lt;/p>
&lt;p>Wie ist Ihre Meinung zu diesem Thema, werter Leser? Schreiben Sie mir!&lt;/p></content></entry><entry><title type="html">Montage</title><link href="https://blog.liwde.de/posts/2014/montage/"/><id>https://blog.liwde.de/posts/2014/montage/</id><author><name>Lukas Heimann</name></author><published>2014-01-08T00:00:00+00:00</published><updated>2014-01-08T00:00:00+00:00</updated><content type="html">&lt;p>„Ich will Menschen vor Banken“, sagt der Mann in der Hängematte. „Und du?“ – „Wir sind gegen Altersarmut“, sagt der böse blickende Mann mit der lächerlich roten Krawatte. „Und du?“, fragt der Mann mit der Hängematte. Ich will Pizza. „Mit scharf?“, fragt der Mann mit der Schürze. Ja.&lt;/p>
&lt;p>Ich setze mich auf den Stuhl. Gegenüber gibt es 50%. Das ist gut. Dafür aber keine Pizza. Das ist schlecht. „Probieren Sie unsere Anti-Aging Produkte!“ Sollte der Mann mit der roten Krawatte mal machen. Lohnt sich bei ihm und den 50%. Die hätte er bestimmt gerne. Bewegungslos starrt er mich grimmig an.&lt;/p>
&lt;p>WWP!! „Bringst du mir auch eine Pizza mit?“, fragt der Kasten in meiner Tasche. „Mit scharf?“, fragt der Mann mit der Schürze. „Nein“, sagt der Kasten in meiner Tasche. „Und beeil dich, ich sterbe schon!“ Okay.&lt;/p>
&lt;p>Ich packe die Pizza zu den 50%, die ich eben für ein neues 2-in-1 mit Zink bekommen habe. „Und nu?“, fragt der Mann in der Hängematte. Ich bin nur noch kurz in den PennyLidlAldi. Und was machst du so? Wenn du Menschen vor den Banken willst, solltest du es vormachen und selber vor eine Bank gehen. Stattdessen liegst du in der Hängematte. Er bewegt sich nicht. Dafür eine Frau gegenüber: „Ich kann hier nicht atmen!“, ruft sie, während sie aus den 50% fällt.&lt;/p>
&lt;p>WWP!! „Wo bleibst du?“ Ich bleibe nicht, ich gehe! Zum PennyLidlAldi, dieses Dings kaufen, im Angebot aus der Werbung in der Bums-Zeitung. Oder war’s im Fernsehen? Ich weiß es nicht mehr. Geiz ist echt geil, aber gerade irgendwie doof. Ich bin doch nicht blöd, wo ist dieses Dings denn?! Hier findet man gar nichts. Ich gehe jetzt Pizza essen mit meiner Bums. Und du?&lt;/p></content></entry></feed>